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Vor Jubiläumskampf: Brähmer hat noch lange nicht fertig

Neubrandenburg Vor Jubiläumskampf: Brähmer hat noch lange nicht fertig

Jürgen Brähmers Blick ist selbstbewusst. Sekundenlang schaut er Eduard Gutknecht in die Augen. Er lächelt. Die Kameras klicken.

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Sie boxen heute Abend um den WM-Gürtel: Jürgen Brähmer (r.) und Eduard Gutknecht.

Quelle: Sebastian Heger

Neubrandenburg. Jürgen Brähmers Blick ist selbstbewusst. Sekundenlang schaut er Eduard Gutknecht in die Augen. Er lächelt. Die Kameras klicken. Für Weltmeister Brähmer ist das obligatorische Face to Face (von Angesicht zu Angesicht) am Tag vor dem Kampf längst Routine. Manchmal, sagt der Schweriner, könne man spüren, wie sich der Gegner fühlt. Welchen Eindruck Gutknecht mache? „Er wirkte schon ein bisschen aufgeregt.“ Und der Champion? „Er ist bereit, aber ich ziehe mein Ding durch“, sagt Gutknecht.

Die Atmosphäre beim gestrigen offiziellen Wiegen im Haus der Kultur in Neubrandenburg verlief in freundschaftlicher Atmosphäre. Dabei steckt im heutigen deutsch-deutschen Duell im ausverkauften Jahnsportforum (22.30 Uhr, Sat.1) jede Menge Brisanz. Der Gifhorner Gutknecht will eine alte Rechnung begleichen. Das erste Duell vor drei Jahren hatte er knapp verloren. „Die Punktwertungen kann ich bis heute nicht nachvollziehen“, echauffiert sich der Herausforderer.

Auch Brähmer hat an den Kampf mit dem früheren Sauerland-Stallgefährten, der jetzt beim Berliner Wiking-Boxteam unter Vertrag steht, nicht die besten Erinnerungen. „Eddy boxt nicht sauber. Von Kopf bis Ellenbogen, drücken, ziehen, festhalten — ich muss mit allem rechnen“, sagt Brähmer. Sein Rivale kontert prompt: „Früher beschrieb man mich als tollen Techniker und plötzlich soll ich ein dreckiger Boxer sein?“

Gutknecht kündigte an, dass er alles dafür tun werde, um zu siegen. „Ich habe größten Respekt vor Jürgen, trotzdem werde ich ihn schlagen.“

Derartige Kampfansagen nimmt der seit 2008 ungeschlagene Brähmer (49 Kämpfe, 47 Siege) mit einem müden Lächeln zur Kenntnis. „Das haben die anderen auch gesagt.“

Brähmer hat noch lange nicht fertig. „Es macht noch Spaß. Wenn ich mich zum Training quälen sollte, dann höre ich auf.“ Er habe die „goldene Mitte“ gefunden, meint der 37 Jahre alte Halbschwergewichts-Champion. Der Sport ist für den Vater zweier Kinder — Jasmin ist 4 Jahre, Joris 15 Monate alt — ein „guter Ausgleich“ zum Familienalltag. „Meine Frau sagt, dass ich keine Geduld habe.“ Er ziehe den Hut vor Kindergartenerzieherinnen. „Die sind alle unterbezahlt. Das ist harte Arbeit — nicht körperlich, aber nervlich.“

Nichtstun ist nicht sein Ding. „Ich hab Hummeln im Hintern und kann auch anstrengend sein“, bekennt Brähmer. Dann sei seine Frau froh, wenn er wieder zum Training nach Berlin muss.

Brähmer plaudert locker drauflos, nimmt sich und andere auf die Schippe. Der bekennende Fahrrad-Muffel erzählt, wie ihn Tatjana immer wieder gebeten habe, eine Radtour zu machen. Irgendwann gab der Champion nach. „Da bin ich dann aber so schnell mit ihr um den Schweriner See gefahren, dass sie nie wieder gefragt hat. Damit war die Sache dann erledigt“, erzählt er mit einem süffisanten Lächeln.

Heute Abend ist Schluss mit lustig. In seinem 50. Profikampf setzt Brähmer den 2013 in Neubrandenburg eroberten WBA-Titel zum sechsten Mal aufs Spiel. Etliche Promis werden beim Jubiläumskampf dabei sein. Tatort-Kommissar Andreas Hoppe und Schauspieler Sven Martinek haben ebenso zugesagt wie Brähmers einstige Weggefährten Dariusz Michalczewski, Juan Carlos Gomez, Sebastian Zbik und Trainer Michael Timm. „Ich freue mich riesig auf das Wiedersehen“, sagt Brähmer, dessen Gesichtszüge längst wieder entspannt sind.

Kontra-K singt für Brähmer

Der WM-Kampf von Titelverteidiger Jürgen Brähmer gegen Eduard Gutknecht wird in 42 Länder übertragen — zum Teil zeitversetzt. In Gifhorn, der Heimatstadt des Herausforderers, ist ein Public Viewing geplant, zu dem mehr als 1000 Fans erwartet werden.

Musikalische Glückwünsche überbringt Kontra-K. Der Rapper mit Ringerfahrung aus Berlin performt seinen Hit „Erfolg ist kein Glück“ als Walk-in für Jürgen Brähmer. Schauspieler Ben Becker remixte für den Einmarsch von Herausforderer Eduard Gutknecht einen Song der Rockgruppe „Muse“.

Von Stefan Ehlers

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