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Nachrichten Salafistenszene in Deutschland wächst weiter rasant
Nachrichten Salafistenszene in Deutschland wächst weiter rasant
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00:26 12.01.2015
Salafisten bei einer Demonstration in Frankfurt am Main.

Die radikal-islamische Szene der Salafisten in Deutschland ist einem Zeitungsbericht zufolge im vergangenen Jahr offenbar rasant gewachsen. Für 2014 sei eine Zunahme um 27 Prozent auf 7000 Personen zu verzeichnen, berichtet der „Tagesspiegel“ unter Berufung auf Sicherheitskreise. Das sind 1500 mehr als 2013. Damit bleibe der Trend der vergangenen Jahre ungebrochen. Für 2012 hatte das Bundesamt für Verfassungsschutz rund 4500 Salafisten gemeldet, 2011 waren es 3800.

Sicherheitsexperten sehen die Entwicklung mit großer Sorge. Das salafistische Spektrum gilt als gefährlich, weil es die meisten islamistischen Terrorverdächtigen hervorbringe, betonen Experten.

Zugleich jedoch weisen sie darauf hin, dass nicht alle Salafisten militant seien. Allerdings sind die in den Krieg nach Syrien ausgereisten Dschihadisten nahezu ausschließlich der salafistischen Szene zuzuordnen. Das gelte auch für Terrorverdächtige, die in Deutschland Verbrechen planten, wie etwa der mutmaßliche Bombenleger von Bonn. Der zum Islam konvertierte Marco G. soll laut Anklage im Dezember 2012 einen Sprengsatz auf dem Bonner Hauptbahnhof abgestellt haben, der nur zufällig nicht explodiert sei. Entsprechend hält die Mehrheit der Deutschen den Islam für gefährlich. Das ist das Ergebnis einer Sonderauswertung des „Religionsmonitors“ der Bertelsmann-Stiftung. Demnach stimmen 57 Prozent der Deutschen der Aussage zu: „Der Islam ist eine Bedrohung“. 61 Prozent der Deutschen sind der Auffassung, er passe nicht in die westliche Welt. 40 Prozent fühlen sich durch Muslime wie „Fremde im eigenen Land“.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zurückhaltend auf Forderungen aus der Union nach schärferen Sicherheitsgesetzen reagiert. „Ich glaube, dass wir ein funktionierendes System der Sicherheit haben“, sagte sie am Samstag zum Abschluss der Klausur der CDU-Spitze in Hamburg. „Es gibt einen kontinuierlichen Handlungsbedarf.“ Merkel verwies zugleich auf den Kölner CDU-Parteitag. Die Partei hatte dort unter anderem beschlossen, dass die Werbung für eine terroristische Vereinigung unter Strafe gestellt werden soll.

CSU-Chef Horst Seehofer hatte eine umfassende Überprüfung der Terrorabwehr gefordert und sich für die umstrittene Vorratsdatenspeicherung starkgemacht. „Die Akzente werden durchaus etwas unterschiedlich gesetzt“, sagte Merkel mit Blick auf die CSU. Auch Innenminister Thomas de Maizière (CDU) und andere in der CDU treten für die Vorratsdatenspeicherung ein.

Eine Kundgebung der Bundestagsparteien zur Solidarität mit Frankreich nach den islamistischen Terroranschlägen will die Kanzlerin unterstützen. Die CDU beteilige sich konstruktiv an entsprechenden Planungen, sagte sie.



OZ

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