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Wie die Klitschkos: Lewandowskis kämpfen mit- statt gegeneinander

Wie die Klitschkos: Lewandowskis kämpfen mit- statt gegeneinander

Die Greifswalder Brüder bestreiten die Hauptkämpfe der Magdeburger Box-Nacht

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Sie wollen morgen Abend die Magdeburger Seebühne erobern: die Greifswalder Christian und Dennis Lewandowski, hier mit ihren Gegnern Tom Schwarz und Agit Kabayel (v. r.).

Quelle: Stefan Ehlers

Rostock Zwei, die ausziehen, um die Box-Welt zu erobern: Christian und Dennis Lewandowski. Die Schwergewichtler aus Greifswald bestreiten morgen Abend in Magdeburg ihre ersten Titelkämpfe. Christian (23) boxt gegen Agit Kabayel um die EU-Meisterschaft, sein ein Jahr jüngerer Bruder fordert Junioren-Weltmeister Tom Schwarz heraus.

Ihre Ansage, die neuen Klitschkos werden zu wollen, hat in der Boxszene für Aufsehen gesorgt. Ist das nicht zu kühn?

Christian Lewandowski: Die Klitschkos sind einmalig. Ob wir es schaffen, so erfolgreich zu werden wie sie, ist fraglich. Wir meinen damit das Auftreten in der Öffentlichkeit. Die Klitschkos kennt jeder. Die Brüder stehen zueinander und gehen durch dick und dünn. Das wollen wir auch. Alle sollen sehen: Das sind die Lewandowski-Brüder aus Greifswald, die halten zusammen. Der Erfolg kommt von ganz allein.

Das heißt, Sie werden auch nie gegeneinander antreten?

Dennis Lewandowski: Niemals! Für kein Geld der Welt. Das haben wir unseren Eltern versprochen.

Christian Lewandowski: Wenn es bei einem Turnier oder einer Meisterschaft dazu gekommen wäre, dass wir beide im Finale gestanden hätten, wären wir in den Ring gegangen, hätten uns gegenseitig die Handschuhe ausgezogen und fertig.

Und beim Sparring?

Christian Lewandowski: Das machen wir zusammen. Diesmal passte es optimal. Ich bin groß und habe lange Arme – genau wie Tom. Dennis hat die Größe von Agit. Wir hatten noch einen Sparringspartner aus Kroatien, der uns ganz schön gefordert hat, und Franz Rill, der vergangenes Jahr um die Europameisterschaft geboxt hat. Wir sind gut drauf und werden alles dafür geben, zwei Titel an die Küste zu holen.

Und im Falle einer Niederlage folgt die Rache des Bruders?

Christian Lewandowski: Genau. Sollte einer von uns in Magdeburg verlieren, wird der Bruder gegen den anderen boxen – sofern das Management mitspielt. Aber davon gehen wir nicht aus. Wir fahren nach Magdeburg, um zu gewinnen.

Wie stark ist Ihr Gegner?

Dennis Lewandowski: Tom ist erfahrener, aber ich werde ihm das Leben schwer machen. Ich habe zusammen mit meinem Trainer Martin Dachschütt jeden Kampf von ihm studiert. Wir haben Schwächen entdeckt, die wir ausnutzen wollen. Mehr verrate ich nicht.

Christian Lewandowski: Agit ist ein sehr guter Mann, aber ich denke, der Kampf wird nicht über die Runden gehen. Zwischen der sechsten und achten Runde wird er zu Ende sein – zu meinen Gunsten natürlich.

Haben Sie zu Amateurzeiten schon mal gegen Tom Schwarz geboxt?

Dennis Lewandowski: Ich habe 2007 oder 2008 mal gegen einen Schwarz geboxt, aber ob das Tom war, weiß ich nicht mehr.

Und gegen Vize-Europameister Florian Schulz, der wie Sie aus Greifswald stammt?

Christian Lewandowski: Dennis hat dreimal gegen Florian gekämpft und dreimal verloren. Ich wollte Rache und sollte bei den Landesmeisterschaften gegen ihn boxen. Aber Florian ist nicht angetreten.

Wie beurteilen Sie Ihren Bruder?

Christian Lewandowski: Dennis war nie das große Talent. Er musste sich vieles hart erarbeiten. Ich bin zum Boxtraining gegangen und unser Trainer Horst Femfert hat gleich erkannt, dass in mir Talent steckt. Es hieß immer: Christian wird mal ein großer Boxer, Dennis trainiert einfach mit.

Dennis Lewandowski: Mein Bruder ist ein Naturfreak. Wenn wir spazieren gehen und ein Vogel zwitschert, dann hält er gleich einen Vortrag. Sportlich ist er mein großes Vorbild. Er ist sehr stark und hat trainiert wie nie zuvor. Ich bin stolz auf ihn.

Sie treten als Ostseehammer und Boddenhammer an. Wie sind Sie auf die Kampfnamen gekommen?

Dennis Lewandowski: Ich wurde Ostseehammer genannt, weil ich klein und dick war, immer nach vorne gegangen bin und nie aufgegeben habe. Mein Bruder fand den Namen auch gut. Wir haben uns gestritten. Und dann habe ich einen Termin im Tattoostudio gemacht und mir den Namen auf den rechten Oberarm stechen lassen. Damit war das Thema durch.

Christian Lewandowski: Das war Pech für mich. Aber im Endeffekt ist das völlig egal. Greifswald liegt am Bodden, von daher passt das. Mein Manager hat mir zwar geraten, dass ich mir einen anderen Kampfnamen suchen soll, weil das niemand einordnen kann, aber mir ist das egal. Die Leute an der Küste kennen das.

TV: Sonnabend, 22.30 Uhr, MDR

Die Duelle der Ungeschlagenen

9 Kämpfe haben Christian und Dennis Lewandowski bislang bestritten – und sind wie ihre Gegner ungeschlagen. Christian (23) tritt im Duell um die EU-Meisterschaft gegen den gleichaltrigen Agit Kabayel an, der elf seiner 14 Kämpfe vorzeitig gewann. Sein Bruder Dennis steigt mit Junioren-Weltmeister Tom Schwarz (beide 22) in den Ring. Dessen Bilanz: 16 Siege, davon elf durch Knockout.

2500 Zuschauer können den Kampf live auf der Seebühne im Magdeburger Elbauenpark verfolgen. Mehr als 300 Boxfans werden die Lewandowski-Brüder unterstützen. Christian Lewandowski: „Es fahren Busse aus Greifswald, Karlshagen und Rostock. Auch aus Berlin reisen einige an. Ich will nicht zu viel versprechen, aber wir werden den Magdeburgern zeigen, was Stimmung heißt.“

Interviews von Stefan Ehlers

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