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Nachrichten Rostocker Firma Powerdoo optimiert Solaranlagen
Nachrichten Rostocker Firma Powerdoo optimiert Solaranlagen
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00:00 04.11.2016
Rostock

Steffen Mangold (32) und Johannes Dahl (30) sind die Erfinder von powerdoo – einer intelligenten Software, die die Erträge von Solaranlagen steigern soll. Das Versprechen der beiden Gründer: keine Investitionskosten in neue Hardware. Sie erstellen für jeden Kunden eine individuelle Software. Zugleich ist dies die große Herausforderung, die die beiden Geschäftsführer meistern müssen. Die Jury hat die Idee überzeugt. Sie vergab den 14. OZ-Existenzgründerpreis an die beiden Rostocker.

Powerdoo entdeckt Fehler an Solaranlagen, die deren Erträge reduzieren. Und das funktioniert so: „Wenn auf einer fünf Hektar großen Anlage eine einzelne Solarzelle ausfällt, merkt erst einmal niemand etwas“, sagt Mangold. Die fehlende Menge ist so gering, dass sie fast nicht auffällt. Mit Powerdoo können solche Fehler jedoch optisch am Computer sichtbar gemacht werden, zum Beispiel durch eine sogenannte Heatmap, auf der ein blasser Streifen ausgefallene Solarzellen oder -module darstellt. Der Schaden kann dann gleich behoben werden. „So steigern wir den Ertrag der Solaranlagen um etwa zehn Prozent“, erklärt Mangold.

Das Clean-Tech-Unternehmen hat bereits Kunden auf der ganzen Welt – von Großabnehmern bis zu Einfamilienhausbesitzern. Während Dahl viel unterwegs ist und das Produkt vorstellt, ist Mangold mehr im Büro zu finden und kümmert sich dort um Vertrieb und Finanzen. Das Ziel der beiden Rostocker: Sie wollen die Energiewende in Deutschland mit ihren Produkten Stück für Stück voranbringen.

Die Idee zur ihrer Software kam den beiden an ihrem früheren Arbeitsplatz. „Wir waren bei einem Solaranlagenbetrieb beschäftigt. Dort mussten wir ständig zwischen fünf oder sechs Portalen wechseln, die Ähnliches wie Powerdoo geleistet haben“, erklärt Mangold. Bereits dort hatte er einige Tools entwickelt, die die Arbeit erleichterten. Die Bedienung der Programme sollte nach Mangolds Wünschen jedoch noch einfacher sein.

Die Kontakte zum Markt mit regenerativen Energiekraftwerken waren schon da. Also entstand die Idee zu einem hardware-unabhängigen Produkt. „Egal welche Art von Solaranlage am Einsatzort auf uns wartet, wir passen die Software darauf an“, erklärt der 32-Jährige.

Das Produkt entsteht für jeden Kunden in zwei kleinen schlichten Büroräumen im Rostocker Fischereihafen. Neben Dahl und Mangold arbeiten zwei sogenannte Front-End-Entwickler an der Umsetzung von Powerdoo. Mehr waren bislang nicht nötig. Doch inzwischen suchen die Gründer weitere personelle Verstärkung für ihr Produkt. „Vielleicht müssen wir doch bald umziehen und uns vergrößern“, sagt der Gründer.

Denn die ersten Großkunden ließen nicht lange auf sich warten. Ein japanischer Hersteller betreibt um die 1600 Anlagen in den Niederlanden. Und die werden mit der Software von Powerdoo überwacht.

Japan liegt in der Entwicklung von Solaranlagen etwa fünf Jahre hinter dem europäischen Markt zurück.

Auch sonst befinden sich die Anlagen, die von dem kleinen Rostocker Start-up kontrolliert werden, auf der ganzen Welt. Mangold zählt auf: „Afrika, Osteuropa, England, Italien, Japan.“ Und es werden immer mehr. Den Wunsch für die Zukunft von Powerdoo haben Mangold und Dahl klar definiert: Sie wollen unter die Top 3 ihrer Branche in Deutschland.

Michaela Krohn

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