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Pesic gibt Traineramt bei Bayern-Korbjägern auf

München Pesic gibt Traineramt bei Bayern-Korbjägern auf

Die Ära Svetislav Pesic bei den Bayern-Basketballern ist beendet. Der 66-Jährige hört aus gesundheitlichen Gründen auf. Größter Erfolg in München war der Meistertitel 2014. Steht der Nachfolger schon parat?

München. Die Folgen einer schweren Knie-Operation haben Erfolgscoach Svetislav Pesic zur Aufgabe seines Traineramtes bei den Basketballern des FC Bayern München veranlasst.

Der 66 Jahre alte Serbe müsse nach einem umfangreichen Eingriff, bei dem ihm vor wenigen Tagen rechts ein künstlichen Kniegelenk eingesetzt wurde, eine mehrwöchige Reha absolvieren, wie der Bundesligaclub mitteilte. Diese würde eine bei Pesic gewohnte professionelle Vorbereitung der Mannschaft auf die kommende Saison nicht zulassen.

„Im Trainerjob sind vor allem zwei Dinge elementar wichtig: Man muss Entscheidungen treffen und man muss Verantwortung für die Mannschaft und die Entwicklung der Spieler tragen“, äußerte Svetislav Pesic. Die Entscheidung, sein Amt aufzugeben, sei nach ausführlichen Gesprächen mit den Ärzten und der Geschäftsführung der Bayern-Basketballer gefallen. „Ich bin mir sicher, dass ich jetzt nicht nur eine gute Entscheidung für meine Gesundheit getroffen, sondern rechtzeitig auch die angemessene Verantwortung im Sinne der weiteren Entwicklung unserer Mannschaft übernommen habe“, betonte Pesic.

Er hatte sich vor dem Eingriff am rechten Knie bereits kurz nach Saisonende einer notwendigen Operation am Meniskus des linken Knies unterziehen müssen. Die Reha danach sei „optimal“ verlaufen.

Eine spätere Entscheidung über seine Zukunft als Trainer, die er nach der zweiten Knie-OP womöglich in der falschen Hoffnung auf eine schnellere Genesung getroffen hätte, wäre „wahrscheinlich ein zu großes Risiko für die Mannschaft“ gewesen, begründete Pesic. Das habe er unbedingt vermeiden wollen. Er denke zum ersten Mal in seinem Leben auch an seine Gesundheit, bemerkte Pesic.

Der Coach war 2012 auf Initiative des damaligen Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß nach München gekommen. Der frühere Bundestrainer führte die Bayern-Korbjäger in die Bundesliga. Krönung des Projektes war der Meistertitel 2014. Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Svetislav Pesic werde bei der Suche aber „eng eingebunden sein“, berichtete der Verein. Als möglicher neuer Chefcoach wird bereits Sasa Djordjevic genannt. Der 48 Jahre alte serbische Nationaltrainer betreute zuletzt parallel zur Landesauswahl in Griechenland Panathinaikos Athen.

Bayern-Geschäftsführer Marko Pesic dankte seinem Vater für sein Pensum und Engagement: „Er hat seine Ecken und Kanten, das kann ich selbst ganz gut beurteilen, aber ohne seine fordernde Persönlichkeit würde unser Projekt ohne Zweifel nicht seine jetzige Kontur und Strahlkraft besitzen.“ Dass Pesic senior die kommende Saison nicht mehr coachen könne, sei nicht so geplant gewesen, beteuerte Marko Pesic.

In der zurückliegenden Saison war der FC Bayern im Playoff-Halbfinale krachend am großen Rivalen Brose Baskets Bamberg gescheitert. Zuvor hatte Svetislav Pesic schon laut über einen Abschied im Sommer nachgedacht - allerdings, weil er sich von den Schiedsrichtern in der Bundesliga ungerecht behandelt fühlte. Sein Vertrag wäre 2017 ausgelaufen.

Der Serbe hat den Basketball in Deutschland über den FC Bayern hinaus geprägt. Die Nationalmannschaft führte er 1993 sensationell zum EM-Titelgewinn, danach machte er ALBA Berlin zur deutschen Nummer eins. „Coach Pesic ist ein ganz besonderer Trainer und ein besonderer Mensch“, erklärte Kapitän Bryce Taylor: „Er hat mir viele Dinge beigebracht in Sachen Disziplin, Intensität und der richtigen Einstellung zum Basketball.“

Pesic' Rückzug beim FC Bayern muss nicht zwangsläufig das Ende der schillernden Trainerkarriere des 66-Jährigen bedeuten. „Ich weiß ganz genau, dass er mit mehr als hundert Prozent zurückkehren wird - so wie er es immer hält“, äußerte etwa Taylor.

dpa

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