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Ancelotti testet Alternativen - Lewandowskis Tore beruhigen

Jena Ancelotti testet Alternativen - Lewandowskis Tore beruhigen

Der FC Bayern München hatte in Jena keine Probleme. Neu-Trainer Carlo Ancelotti sammelte wichtige Erkenntnisse. Hinten hat er viele Möglichkeiten, vorne ist das Personal begrenzt.

Jena. Der FC Bayern München hatte in Jena keine Probleme. Neu-Trainer Carlo Ancelotti sammelte wichtige Erkenntnisse. Hinten hat er viele Möglichkeiten, vorne ist das Personal begrenzt. Doch es gibt ja einen Robert Lewandowski.

Ancelotti saß entspannt im überfüllten Presseraum des FC Carl Zeiss Jena und beantwortete die Fragen mit einem Lächeln. Seine Rückkehr nach Thüringen war dank Hattrick-Schütze Robert Lewandowski so verlaufen, wie er sich das vorgestellt hatte und damit war auch seine persönliche Rechnung mit dem Traditionsclub beglichen. So dominant wie einst die Jenaer beim 4:0-Europapokalerfolg über Ancelottis AS Rom war diesmal sein FC Bayern München. Das 5:0 (3:0) war am Freitagabend beim DFB-Pokalauftakt Ausdruck einer konzentrierten Leistung vor allem in der ersten Halbzeit.

Respekt vor dem Gegner hatte Ancelotti verordnet und es mit seiner Startformation unterstrichen. Trotz der bereits vielen angeschlagenen und verletzten Spieler schickte er bis auf Mats Hummels das Beste auf den Rasen im Ernst-Abbé-Sportfeld, was er zu bieten hat. „Ich wollte Mats nach dem Dortmund-Spiel eine Pause geben. Javier Martinez und er sollen in den Rhythmus kommen und deshalb beide jeweils 45 Minuten spielen“, begründete der Italiener seinen anfänglichen Verzicht auf den deutschen Nationalspieler. Der sah das gelassen. „Ich bin noch nicht bei 100 Prozent, da fehlt noch einiges“, bemerkte Hummels.

Martinez bildete mit David Alaba zunächst die Innenverteidigung - und gestattete Jena nahezu keine Möglichkeit. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir in der ersten Halbzeit mutiger angegriffen hätten“, sagte Jenas Trainer Mark Zimmermann. Angesichts des schnellen 1:0 der Bayern durch Lewandowski schon nach drei Minuten war das Selbstbewusstsein schnell dahin. Die weiteren Tore durch Lewandowski (34., 43.), Arturo Vidal (72.) und Hummels (77.) waren Ausdruck der Münchner Dominanz.

Für Ancelotti war das einseitige Spiel aufschlussreich. Die wohl wichtigste Erkenntnis: In der Abwehr hat er unglaublich viele Alternativen. „Besonders Martinez überrascht mich. Er war im Supercup schon bester Mann auf dem Platz und hat das heute wieder unterstrichen“, lobte der Bayern-Trainer.

Martinez, Hummels, in absehbarer Zeit auch wieder Jérôme Boateng und dazu sicher irgendwann auch Holger Badstuber sind feste Größen für die Innenverteidigung. Joshua Kimmich und Rafinha wechselten sich rechts hinten als potenzielle Alternativen für den gesetzten Philipp Lahm ab, links wäre Juan Bernat ein Vertreter für David Alaba, sollte der Österreicher wieder einmal an anderer Stelle benötigt werden.

In der Offensive ist die Lage durch die Verletzungen von Arjen Robben, Douglas Costa und Kingsley Coman etwas angespannter. Auch die neue Rüpel-Diskussion um Franck Ribéry, der nach seinem Check im Supercup gegen Dortmund wieder einen Gegner unwirsch attackierte, dürfte Ancelotti nicht gefallen.

Lewandowski aber zeigte mit seinem ersten Pokalhattrick für die Bayern, dass er nach 30 Bundesliga-Treffern in der Vorsaison gleich zum Saisonstart wieder da ist. Drei Tore in einem Cup-Spiel waren ihm zuletzt im Finale 2012 gelungen - damals aber noch im Trikot von Borussia Dortmund und gegen den FC Bayern.

dpa

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