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Dahlmeier: „Bleibe auch ohne Medaille die Gleiche“

Oslo Dahlmeier: „Bleibe auch ohne Medaille die Gleiche“

Laura Dahlmeier gehört bei den Biathlon-Weltmeisterschaften in Olso zu den großen Hoffnungen im deutschen Damen-Team. Sie will Medaillen holen, setzt sich aber nicht unter enormen Druck.

Oslo. Laura Dahlmeier ist mit Verspätung zur Biathlon-WM nach Oslo gereist.

Die 22-Jährige, die wegen eines leichten Mageninfekts länger zu Hause geblieben war, absolvierte bei dichtem Nebel in Oslo am Mittwoch ohne Probleme ein intensives Intervalltraining, wie Bundestrainer Gerald Hönig sagte: „Sie macht einen sehr stabilen Eindruck, sie fühlt sich nicht müde oder schlapp.“

Sie sind erst zwei Tage später als das Team nach Oslo gereist. Wie geht es Ihnen?

Dahlmeier: Dummerweise habe ich mir am Sonntag noch eine kleinen Infekt eingefangen. Aber das ging Gott sei dank schnell vorbei. Und ich wäre sicherlich nicht nach Oslo geflogen, wenn ich mich nicht fit fühlen würde.

Nach Ihren vier Saisonsiegen zählen zu den heißen Medaillenanwärterinnen. Was sind Ihre WM-Ziele?

Dahlmeier:  Ich möchte bei den Rennen meine persönliche Bestleistung abrufe, in der Loipe und am Schießstand. Wenn mir das gelingt, kann ich sicher ein Wörtchen im Kampf um die Medaillen mitreden. Mein großer Traum wäre es, wenn ich mit einer Medaille nach Hause fahren könnte.

Ist eine Medaille bei Ihren Vorleistungen nicht schon Pflicht?

Dahlmeier:  Ich sehe das nicht so. Für mich ist es wichtig, meine Bestleistung abzurufen. Wenn es dann für eine Medaille reicht, wäre ich super happy und zufrieden. Und wenn nicht, geht die Welt auch nicht unter. Es ist nach wie vor nur Biathlon, auch wenn es mir total viel Spaß macht. Es ist zwar der Saisonhöhepunkt, auf den wir das ganze Jahr hinarbeiten. Aber wenn ich keine Medaille hole, bin ich noch genau der gleiche Mensch wie vorher auch.

Wie gehen Sie mit dem Erwartungsdruck um?

Dahlmeier:  Es ist nicht ganz leicht. Man merkt schon, dass die Erwartungshaltung von außen sehr hoch ist. Man rechnet fast schon mit einer Medaille. Klar haben wir sehr gute konstante Vorleistungen gebracht und ich weiß, dass ich als Medaillenkandidatin gehandelt werde. Doch ich fühle mich selber nicht unbedingt als große Favoritin. Ich versuche, nichts anders zu machen, bei mir zu bleiben, konsequent weiter zu trainieren, zwischendurch aber auch mal abzuschalten und nicht ununterbrochen über die WM nachzudenken.

Also würde Sie eine WM ohne Medaille nicht umhauen?

Dahlmeier:  Direkt umhauen würde es mich nicht. Es wäre schade, wenn es nicht funktioniert. Aber das Leben geht weiter, das wäre nichts Tragisches. Nächstes Jahr ist wieder eine WM, dann ist schon Olympia. Wir können ja jedes Jahr da vorne mitkämpfen.

ZUR PERSON: Laura Dahlmeier (22) ist mit vier Erfolgen die erfolgreichste deutsche Skijägerin in dieser Saison. Die dreimalige Junioren-Weltmeisterin hat bisher in ihrer jungen Karriere sechs Weltcupsiege geholt. Bei der vergangenen WM in Kontiolahti gewann sie Silber in der Verfolgung und Staffel-Gold.

dpa

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