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Polizei-Report Fahrer und Beifahrer sterben bei Unfall auf dem Darß
Nachrichten Polizei-Report Fahrer und Beifahrer sterben bei Unfall auf dem Darß
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00:00 31.03.2014

Auf dem Darß sind am Samstagnachmittag bei einem schweren Verkehrsunfall ein 38-jähriger Mann aus Anklam und ein 35-jähriger Mann aus Leipzig ums Leben gekommen. Zwei weitere Insassen des verunglückten Autos erlitten schwerste Verletzungen. Sie befinden sich immer noch in Lebensgefahr.

Der Fahrer eines mit vier Personen besetzten Pkw hatte zwischen den Ostseebädern Wieck und Prerow hinter der sogenannten Ellenbogenkurve auf gerader Strecke drei Fahrzeuge überholt. Erlaubt sind in diesem Bereich 80 km/h. „Der Fahrer hat offenkundig nach dem Passieren einer Bodensenke die Gewalt über das Fahrzeug verloren“, sagte Kreisbrandmeister Gerd Scharmberg.

Nach Angaben von Andreas Scholz, Sprecher des Polizeipräsidiums Neubrandenburg, kam der Wagen nach rechts von der Fahrbahn ab, durchfuhr den Straßengraben und überschlug sich mehrfach. Das Auto, ein Mercedes-Benz E 500, ist dann gegen einen Baum des angrenzenden Waldstückes katapultiert worden. „Einen weiteren, dünneren Baum hat der Wagen dabei einfach mitgenommen. So einen schweren Unfall hatten wir hier bei uns schon lange nicht mehr“, schilderte ein Feuerwehrmann.

Der Fahrer und sein 35-jähriger Beifahrer erlagen noch an der Unfallstelle ihren Verletzungen. Die beiden Mitfahrerinnen auf den Rücksitzen wurden schwerstverletzt mit zwei Rettungshubschraubern in Kliniken nach Greifswald und Rostock geflogen. Der Zustand der 30-jährigen Rostockerin und der 44 Jahre alten Leipzigerin ist kritisch.

Das Auto war nach Angaben der Einsatzkräfte erst am vergangenen Freitag zugelassen worden.

Die Freiwilligen Feuerwehren aus Prerow, Born, Wieck, Dierhagen und Barth waren von der Rettungsleitstelle zur Unglücksstelle beordert worden. Die Unfallopfer mussten aus dem völlig zerstörten Wagen geschnitten werden. Die medizinische Versorgung der verletzten Frauen war sofort nach Eintreffen der Rettungskräfte begonnen worden. Dennoch konnte erst nach anderthalb Stunden die erste von ihnen aus dem Wrack geborgen werden, wie Polizeisprecher Andreas Scholz berichtete. Die zweite Frau hätte sogar erst nach zwei Stunden aus dem Fahrzeugwrack befreit werden können. „Aufgrund der starken Deformierung des Fahrzeugs waren diese Arbeiten äußerst schwierig“, sagte ein Feuerwehrmann. Die Feuerwehr geriet auch mit ihrem hydraulischen Gerät an die Grenzen, da sich das Metall des Autos extrem schwer schneiden ließ.

Der Straßenabschnitt war über Stunden voll gesperrt. Ein Sachverständiger der Dekra war hinzugezogen worden, um den Hergang des Unfalls zu untersuchen.

Die Polizei schätzt den Sachschaden derzeit auf etwa 55 000 Euro.

Es war trocken an diesem Nachmittag auf der Straße, die Temperaturen lagen bei etwa zehn Grad und der morgendliche Nebel hatte sich längst aufgelöst. Die Witterungsverhältnisse können den Unfall daher nicht beeinflusst haben.



Detlef Lübcke

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