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Benvenuto Carlo: Ancelotti legt los

München Benvenuto Carlo: Ancelotti legt los

Der neue Chef ist in der Stadt. Am Montag wird Carlo Ancelotti erst offiziell in der Münchner Fußball-Arena vorgestellt, danach legt er auf dem Trainingsplatz los. Boateng fällt erstmal verletzt aus. Götzes Zukunft ist offen. Der Sportvorstand steht vor dem Abschied.

München. Carlo Ancelotti legt los, aber ohne Matthias Sammer. Der gesundheitlich weitgehend wiederhergestellte Sportvorstand steht nach übereinstimmenden Medienberichten vor seinem Abschied vom FC Bayern.

Die offizielle Präsentation des neuen Cheftrainer am Montag findet jedenfalls ohne den 48 Jahre alten Sammer statt. Und beim Start des 57-jährigen Ancelotti wird es noch einen weiteren Unterschied zum Arbeitsbeginn von Vorgänger Pep Guardiola beim deutschen Fußball-Rekordmeister vor drei Jahren geben.

Ancelotti wird in der Allianz Arena, in der er den FC Bayern in den kommenden drei Jahren zu großen Siegen und weiteren Titeln führen soll, nicht den Versuch wagen, wie der Spanier Guardiola 2013 alle Fragen auf Deutsch zu beantworten. Der Verein hat einen Dolmetscher engagiert, damit der hochdekorierte italienische Coach es einfacher hat, beim gemeinsamen Auftritt mit Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge seine sportlichen Ziele und Visionen klar und für jeden verständlich benennen zu können.

Fragen dürfte es dann auch zu Sammer geben, der die Bayern nach vier erfolgreichen Jahren verlassen wird. Nach Informationen von „Sport1“ soll bereits eine Auflösungsvereinbarung für den eigentlich noch bis 2018 laufenden Vertrag unterzeichnet worden sein. Sammer hatte in der der Endphase der vergangenen Saison eine „winzige Durchblutungsstörung des Gehirns“ erlitten, die aber komplett und folgenlos ausheilen sollte, wie der FC Bayern damals mitteilte.

Der Sportvorstand war seitdem beim FC Bayern nur noch Anfang Mai bei der internen Meisterfeier zu sehen gewesen. Der Verein wollte ihm alle Zeit geben, um gesund und fit zurückzukehren. Ob allein die Gesundheit zur neuen Entwicklung geführt hat, ist unklar. Der Europameister von 1996 und ehemalige DFB-Sportdirektor war nach der titellosen Saison 2011/12 nach München gekommen. Schon im Jahr darauf gelang gemeinsam mit Trainer Jupp Heynckes das historische Triple.

Die Hoffnungen und Erwartungen an Ancelotti sind ebenfalls hoch in München. Besonders weil er als Trainer gleich dreimal die Champions League gewinnen konnte; 2003 und 2007 mit dem AC Mailand sowie 2014 mit Real Madrid. Als die Bayern kurz vor Weihnachten 2015 die Verpflichtung bekanntgaben, äußerte Ancelotti: „Ich bin sehr geehrt, dass ich Trainer des großen FC Bayern sein werde.“ Es ist soweit.

Das Vereinsgelände hat Ancelotti mit seinem Co-Trainer Paul Clement (44) bereits inspiziert. 51 Tage nach dem DFB-Pokalsieg gegen Borussia Dortmund werden die Münchner Profis angeführt von Kapitän Philipp Lahm am Montagnachmittag (16.30 Uhr) erstmals auf dem Trainingsplatz nach den Kommandos ihres neuen Chefs arbeiten. Arjen Robben und Holger Badstuber haben nach langwierigen Verletzungen in der vergangenen Woche schon individuell das Training aufgenommen.

Beim Aufgalopp werden unter anderem die elf EM-Teilnehmer des FC Bayern inklusive der Neuzugänge Mats Hummels und Renato Sanches noch fehlen. Auf Weltmeister Jérôme Boateng muss Ancelotti noch länger verzichten. Der 27-Jährige hat sich im verlorenen EM-Halbfinale der deutschen Mannschaft gegen Frankreich einen Muskelbündelriss im rechten Oberschenkel zugezogen. Auch wenn der Verein den Ligastart am 26. August gegen Werder Bremen für Boateng nicht gefährdet sieht, wird Ancelotti erstmal nicht mit dem Abwehrchef planen können.

Beim Personal könnte sich ohnehin noch etwas tun. Der zuletzt an Schalke 04 und zuvor an den FC Augsburg ausgeliehene Däne Pierre-Emile Højbjerg steht vor einem Wechsel nach England zum FC Southampton, wie der „Kicker“ am Sonntag meldete. Die Ablösesumme für den 20-Jährigen soll immerhin 15 Millionen Euro betragen.

Auch Weltmeister Mario Götze und Innenverteidiger Medhi Benatia sind weiter Tranferkandidaten. Götzes vor der EM abgegebenes Bekenntnis zu einem vierten Bayern-Jahr hatte wohl auch den Sinn, dem 24-Jährigen ständigen Zukunftsfragen während des Turniers zu ersparen. Für die ganz großen Clubs konnte sich Götze in Frankreich nicht empfehlen. Tottenham Hotspur wird aktuell als neuer Arbeitgeber gehandelt.

dpa

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