Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Biathlon-WM: Herren-Staffel verpasst Medaille knapp

«Haben die Blechmedaille» Biathlon-WM: Herren-Staffel verpasst Medaille knapp

Zur ersehnten Medaille hat es für die deutsche Männer-Staffel bei der Biathlon-Weltmeisterschaft nicht gereicht. 9,5 Sekunden fehlten auf Bronze. Dafür jubelten die österreichischen Gastgeber in Tirol. Weltmeister wird Russland vor Frankreich.

Voriger Artikel
Dahlmeier: „Dann kommt der Doktor und hebt mich wieder auf“
Nächster Artikel
Finale bei Biathlon-WM: Dahlmeier vor nächstem Rekord?

Für Schlussläufer Simon Schempp und das deutsche Team reichte es nur zu Platz vier.

Quelle: Martin Schutt

Hochfilzen. Die Österreicher feierten ihre Bronze-Helden im Hexenkessel von Hochfilzen auf dem Podium, während die deutschen Biathleten Erik Lesser, Benedikt Doll, Arnd Peiffer und Simon Schempp vor den Journalisten ihre Enttäuschung pber Platz vier erklärten.

„Bei den drei Weltcup-Staffeln standen wir auf Podest, und wenn man auf den Weltcup-Gesamtstand schaut, hatten wir seit langem kein so starkes Team. Da ist es sehr bitter, wenn man ohne Staffel-Medaille nach Hause fährt“, sagte Schlussläufer Schempp.

Während Russland sich im Kampf um Gold gegen Frankreich durchsetzte, schien nach einer nervenaufreibenden Rennen Schempp auf der Schlussrunde gegen den Österreicher Dominik Landertinger noch beste Chancen auf Bronze zu haben. Zwischenzeitlich hatten die deutsche Staffel schon mehr als 30 Sekunden zurückgelegen.

Doch am letzten Anstieg zog Lokalmatador Landertinger unter dem begeisterten Jubel der Fans davon, Schempp konnte nicht mehr folgen und verpasste die Bronzemedaille um 9,5 Sekunden. „Ich habe alles gegeben, was in mir drin war, aber es hat leider nicht gereicht“, sagte der Uhinger Schempp: „Jetzt haben wir die Blechmedaille.“

Hinter den von Ricco Gross betreuten Russen, bei denen Dopingsünder Alexander Loginow nicht eingesetzt wurden, und den Franzosen feierten die Österreicher ihre erste Medaille bei den Heimspielen vor 22 300 Zuschauern. „Simon ist einer der besten Schlussläufer, die ich kenne. Ich habe mir den Anstieg hundertmal angesehen, und es war klar, dass ich meine Attacke da mache. Eine Medaille ist unheimlich schön“, sagte Landertinger, der mit Simon Eder, Daniel Mesotitsch und Julian Eberhard überschwänglich gefeiert wurde.

Bei den Deutschen war die Enttäuschung hingegen groß. Dabei hatte Startläufer Erik Lesser nach der knapp verpassten Bronzemedaille im Einzel eine erneut starke Leistung gezeigt und als Erster an Doll mit einem Vorsprung von 5,4 Sekunden auf Frankreich übergeben.

Im Stehendanschlag kämpfte der Sprint-Weltmeister dann gegen die drohende Strafrunde. Eine Scheibe wollte nicht fallen. „Dann brauche ich drei Nachlader, um dieses dumme Ding umzuhauen. Ein bisschen liegt die Hauptschuld auch bei mir. Aber am Ende verliert man und gewinnt man zusammen. Wir müssen es abhaken und uns morgen auf den Massenstart konzentrieren“, sagte Doll. Der Rückstand schien mit über 30 Sekunden schon zu groß.

Der Schwarzwälder übergab nach insgesamt vier Nachladern als Siebter an Peiffer. Auch der Harzer, beim Auftaktgold mit der Mixed-Staffel am Schießstand noch überragend, kam nicht ohne drei Reserve-Patronen aus. Während sich Titelverteidiger Norwegen mit einer Strafrunde aus dem Medaillenkampf verabschiedete, führte Peiffer die Staffel als Vierter wieder heran.

Anton Schipulin für die Russen und Landertinger für die Österreicher machten sich gemeinsam auf den Weg zum vorletzten Schießen, Martin Fourcade für Frankreich und Schempp waren die Verfolger. Beim letzten Schießen fiel dann die Entscheidung, Schipulin und Fourcade kämpften um Gold, Landertinger und Schempp um Bronze, doch der Schwabe kam in der Loipe nicht mehr vorbei.

„Ich glaube nicht, dass die letzte Runde der ausschlaggebende Punkt war, sondern das erste Liegendschießen. Da hatte ich einen Nachlader und musste dann zu viel in der zweiten Runde aufholen“, sagte Schempp, der nun am Sonntag im Massenstart endlich seine erste WM-Einzelmedaille gewinnen will: „Hoffentlich gibt es ein versöhnliches Ende.“

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Konkurrenz mit Respekt
Konkurrentinnen, die sich respektieren: Laura Dahlmeier (l) und Gabriela Koukalova bei der Siegerehrung nach der Verfolgung in Hochfilzen.

Laura Dahlmeier und Gabriela Koukalova bestimmen derzeit die Biathlon-Szene: Mal gewinnt die eine, dann die andere. Bei der WM in Hochfilzen hat die Deutsche die Nase bisher vorn.

mehr
Mehr aus Biathlon
Die besten Wettquoten der Ostsee gibt es im Bundesliga-Quotenvergleich von SmartBets.