Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Nachrichten Somalias Regierung: 276 Tote nach Anschlag in Mogadischu
Nachrichten Somalias Regierung: 276 Tote nach Anschlag in Mogadischu
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:32 16.10.2017
Die schwere Explosion hat etliche Gebäude beschädigt und teilweise zum Einsturz gebracht. Quelle: Farah Abdi Warsameh
Anzeige
Mogadischu

Bei dem verheerendsten Anschlag in Somalias jüngster Geschichte sind nach neuen Angaben der Regierung mindestens 276 Menschen getötet worden. Rund 300 weitere seien zudem verletzt worden, teilte die Regierung heute mit.

Mindestens 111 der Getöteten wurden bereits auf Anweisung der Regierung beigesetzt, weil die Opfer nicht identifiziert werden konnten.

Ein Selbstmordattentäter hatte sich am Samstag in einem Lastwagen auf einer der belebtesten Kreuzungen in Mogadischu in die Luft gesprengt. In der Gegend befinden sich Hotels, Läden, Restaurants und Regierungsgebäude. Die schwere Explosion beschädigte viele Häuser und brachte einige zum Einsturz. Rettungskräfte konnten etliche Menschen bergen. Am Montag setzten Helfer auf Straßen, auf denen Dutzende ausgebrannte Autos und Busse standen, die Aufräumarbeiten fort.

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Die Regierung machte allerdings die Terrormiliz Al-Shabaab dafür verantwortlich. Die sunnitischen Fundamentalisten verüben immer wieder Anschläge gegen Zivilisten und Sicherheitskräfte. Sie kontrollieren Teile Somalias und wollen in dem Land am Horn von Afrika einen sogenannten Gottesstaat mit strikter Auslegung des islamischen Rechts errichten. Eine 22 000 Mann starke Truppe der Afrikanischen Union (AU) unterstützt die somalischen Streitkräfte im Kampf gegen Al-Shabaab.

Präsident Mohamed Abdullahi Mohamed nannte den Anschlag im staatlichen Rundfunk eine nationale Tragödie. Die internationale Gemeinschaft zeigte sich solidarisch: Die Türkei wollte noch am Sonntag ein Militärflugzeug mit medizinischer Hilfe nach Mogadischu schicken, twitterte der Sprecher von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin. „Solidarität mit Somalia“, twitterte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Er forderte mehr Unterstützung für die AU im Kampf gegen islamistische Terrorgruppen. Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy verurteilte den Anschlag.

dpa

Mehr zum Thema

Bei einem der wohl schwersten Selbstmordanschläge der vergangenen Zeit in Somalia sind mehr als 50 Menschen getötet worden.

14.10.2017

Hunderte Tote und Verletzte, zerstörte Gebäude, ausgebrannte Autos. Mogadischu bietet ein Bild der Zerstörung. Einen derart verheerenden Anschlag hat es in der jüngsten Vergangenheit Somalias nicht gegeben.

15.10.2017

Bei einem der verheerendsten Selbstmordanschläge der vergangenen Jahre in Somalia sind mehr als 90 Menschen getötet worden.

15.10.2017
Anzeige