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EHC München auf bestem Weg zum ersten Titel

Wolfsburg EHC München auf bestem Weg zum ersten Titel

Was geht noch für die Grizzlys Wolfsburg im Finale um die deutsche Eishockey-Meisterschaft? Nach zwei Spielen führt der Favorit EHC München bereits 2:0 und hat am Dienstag wieder Heimrecht.

Wolfsburg. Schon nach zwei Spielen in der Playoff-Finalserie der Deutschen Eishockey Liga spricht nicht mehr viel für die Grizzlys Wolfsburg.

„Klar war das ein ganz wichtiger Sieg“, meinte Münchens Nationalstürmer Yannic Seidenberg nach dem hochklassigen 5:4 (1:2, 2:0, 2:2) seines EHC im zweiten Finale um die deutsche Meisterschaft. Zwar steht es nach Siegen „erst“ 2:0 - für den ersten Meistertitel des EHC sind noch zwei weitere notwendig - doch viel spricht nicht mehr für die Grizzlys. Aus verschiedenen Gründen:

SPECIAL TEAMS: Bei den sogenannten „special teams“, den Teamformationen in Über- und Unterzahl, hat München bislang einen klaren Vorteil. Dies bekamen die Grizzlys vor allem am Sonntag schmerzhaft zu spüren. In doppelter Überzahl schoss München im Schlussdrittel zwei Tore und zog vorentscheidend auf 5:2 davon. Wolfsburg hingegen gelang kein Treffer mit mindestens einem Mann mehr auf dem Eis, dabei hatten die Niedersachsen auch Phasen in doppelter Überzahl. „Wir müssen da einfach viel besser werden“, haderte Wolfsburgs Coach Pavel Gross.

PERSONAL: Am Sonntag verletzten sich Sebastian Furchner und Robert Bina früh im Spiel. Verteidiger Björn Krupp kann im Finale zudem ohnehin nur zuschauen. Zwar hätten die Grizzlys in Daniel Widing noch einen weiteren Spieler in der Hinterhand. Doch der Schwede durfte als überzähliger Auslands-Kontingentspieler nicht spielen. Der personelle Aderlass setzte Wolfsburg, das mit viel Laufbereitschaft und Einsatz spielt, am Sonntag immer mehr zu. „Wir müssen gucken, dass wir am Dienstag wieder möglichst viele aufs Eis bekommen“, meinte Gross, der bei Furchner und Bina „Hoffnung“ hat. Dies sollte aber nicht überbewertet werden. Wer in einem DEL-Finale passt, der muss ernsthaft verletzt sein.

TORHÜTER: Nationaltorhüter Felix Brückmann sah am Sonntag beim ersten und dritten Gegentor nicht gut aus. Dies ist ungewöhnlich für den 25-Jährigen, der ansonsten eine ganz starke Saison spielt. Ein negativer Ausreißer ausgerechnet in den Finalspielen wäre bitter. Es gilt als Binsenweisheit im Eishockey, dass man für Titel einen herausragenden Torhüter braucht.

SCHELTE: Die Grizzlys hadern bereits mit dem Schiedsrichter. Am Sonntag fühlte sich Wolfsburg benachteiligt, da die Referees Daniel Piechaczek und Gordon Schukies beim Stand von 2:3 kurz vor dem Ende des zweiten Drittels ein Tor nicht anerkannten, da Vincenz Mayer den Puck vor dem Tor angeblich noch mit dem Schlittschuh ins Netz geschossen haben soll. „Das muss ich mir nochmal erklären lassen. Mayer war ganz klar zwischen dem Verteidiger und dem Goalie und ich habe auch keine aktive Schlittschuhbewegung zum Puck gesehen“, schimpfte Gross nicht ganz zu Unrecht.

Auf den Fernsehbildern war kein Regelverstoß zu erkennen. Umso erstaunlicher, dass die Schiedsrichter den Videobeweis bemühten und dennoch den Treffer nicht anerkannten. „Das ist schwierig nachzuvollziehen“, schimpfte auch Grizzly-Manager Charly Fliegauf: „Das wäre das 3:3 und ganz wichtig für das Momentum gewesen.“ In der Serie liegt dieses nun eindeutig beim Favoriten.

dpa

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