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Bierhoff glaubt an Schweinsteigers EM-Chance

Berlin Bierhoff glaubt an Schweinsteigers EM-Chance

Bei der Pressekonferenz am Tag vor dem Spiel gegen England war der Fall Schweinsteiger kein Thema mehr. Für den erneut verletzten Kapitän hat der Wettlauf mit der Zeit schon begonnen. Manager Bierhoff hält Schweinsteigers Intelligenz für sehr wichtig.

Berlin. Der Manager setzt auf die Intelligenz von Bastian Schweinsteiger, die Kollegen kennen die Hartnäckigkeit des Kapitäns.

„Es ist noch ein bisschen Zeit und sicher noch was möglich“, sagte Nationalspieler Thomas Müller. Schweinsteiger muss nach seiner neuen Verletzung am rechten Knie um seinen letzten großen Höhepunkt im Adler-Trikot bangen. Die Ungewissheit, ob der 31 Jahre alte Kapitän noch einmal den Kraftakt schafft und rechtzeitig zur Europameisterschaft ins Weltmeisterteam zurückkommt, zwingt den Bundestrainer zum Umplanen - auch in Richtung Frankreich.

„Er kann das noch schaffen, auch mit 31, wenn ein großer Wille und eine große Entschlossenheit da sind. Das hat auch Sami Khedira mit einem Kreuzbandriss gezeigt“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff vor dem ersten Länderspiel des Jahres am Samstag (20.45 Uhr) gegen England mit Hinweis auf die ähnliche Situation vor der WM 2014.

Auch da hatten sich Schweinsteiger und Khedira noch im letzten Moment fit gemeldet. „Er hat den Vorteil, dass er ein sehr intelligenter und erfahrener Spieler ist. Auf einer Position, auf der man viel laufen muss, als erfahrener Spieler aber auch ein paar Abkürzungen kennt“, bemerkte Bierhoff zum 114-maligen Nationalspieler Schweinsteiger. „Ich traue ihm das zu. Aber es ist natürlich nicht optimal, wenn man dann ohne Spielpraxis ins Turnier geht.“ Nach einem Innenbandteilriss im Knie muss der Kapitän auf eine optimale Rehabilitation setzen.

„Das ist natürlich bitter. Da muss er jetzt mal ein paar Tage durchschnaufen und dann mit voller Disziplin und Tempo die Sache angehen“, erklärte Bierhoff. Der Fall Schweinsteiger erinnert an 2010. Damals musste Kapitän Michael Ballack kurz vor der WM-Endrunde in Südafrika wegen einer schweren Sprunggelenkverletzung passen. Für den Ex-Capitano war es der Anfang vom Ende seiner DFB-Karriere. „Ich weiß, dass Joachim Löw alles versuchen wird, ihn mitzunehmen“, sagte Ballack der „Welt“ nun zum Fall Schweinsteiger: „Wer ihn zu früh abschreibt, macht einen Fehler. Er hat schon viele Verletzungen, viele Rückschläge erlitten.“

Natürlich muss der Bundestrainer schon jetzt den Plan B im Kopf haben, falls Schweinsteiger dieses Mal den Kampf gegen die Zeit nicht gewinnt. Im Testspiel gegen England wird wohl die erste Lösung, Sami Khedira und Toni Kroos, in der Mittelfeld-Zentrale beginnen. Ilkay Gündogan musste wegen einer Fußblessur für den Klassiker-Doppelpack absagen. Vom Dortmunder hält Löw viel.

Der Leverkusener Christoph Kramer sucht derzeit seine Topform. Sebastian Rudy, Emre Can und Jonas Hector ordnet Löw eher der Abwehr zu. „Viel ändert sich nicht. Ob ich fünf Meter weiter vorne oder hinten spiele, ist nicht entscheidend“, erklärte Real-Madrid-Star Kroos zu seiner Rolle ohne Schweinsteiger.

Ein Comeback von Ex-Kapitän Philipp Lahm haben der Münchner selbst und auch Löw ausgeschlossen. „Ich weiß, das Philipp Lahm nicht zu einer Rückkehr zu bewegen ist“, erklärte der DFB-Coach. Juventus-Profi Khedira soll jetzt eine Chefrolle besetzen. „Ich bin froh, dass er einen guten Rhythmus hat“, sagte Löw.

Eine Alternative für Löws Mittelfeld-Schaltzentrale wäre der Münchner Joshua Kimmich, den Löw vorrangig als einen Spieler „für die zentrale Position 6 oder 8“ einordnete. Zuletzt war das 21 Jahre alte Bayern-Talent mit guten Leistungen als Abwehrmann aufgefallen. „Es wird spannend werden, die jungen Spieler drängen nach vorne“, sagte Löw. Für die England-Partie und das Spiel gegen Italien muss der Weltmeistercoach aber zumindest kurzfristig andere Lösungen finden.

dpa

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