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Zu wenige Kontrollen? Autos in Fußgängerzone sorgen für Ärger

Lütten Klein Zu wenige Kontrollen? Autos in Fußgängerzone sorgen für Ärger

Lütten Kleiner fordern Hilfe gegen Falschparker und rücksichtslose Radfahrer

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Vor allem zu den Öffnungszeiten der Geschäfte parken Autofahrer auf dem Lütten Kleiner Boulevard.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Lütten Klein. Seit Jahren schon ärgern sich die Lütten Kleiner über Falschparker und rasende Radfahrer in ihrer Fußgängerzone. Doch nichts passiert, sagt Ortsbeiratschefin Gabriele Bolz (CDU). „Wir sind verzweifelt und fühlen uns von der Stadt im Stich gelassen.“ Vor allem an Markttagen dienstags und freitags sei die Situation extrem. „Die Händler kommen dann mit ihren Anhängern nicht auf den Markt, weil alles zugeparkt ist“, sagt Bolz.

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Lütten Kleiner fordern Hilfe gegen Falschparker und rücksichtslose Radfahrer

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Die Lage habe sich noch einmal verschärft, seit das Warnow-Geschäftszentrum den unteren Boulevard abgepollert habe. „Dadurch parken jetzt mehr Autos am anderen Ende der Fußgängerzone“, sagt Bolz. Der Ortsbeirat sei nicht begeistert von der Abpollerung. „Die Feldsteine dort passen auch nicht auf den Boulevard. Aber das ist Privatgelände und wir können nichts tun.“ Auch hätten Rettungsfahrzeuge nun keine Chance mehr, dort durchzukommen. „Dabei zählt beim Lebenretten jede Sekunde“, so Bolz.

Straßenverkehrsordnung: Nur Fußgänger dürfen in die Zone

Wie das Stadtamt zu dem Problem mit den Falschparkern mitteilt, dürfen laut Straßenverkehrsordnung nur Fußgänger die Fußgängerzone benutzen. Durch ein entsprechendes Zusatzzeichen könne jedoch anderer Verkehr zugelassen werden. In Lütten Klein sei das der Lieferverkehr, so das Amt.

Doch viele Autofahrer stellen ihre Fahrzeuge hier auch ohne Lieferung ab. „Einige parken frech in der Fußgängerzone, um beim Bäcker einen Kaffee zu trinken“, sagt ein Anwohner. Er sieht dadurch den Nachwuchs in Gefahr: „Wenn da ein Kind mit einem Fahrrad, Roller oder auch zu Fuß plötzlich auftaucht, wird keiner beim Ausparken so schnell reagieren können, dass da nichts passiert.“

Mehrmals schon hätten Anwohner beim Ordnungsamt vorgesprochen, damit etwas gegen die Falschparker unternommen werde. Ohne Erfolg. „Das Ordnungsamt weigert sich, seine Aufgaben ordnungsgemäß zu erfüllen. Das kommt einer Arbeitsverweigerung gleich“, sagt ein Anwohner.

Stadtamt: Sanktionen sind nur selten möglich

Die Stadtverwaltung verweist jedoch auf die rechtliche Lage: „Die Zusatzbeschilderung ,Lieferverkehr frei’ ermöglicht das Be- und Entladen sowie Nebenverrichtungen bis zu 20 Minuten“, heißt in einer Antwort auf eine OZ-Anfrage. Die Politessen seien daher gesetzlich dazu verpflichtet, Vornotierungen vorzunehmen und entsprechende Nachkontrollen durchzuführen. Innerhalb der erlaubten 20

Minuten würden die mutmaßlich ordnungswidrig parkenden Fahrzeuge jedoch häufig wieder entfernt. „Aus diesem Grund sind Sanktionen, wie Verwarnungen, nur selten möglich“, teilt das Stadtamt mit.

Insgesamt seien im vergangenen Jahr 38 Verwarnungen erteilt worden.

Aus Sicht von Ortsbeiratschefin Gabriele Bolz helfen jedoch nur empflindliche Strafen und sofortiges Abschleppen. „Es muss an den Geldbeutel gehen“, betont sie. Als der untere Boulevard noch nicht abgepollert gewesen sei, habe das dort zum Beispiel sehr gut geklappt. „Nach dreimal Abschleppen hat da erst einmal keiner mehr geparkt.“

Polizei kündigt verstärkte Kontrollen gegen Radfahrer an

Probleme bereiten in der Fußgängerzone zudem rücksichtslose Radfahrer, so Bolz. „Gerade ältere Mitbewohner sind hier sehr schnell unterwegs.“ Sie habe auch schon einige direkt darauf angesprochen – und aggressive Reaktionen erhalten. „Ich bin entsetzt über die Ausdrucksweise einiger“, sagt Bolz.

Bei den Radfahrern ist allerdings nicht die Stadt zuständig, die sich nur um den ruhenden Verkehr und damit um Falschparker kümmert. Für die Überwachung des fließenden Verkehrs ist die Polizei verantwortlich. „Wir kennen das Thema und haben auch schon Kontrollen in der Fußgängerzone durchgeführt“, sagt Polizeisprecherin Dörte Lembke. Sie kündigt an: „Wir werden die Kontrollen in den kommenden Wochen verstärken.“

30 Euro Verwarngeld

30 Euro beträgt das Verwarngeld für das Parken in einer Fußgängerzone, teilt das Rostocker Stadtamt mit. Nach drei Stunden sind 35 Euro fällig.

Wird ein Auto abgeschleppt, entstehen zusätzliche Kosten für das Abschleppen.

Laut Straßenverkehrsordnung darf anderer als Fußgängerverkehr die Fußgängerzone nicht benutzen. Durch ein entsprechendes Zusatzzeichen kann anderer Verkehr aber zugelassen werden.

André Wornowski

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