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Angeltour endete mit einer Ermittlungsakte

Stralsund Angeltour endete mit einer Ermittlungsakte

Mit ihrem Job sorgen sie für Sicherheit und Ordnung in der Hansestadt. Hier geben Stralsunder Polizisten Einblick in ihre Arbeit.

Stralsund. Die Papiere bitte! Mit dieser Aufforderung war für zwei Brandenburger das Angelvergnügen im Fahrwasser vor dem Stralsunder Hafen zu Ende. Für die Wasserschutzpolizei war die Kontrolle des sachte auf den Wellen dümpelnden Bootes reine Routinesache.

„Doch der Bootsführer des angemieteten Wasserfahrzeuges konnte einen entsprechenden Führerschein nicht vorweisen“, sagt Heiko Lutzke. Der Kriminalhauptkommissar weiß aber, dass sich später herausstellen sollte, dass der Mann im Besitz eines solchen war, diesen aber nicht dabei hatte. Doch das sollte nicht die einzige Auffälligkeit bei dieser Kontrolle gewesen sein.

„Den Kollegen fielen bei dem Bootführer vor allem die stark geröteten Augen auf“, erzählt der Kriminalist. Auf die Frage, ob er Drogen zu sich genommen habe, kam ohne Umschweife ein Ja. An Abend zuvor habe er sich noch einen Joint genehmigt, ließ er die Beamten ungerührt wissen. Auch bei der Frage nach der Menge seines Cannabis-Konsums hielt der Mann sich nicht lange mit Ausreden auf und räumte ein, dass er so etwa 25 Gramm davon im Monat in Rauch auflöse.

Deutlich weniger gesprächig war er, als die Polizisten wissen wollten, woher er denn den Stoff beziehe. In Brandenburg habe er da so seine Quellen, lautete die Antwort. An Bord selbst und in den Taschen des Bootsführers fand sich jedoch nichts von der Droge aus den Blütenständen der Hanfpflanze. Auch da blieb der 23-Jährige ganz ungerührt. Selbst wenn da etwas gewesen wäre, dann würde das ja immer noch unter Eigenbedarf fallen, beschied er den Beamten.

„An dieser Stelle irrt der Mann“, sagt Heiko Lutzke. In der Szene werde die Geschichte vom straffreien Eigenbedarf zwar immer wieder gern kolportiert. „Doch das Gesetz sagt eindeutig, dass der Besitz von illegalen Drogen strafbar ist.“

Nachdem ein entsprechender Schnelltest positiv ausfiel, musste der Cannabis-Raucher schließlich mit aufs Revier zur Blutentnahme. „Erst damit kann der THC-Gehalt, also des berauschenden Wirkstoffs der Hanfpflanze, zweifelsfrei bestimmt werden“, erläutert Lutzke.

Kurz bevor der Delinquent aufs Revier gebeten wurde, musste sein Partner noch fix die Angeln einziehen. Dabei stellten die Beamten schnell fest, dass die Angler auch noch Haken verwendet hatten, die für dieses Gewässer nicht zugelassen sind. Und während die Ermittlungsergebnisse zum Drogenraucher nun an die Staatsanwaltschaft übergeben werden, wurde gegen seinen Kumpel noch eine Ordnungswidrigkeitsanzeige wegen der falschen Haken ausgefertigt.

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Jörg Mattern

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