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Schiedsrichter-Ärger in Wolfsburg vor drittem DEL-Finale

Wolfsburg Schiedsrichter-Ärger in Wolfsburg vor drittem DEL-Finale

Die Grizzlys Wolfsburg gehen mit Wut im Bauch in das dritte Finale um die deutsche Eishockey-Meisterschaft am Dienstag beim EHC München. Im zweiten Spiel fühlten sich die Niedersachsen von den Schiedsrichtern benachteiligt. Es könnte schon eine Vorentscheidung fallen.

Wolfsburg. Wolfsburgs Trainer Pavel Gross musste sich nach der wohl schon wegweisenden Niederlage gegen den EHC München um die deutsche Eishockey-Meisterschaft merklich auf die Zunge beißen.

Vor dem dritten Playoff-Finale am Dienstag in München fühlen sich die Grizzlys Wolfsburg von den Schiedsrichtern benachteiligt. „Das muss ich mir noch mal erklären lassen“, schimpfte Gross nach dem 4:5 am Sonntag in Richtung des Schiedsrichtergespanns, das Wolfsburg einen strittigen Treffer nicht anerkannt hatte.

„Das ist schwierig nachzuvollziehen“, meinte auch Grizzly-Manager Charly Fliegauf. Beim Stand von 2:3 hatten die Schiedsrichter beim vermeintlichen Ausgleich kurz vor Ende des zweiten Drittels den Videobeweis bemüht und gegen Wolfsburg entschieden, da Vincenz Mayer die Scheibe angeblich mit dem Schlittschuh ins Tor bugsiert haben soll. Gross regte die Entscheidung dermaßen auf, dass er nach Spielschluss gar noch eine Spieldauer-Disziplinarstrafe wegen Schiedsrichter-Beleidigung erhielt. Ihm droht nun sogar eine Sperre.

„Das wäre ganz wichtig für das Momentum gewesen“, sagte Fliegauf nach dem Spiel noch. „Und ich habe auch keine aktive Schlittschuhbewegung zum Puck gesehen“, meinte Gross weiter und schob noch in Richtung Schiedsrichter hinterher: „Viel können die einem auch gar nicht erklären. Die Entscheidung fällt ja ein fünfter Schiedsrichter, der irgendwo anders sitzt.“

Dass Gross und Fliegauf nach dem zweiten Finale bereits auf die Schiedsrichter losgingen, lässt tief blicken. Nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel müssen die Niedersachsen nun mindestens zwei Erfolge beim Vorrundensieger einfahren, um nicht wie schon 2011 bei der ersten Finalteilnahme zu unterliegen. Zum Meistertitel sind in der Best-Of-Seven-Serie vier Siege notwendig. „Es steht erst 2:0 für München, beide Spiele waren auf Augenhöhe. Warum sollen wir also nicht da gewinnen?“, fragte Fliegauf fast schon ein wenig trotzig.

Schon früh in der Serie spricht allerdings nicht mehr viel für Wolfsburg. Zu abgezockt zeigte sich Favorit München bislang in den entscheidenden Szenen. Zudem sind die Niedersachsen personell angeschlagen, was angesichts des kräfteraubenden Spiels der Grizzlys problematisch werden dürfte. Am Sonntag mussten Torjäger Sebastian Furchner und Verteidiger Robert Bina frühzeitig verletzt runter.„Wir müssen gucken, dass wir möglichst viele am Dienstag aufs Eis bekommen“, meinte Gross.

Schon in München könnte die Vorentscheidung zugunsten des EHC fallen. „Klar war das ein ganz wichtiger Sieg“, meinte Nationalstürmer Yannic Seidenberg nach dem Auswärtserfolg. Dies war allerdings schon die offensivste Aussage eines Münchners. Naturgemäß hält man sich aus Respekt und Anstand im Eishockey zurück, ehe eine Entscheidung nicht wirklich zum Greifen nahe ist. „Es ändert gar nichts. Wir brauchen noch zwei Siege“, befand etwa der frühere Nationalmannschaftskapitän Michael Wolf.

dpa

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