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Polizei-Report Brandstiftung in Bad Sülze: Autos und Carport abgefackelt
Nachrichten Polizei-Report Brandstiftung in Bad Sülze: Autos und Carport abgefackelt
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07:09 28.03.2014
Die Bad Sülzer Manja und Jürgen Groth vor den Überresten ihres Carports und der beiden Autos. Fotos (4): Elisabeth Woldt

Brandnacht in Bad Sülze: An gleich zwei Orten zündeten Unbekannte in der Nacht zu Donnerstag Papiertonnen an. Wie die Polizei feststellte, griffen die Flammen daraufhin auf ein Carport und zwei Autos über. Fensterscheiben auf der anderen Straßenseite bersten. Vier Einfamilien-Häuser werden beschädigt. Auch am zweiten Brandherd — etwa 200 Meter entfernt am Rathaus — splittert Glas. Dort werden ebenfalls die Fassade, Fenster und der Durchgang zum Nebengebäude beschädigt. Ersten Schätzungen der Polizei zufolge, beläuft sich der Sachschaden auf mindestens 100 000 Euro.

Der Schock bei den Anwohnern sitzt tief. Ungläubig stehen sie in der schmalen Gerhard-Hauptmann-Straße vor der Brandruine zusammen. Nur ein paar Minuten und das Feuer wäre wohl auch auf ihre Häuser übergegriffen, ist sich Angelika Schinski sicher. Immer wieder malt sie sich aus, was alles hätte passieren können. Wenn ihre bereits stark beschädigte Eingangstür aus Holz gewesen wäre, wenn das Feuer den Gashahn direkt dahinter entzündet hätte usw. Glücklicherweise sei die Feuerwehr schnell da gewesen.

„Wir haben die Fassade sofort mit Wasser gekühlt“, berichtet der Bad Sülzer Wehrführer Holger Ziegler. Vor Ort sei ihnen auch gleich der zweite Brand am Rathaus aufgefallen. Meterhoch loderten zu diesem Zeitpunkt bereits die Flammen über den Autos. „Da war nichts mehr zu retten“, sagt Ziegler. Insgesamt seien etwa 35 Einsatzkräfte der Wehren Tribsees, Bad Sülze und Dettmannsdorf-Kölzow beteiligt gewesen.

Durch das Eingreifen einer couragierten Nachbarin konnte wohl ebenfalls Schlimmeres verhindert werden. Andrea Starke war offenbar die erste Person, die die Flammen sah und die Feuerwehr gegen kurz nach 2 Uhr nachts verständigte. Daraufhin rannte sie auf die Straße und klingelte die Anwohner wach, erzählen die Nachbarn. Manche von ihnen wurden erst auf diese Weise alarmiert.

Christine Kossow war kurz zuvor hochgeschreckt — geweckt durch das flackernde Licht hinter der Jalousie des Schlafzimmers. „Meine Frau hat nur meinen Namen und den unserer Kinder geschrien“, erinnert sich Ehemann Ronny Kossow. Dann hätten sie sich noch schnell etwas übergezogen, Papiere, Kinder und Katze geschnappt und seien auf den Hof geflohen. „Man realisiert erst im Nachhinein, was da gerade passiert ist“, meint Christine Kossow und blickt auf die zersplitterten Kinderzimmer-Fenster im ersten Stock des Hauses.

Etwas gefasster wirken die Besitzer des Carports und der ausgebrannten Autos, wenngleich auch Jürgen Groth und seine Frau Manja seit der Sirene kein Auge zugetan haben. „Wir sind nur froh, dass keine Person zu Schaden gekommen ist“, sagt der Architekt. Alles andere könne man regeln.

Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Doch von dem oder den Tätern fehle bisher jede Spur, wie Sprecherin Cathleen Kohr berichtet. „Wir hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung.“ Die Ermittlungen laufen. Ein Zusammenhang mit dem Brand am Montagabend in einer Bad Sülzer Gartenanlage wird nicht ausgeschlossen.

Hinweise: unter ☎ 038 21 / 87 50 an die Polizei Ribnitz-Damgarten



Elisabeth Woldt

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