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Trauer in Schwarz und Rot — Abschied von den Luftrettern

Bergen Trauer in Schwarz und Rot — Abschied von den Luftrettern

Angehörige, Kollegen und Rettungskräfte kamen in der Bergener Marienkirche zu einem Gedenkgottesdienst zusammen.

Bergen. Die hervorstechenden Farben waren Schwarz und Rot. Zahlreich hatten sich gestern schon vor Beginn der Trauerfeier Angehörige, Freunde, Kollegen und Rettungskräfte in ihren Uniformen vor der Bergener Marienkirche versammelt, um an der Trauerfeier für die drei DRF-Luftretter teilzunehmen, die am 28. Februar beim Absturz ihres Hubschraubers über der Ostsee ums Leben gekommen waren. Feierlich läuten die Glocken, als sich die rund 100 Trauernden in das Kondolenzbuch für Otto Hartmann, Jan Vahrenholt und Mario Hubrich eintragen. Überlebt hatte den Unfall nur der 47 Jahre alte Co-Pilot aus Rheinland-Pfalz.

Fast fünf Wochen nach dem Unglück, das bei einem Übungsflug des in Güttin stationierten, erst neu in Betrieb genommenen Hubschraubers „Christoph-Offshore 2“ nördlich von Prerow passierte, ist die Betroffenheit über das tragische Geschehen noch sehr groß. „Das erste Entsetzen und der Schock über das Unglück sind ein wenig abgeklungen, aber die Fassungslosigkeit bleibt“, sagt der Vorsitzende der DRF Luftrettung, Steffen Lutz. Mit leiser Stimme spricht er als letzter Redner vor den Trauergästen und man merkt ihm an, dass ihm der Auftritt in der Öffentlichkeit alles andere als leicht fällt. Direkt vor ihm sitzen die Angehörigen, neben ihm stehen, mit Trauerflor umrahmt, die großen Fotoporträts der Toten, die er als Freunde bezeichnet. „Die Lücken, die ihr Tod hinterlässt, sind nicht zu schließen.“

Mit warmen Worten beschreibt Lutz Wesensart und Verdienste jedes einzelnen Verstorbenen. Keiner der Luftretter sei so für seine Genauigkeit geschätzt worden wie Otto Hartmann, der als Pilot in dem Unglückshubschrauber saß. „Er war äußerst beliebt, auch als Fluglehrer für junge Kollegen.“ Den Notarzt Jan Vahrenholt beschreibt Lutz als „Arzt mit Leib und Seele, ein Mann, dem jeder Standesdünkel fremd war.“ Als leitender Rettungsassistent habe Mario Hubrich erst 2011 die Station Greifswald übernommen. „Probleme habt Ihr erst, wenn ich es nicht lösen kann“, beschreibt Lutz die Einsatzbereitschaft Hubrichs, eines Mannes voller Lebensfreude. „Wir sind dankbar, dass wir mit diesen wunderbaren Menschen arbeiten durften“, sagt Lutz und vergisst zum Schluss seiner Ansprache nicht, den zahlreichen Organisationen, Behörden und Personen zu danken, die an dem dramatischen Wochenende auf dem Darß, in Güttin, in Stralsund und auf der Insel Rügen im Einsatz waren.

Unter ihnen war als Seelsorger auch der Pastor aus Garz, Bernhard Giesecke. Gemeinsam mit dem Bergener Pfarrer Jörn Kiefer gestaltet er die auch musikalisch sehr stimmungsvolle Trauerfeier. „Jetzt sind sie uns wieder ganz nah“, sagt Giesecke über die Toten. „Ihre Nähe vermissen wir sehr, es waren Menschen, die sich für andere eingesetzt haben. In diesem Moment wird uns bewusst, wie zerbrechlich das Leben ist.“

 



Lena Roosen

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