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Aktuelle Beiträge Ziesendorf: Lebensretterin im Rathaus geehrt
Nachrichten Polizei-Report Aktuelle Beiträge Ziesendorf: Lebensretterin im Rathaus geehrt
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00:01 08.02.2018
Gratulanten und Geehrte, vorn: Ziesendorfs Bürgermeister Thomas Witt, Heidemarie und Ulrich Wegener sowie Schwaans Bürgermeister Mathias Schauer, hinten: Horst Mengwein und Thomas Kulow-Krehl von der Freiwilligen Feuerwehr Schwaan. Quelle: Foto: Dana Frohbös

Eigentlich wollte sie nur zum Friseur; ihr Mann währenddessen ein paar Einkäufe erledigen. Doch plötzlich wurde Heidemarie Wegener zur Lebensretterin. Nun erhielt sie für ihren beherzten Einsatz vom Schwaaner Bürgermeister Mathias Schauer eine Urkunde, einen Einkaufsgutschein und ein riesengroßes Dankeschön.

Am frühen Vormittag des 20. Januar waren Heidemarie und Ulrich Wegener in der Schwaaner Innenstadt unterwegs. Plötzlich bemerkten sie im Uferbereich der Beke einen Mann, der unsicher auf den Beinen war und dem Wasser gefährlich nah kam. „Ich hatte irgendwie so eine Vorahnung“, sagt Ulrich Wegener, „und in dem Moment, als ich das ausgesprochen hatte, kippte er auch schon in die Beke.“ An der Stelle ist die Böschung sehr abschüssig, weswegen sonst niemand den Unfall bemerkt hatte. Und da Ulrich Wegener erst im vergangenen Jahr operiert worden war, war Heidemarie Wegener klar, dass sie helfen musste. „Ich zögerte nicht lange, sah nur noch meine Jacke von mir fliegen, und dann war ich auch schon im Wasser“, sagt die 47-Jährige. Ihre Turnschuhe hatte sie anbehalten – glücklicherweise, denn im Uferbereich wächst scharfkantiges Schilf. Dann folgten sehr anstrengende Minuten. „Die Strömung war mächtig. Ich hab immer nur versucht, seinen Kopf über Wasser zu halten“, sagt die Lebensretterin. Zudem war der Mann nicht der kleinste und auch recht schwer. Auf einmal war Heidemarie Wegener selbst in Gefahr und drohte, mit dem Geretteten im Arm, abzutreiben. „Ich sah nur die verzweifelten Augen meiner Frau“, sagt Ulrich Wegener. In der Zwischenzeit hatte eine Passantin, die mit ihrem Kinderwagen in der Stadt unterwegs war, den Notruf abgesetzt. „Wir hatten nur die Info bekommen, dass zwei Menschen in Gefahr sind, die eventuell reanimiert werden müssten“, sagt Thomas Kulow-Krehl von der Freiwilligen Feuerwehr Schwaan. Gemeinsam mit der First Responder Gruppe war er der erste Helfer vor Ort und überbrückte so die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes.

Wie sie letztlich an Land gekommen ist, weiß Heidemarie Wegener gar nicht mehr. „Da waren auf einmal Hände, die uns rausgezogen haben“, sagt sie. Der Gerettete bedankte sich und wurde anschließend im RTW versorgt. Heidemarie Wegener suchte Hilfe in einer Apotheke, doch ohne Erfolg. „Geh doch wieder zum Friseur, die haben auf jeden Fall einen Föhn und Handtücher“, sagte ihr Mann.

Die Friseurin Nicole Macht wunderte sich, ihre gerade erst frisch frisierte Kundin wiederzusehen, und sie half sofort. „Sie rubbelte mich mit Handtüchern ab“, sagt die Ziesendorferin, „mein Mann war in der Zwischenzeit nach Hause gefahren, um Klamotten zu holen.“

Doch dann sah sie draußen ihren Sohn vorm Schaufenster entlanglaufen und fragte ihn nach Kleidung. „Du hast doch immer Sportklamotten im Auto. Egal, ob dreckig oder ob sie stinken, bitte gib sie mir.“ Auch Feuerwehrmann Thomas Kulow-Krehl war mit im Friseursalon und kümmerte sich um die unterkühlte Frau, die inzwischen in eine Goldfolie gewickelt war. „Wir haben den Laden kurzerhand in eine Sauna umfunktioniert“, sagt der Feuerwehrmann. Innerhalb einer halben Stunde normalisierte sich ihre Körpertemperatur wieder. „Wir hatten anfangs gerade einmal 33 Grad gemessen“, sagt Thomas Kulow-Krehl, „sie zitterte am ganzen Körper, das war schon nicht ganz ohne.“

Eine ganze Weile hatte Heidemarie Wegener noch mit den Folgen zu kämpfen: „Ich konnte nachts nicht schlafen, bin dann aufgestanden und hab mich vor den Fernseher gesetzt.“ Inzwischen geht es ihr wieder gut. Sie und ihr Mann sind froh, dass alles letztlich so glimpflich ausgegangen ist und freuen sich, wenn der ganze Trubel nun bald vorbei ist.

Dana Frohbös

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