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Europapokal-Streit überschattet Basketball-Show in Berlin

Berlin Europapokal-Streit überschattet Basketball-Show in Berlin

In Berlin treffen sich die besten Basketball-Teams Europas. Vor dem Final Four wirft der Machtkampf um die Zukunft der internationalen Wettbewerbe aber kein gutes Licht auf den Sport. Vieles bleibt unklar. Und die deutschen Clubs warten ab.

Berlin. Erstmals seit sieben Jahren kämpfen die stärksten Clubs wieder in Deutschland um Europas Basketball-Krone. Wie schon 2009 sind in Berlin die Bundesligavereine beim Final Four der Euroleague nur Zuschauer, kein deutscher Club schaffte es unter die besten Vier der modernen Königsklasse.

Das sportliche Geschehen wird derzeit zudem vom heftigen Streit um die Vormachtstellung im europäischen Basketball überschattet. Wie die kontinentalen Wettbewerbe in der kommenden Saison aussehen und wo deutsche Clubs starten, ist offen. Die Deutsche Presse-Agentur beantwortet die wichtigsten Fragen:

Die Bundesliga hat das Ziel, bis 2020 beste Liga Europas zu werden. Warum ist dann wieder kein deutscher Club vertreten?

Wie im Vorjahr ALBA Berlin verpasste der deutsche Meister Brose Baskets nur knapp den Viertelfinal-Einzug. Trotz prestigeträchtiger Siege über den FC Barcelona, Olympiakos Piräus oder ZSKA Moskau ist der finanzielle Abstand zur europäischen Spitze immer noch immens. Final-Four-Teilnehmer ZSKA kann mit einem Saison-Etat von 37 Millionen Euro planen, bei Bamberg dürften es knapp ein Drittel sein. So müssen deutsche Clubs ihre Stars häufig ins zahlungskräftigere Ausland ziehen lassen, bei Halbfinalist Kuban Krasnodar glänzt beispielsweise der frühere Bayern-Aufbauspieler Malcolm Delaney.

Wer ist Favorit beim Final Four?

ZSKA Moskau will seine Negativserie beenden und nach sechs titellosen Teilnahmen in Serie wie zuletzt 2008 triumphieren. Das Starensemble um Milos Teodosic bekommt es im ersten Halbfinale am Freitag (18.00 Uhr) mit Kuban Krasnodar zu tun. Danach trifft Fenerbahce Istanbul als Top-Team dieser Saison auf Laboral Kutxa Vitoria (21.00 Uhr).

Worum geht es im großen Streit im europäischen Basketball?

Der Kontinentalverband FIBA Europe und die Euroleague konkurrieren um die wichtigsten nationalen Clubs als Teilnehmer an den vier Wettbewerben, die insgesamt kommende Saison geplant sind. Die FIBA startet 2016/17 erstmals die Champions League und setzt den Europe Cup fort. Die Euroleague will neben der Königsklasse weiter den Eurocup veranstalten. Dies ist der Knackpunkt im Machtkampf - die FIBA will den Eurocup verhindern. „Der Eurocup ist nicht diskutabel“, sagte Euroleague-Chef Jordi Bertomeu der Deutschen Presse-Agentur. Wegen des Streits sind beide Seiten vor die EU-Kommission gezogen.

Wie ist der aktuelle Stand?

Die zerstrittenen Parteien reden immerhin wieder miteinander. Nach einem Treffen am 3. Mai offenbaren sich aber noch Differenzen: Die Euroleague pocht darauf, die Top-40-Clubs Europas in ihren Wettbewerben zu haben. Im Zuge des Streits sind acht Nationalverbände von der FIBA Europe gesperrt, weil Clubs aus diesen Ländern mit der Euroleague kooperieren, sechs Verbänden droht dies. Dadurch könnten sich die sportlich gescheiterten deutschen Basketballer doch noch für Olympia qualifizieren - das ist jedoch äußerst unwahrscheinlich.

Wo werden die deutschen Teams in der kommenden Saison spielen?

Dies steht mitten in den BBL-Playoffs immer noch nicht fest. Die Verantwortlichen warten die Entwicklung ab, setzen auf eine Einigung von Euroleague und FIBA Europe. „Dass sich die beiden Seiten aufeinander zubewegen und miteinander reden, ist die beste Nachricht für den Basketball in Europa“, sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz. Die Euroleague rechnet fest mit einer deutschen Zusage: „Sie haben sich schon entschieden, da bin ich mir sicher“, betonte Bertomeu.

Was ändert sich in der Euroleague zur kommenden Saison?

Das Teilnehmerfeld verringert sich von 24 auf 16 Teams. Diese spielen in der Vorrunde jeweils zweimal gegeneinander. Elf Teams aus der Türkei, Russland, Italien, Spanien, Israel, Griechenland und Litauen sind mit einer so genannten A-Lizenz automatisch dabei, für Deutschland ist ein Platz reserviert.

dpa

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