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00:14 13.04.2018
In einem weißen Transporter entdeckten Beamte der Bundespolizei kürzlich auf Usedom mehrere gestohlene Paletten. Quelle: Foto: Bundespolizei
Heringsdorf

Eingeschlagene Fensterscheiben, zerwühlte Räume, offene Schränke und jede Menge Ärger: Wer Opfer eines Wohnungseinbruches wird, hat mit den Folgen oft lange zu kämpfen. Manchmal begeben sich die Betroffenen sogar in psychologische Betreuung, um den Vorfall zu verarbeiten. In der polizeilichen Kriminalstatistik sind diese Fälle nur eine Zahl, für die Opfer indes ein einschneidendes Erlebnis.

75 Mal wurde im vergangenen Jahr auf Usedom in Wohnungen eingebrochen. Auf der Insel sind die Einbrüche im Vergleich zum Jahr 2016 damit um 20 Fälle gestiegen, im gesamten Polizeiinspektionsbereich Anklam – der den Landkreis Vorpommern-Greifswald umfasst – allerdings von 254 im Jahr 2016 auf 196 gesunken. „Die Aufklärungsquote stieg hier von 40,6 Prozent auf 41,8 Prozent. Der Trend zu weniger Wohnungseinbrüchen ist auch Ergebnis des Maßnahmenpaketes der Polizeiinspektion Anklam, das 2013 geschnürt wurde, um der besorgniserregenden Entwicklung wirkungsvoll entgegenzuwirken“, erklärt Polizeisprecher Axel Falkenberg in Anklam.

Auch die Einsätze der gemeinsamen Diensteinheit aus Landes- und Bundespolizei sowie des Zolls tragen offenbar Früchte. 147 Einsätze stehen in der Statistik. Im Jahr davor waren es nur 65.

Schwerpunkte der gemeinsamen Diensteinheit sind Fahndungskontrollen entlang der deutsch-polnischen Grenze. So konnten vor Kurzem unter anderem mehrere Diebe gestellt werden, die es auf Europaletten abgesehen hatten.

Ein Problem bleibt nach wie vor der Diebstahl von Fahrrädern. Statistisch gesehen werden pro Tag mehr als vier Fahrräder im Landkreis Vorpommern-Greifswald gestohlen. Im Vorjahr wurden im Inspektionsbereich 1490 entsprechende Anzeigen aufgenommen. Bei einem Durchschnittswert von 450 Euro pro Rad, wäre so ein Schaden von mehr als einer halben Million Euro entstanden. Schwerpunktorte in punkto Fahrrad-Diebstahl waren Greifswald (808 Anzeigen) und die Insel Usedom (418 Anzeigen). Die Anzahl der Fahrzeugdiebstähle fiel von 225 im Jahr 2016 auf 137 Fälle im Jahr 2017, ein Rückgang um 88 Fälle bzw. 35,7 Prozent.

Nicht jeder Fall kann restlos aufgeklärt werden. „5885 Tatverdächtige konnten im vergangenen Jahr ermittelt werden. Darunter 4525 Erwachsene und 416 Heranwachsende im Alter zwischen 18 und 21 Jahren sowie 624 Jugendliche“, so Falkenberg. Auch 355 Kinder im Alter unter 14 Jahren zählten dazu. Axel Falkenberg weiß auch, um welche Delikte es sich mit Blick auf die Jugendkriminalität handelte: „Die jungen Täter verüben zumeist Sachbeschädigungen, Körperverletzungen und Diebstähle.“

2017 waren offenbar weniger nichtdeutsche Bürger an Straftaten im Kreis beteiligt. Die Polizei meldete 953 Tatverdächtige, was einem Anteil von 16,19 Prozent an der Gesamtzahl der ermittelten Täter entspricht. 357 von ihnen (6,1Prozent) stammten aus dem benachbarten Polen. Zum Vergleich: 2016 wurden 1046 Tatverdächtige gestellt – 16,61 Prozent.

Zahlen und Fakten

Im Landkreis Vorpommern-Greifswald wurden im Jahr 2017 insgesamt 15 107 Straftaten registriert, 1262 Straftaten (7,7 Prozent) weniger als im Vorjahr (16 369 Fälle).

Die Aufklärungsquote stieg von 54,7 auf 55,2 Prozent. Insgesamt wurden 8345 Fälle (2016: 8959) aufgeklärt. Ein Vergleich zum Landesdurchschnitt: Dort lag die Aufklärungsquote im vergangenen Jahr bei exakt 62 Prozent. Im Jahr davor waren es noch 62,8 Prozent. In ganz Deutschland betrug die Quote im Jahr 2016 56,2 Prozent.

Hannes Ewert

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