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Hoffen auf ein Eishockey-Wunder gegen Russland

Moskau Hoffen auf ein Eishockey-Wunder gegen Russland

Als klarer Außenseiter geht das deutsche Eishockey-Team in das Viertelfinale gegen WM-Gastgeber Russland. Ein Sieg wäre eine Sensation. Und dennoch gibt es bisschen Hoffnung.

Moskau. Im WM-Viertelfinale spielt die deutsche Eishockey-Auswahl nicht nur gegen Superstar Alexander Owetschkin, sondern gegen eine ganze Nation. Rund 12 000 Zuschauer im Moskauer Eispalast und Millionen an den Fernsehschirmen in ganz Russland wird die Nationalmannschaft gegen sich haben.

„Aber genau für solche Momente spielen wir schließlich Eishockey“, sagte Star-Verteidiger Christian Ehrhoff. Mit Vorfreude statt Furcht treten die Deutschen an diesem Donnerstag (19.15 Uhr) an. Um erstmals seit der Heim-WM 2010 unter die besten Vier zu kommen, muss jedoch ein Wunder her.

Die Sbornaja ist 27-maliger Titelträger, Rekordchampion, Topfavorit und der Stolz eines Landes. Die Puckjäger haben einen ähnlichen Stellenwert wie die Fußball-Weltmeister um Bastian Schweinsteiger in Deutschland. In Owetschkin hat Russland einen Stürmer in seinen Reihen, der derzeit neben dem Kanadier Sidney Crosby als bester Spieler weltweit gilt. „Eine größere Herausforderung kann es eigentlich nicht geben“, sagte Kapitän Marcel Goc.

Am Mittwochmorgen um 09.35 Uhr machte sich der Tross des Deutschen Eishockey-Bundes mit dem Zug von St. Petersburg auf den Weg nach Moskau. Motiviert, ihr Abschneiden in Russland noch zu veredeln, traten Bundestrainer Marco Sturm und seine Mannschaft die rund vierstündige Reise an. Im neunten deutschen Viertelfinale seit 1992 wäre es erst der zweite Sieg.

Unabhängig vom Ausgang des Viertelfinals kann das Turnier schon jetzt als Fortschritt nach ernüchternden Jahren gewertet werden. Gegen die Slowakei, Weißrussland, Ungarn und überraschend auch gegen die USA haben Sturms „Jungs“ gewonnen. Gegen Titelverteidiger Kanada bis Ende des zweiten Drittels mitgehalten. Mit 13 Punkten und vier Siegen waren sie in der Vorrunde so erfolgreich wie seit 1993 nicht mehr.

Vor der K.o.-Runde wird das Team jedoch von Verletzungen geplagt. Auch der frühere Russland-Legionär Felix Schütz wird die Partie verpassen. Im letzten Vorrundenspiel verletzte sich der Stürmer am Knie. NHL-Angreifer Tobias Rieder fällt ebenso aus wie Sturm-Kollege Gerrit Fauser und Verteidiger Torsten Ankert.

„Die Mannschaft spielt auf einem so guten Niveau, dass sie sicher bereit sein wird“, behauptete DEB-Präsident Franz Reindl. Russland allerdings hinderte die Auswahl selbst 2010 bei der WM in Deutschland daran, eine noch größere Erfolgsgeschichte zu schreiben. Damals liebäugelte die Mannschaft unter dem ehemaligen Bundestrainer Uwe Krupp mit der ersten WM-Medaille seit Silber 1953. Mit einem knappen 2:1 beendeten die Russen im Halbfinale diesen Traum.

Insgesamt liest sich die WM-Bilanz verheerend: Einem Sieg stehen 35 Niederlagen gegenüber. Nur 2011 in der Vorrunde in Bratislava gewann Deutschland 2:0. „Über die Qualität der russischen Mannschaft muss man keine Worte verlieren“, sagte Abwehr-Ass Ehrhoff.

Für die Sbornaja zählt nur der Titel. Gegen eine „ganze Nation“, müsse das Team deshalb bestehen, sagte Nürnbergs Patrick Reimer. Das demütigende 1:6 im WM-Endspiel 2015 gegen Erzrivale Kanada und das Viertelfinal-Aus bei den Olympischen Spielen in Sotschi sind noch nicht vergessen. „Sie können vielleicht mit dem Druck im eigenen Land nicht so umgehen“, hoffte Reindl, zählte sie aber in jedem Fall vor Turnierbeginn zu den Favoriten.

Die Deutschen haben dagegen nicht bei jedem der russischen Profis einen Eindruck hinterlassen. Als NHL-Torjäger Artemi Panarin gefragt wurde, was er über den kommenden Kontrahenten wisse, schaute er ganz verzweifelt - und sagte schließlich: „Nichts.“ Der 24-Jährige baut auf die Kenntnisse seines Trainers. Oleg Snarok spielte einst in der zweiten deutschen Liga und hat einen deutschen Pass.

dpa

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Petersburg

Mit einer großen Portion Zuversicht geht das deutsche Eishockey-Team die WM-Partie gegen die USA und den Endspurt im Kampf um die Viertelfinal-Tickets an. „Wir sind noch nicht fertig“, kündigte Marco Sturm an. Der Coach muss allerdings auf zwei Stürmer verzichten.

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