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Confed-Cup-Auslosung: Löws schwierige Russland-Premiere

Treffen mit Mutko Confed-Cup-Auslosung: Löws schwierige Russland-Premiere

Eine Schneesturm-Warnung und verstimmte Gastgeber: Die Vorzeichen für die Auslosung für den Confederations Cup in Kasan sind für Joachim Löw nicht ideal. Der Bundestrainer will in Russland aber erste wichtige Erkenntnisse für die WM-Titelverteidigung 2018 sammeln.

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Der Confederations Cup wird 2017 in Russland ausgespielt.

Quelle: Christian Charisius

Kasan. Vor dem möglichen Top-Los Cristiano Ronaldo geht es für Joachim Löw erst einmal um die große Fußball-Politik. Im bitterkalten Kasan erwartet den Bundestrainer neben einer Schneesturm-Warnung ein pikantes Aufeinandertreffen mit Witali Mutko.

Russlands international umstrittener Topfunktionär und Vertrauter von Präsident Wladimir Putin will Löw wegen der deutschen Personalpläne für den Confederations Cup möglichst schnell zur Rede stellen. „Ich werde Joachim Löw treffen, ich werde ihn ein wenig ausquetschen, mit welch mittelmäßiger Mannschaft er kommen will“, sagte der Cheforganisator der WM-Generalprobe der Deutschen Presse-Agentur und dokumentierte seine Stimmung mit einem scherzhaft gemeinten Würgegriff.

Der Bundestrainer wird bei seiner ersten WM-Inspektionsreise sicher unbeschadet aus der Konversation mit Russlands stellvertretendem Regierungschef hervorgehen. Aber, so launig Mutko sich auch gab: Vor der Auslosung der Vorrundengruppen am Samstag, bei der den deutschen Weltmeistern Portugal mit Superstar Ronaldo oder Chile mit Bayern-Anführer Arturo Vidal als schwerster Gegner droht, hat Löw bei den Gastgebern Verdruss ausgelöst. Die Ankündigung, ein Fußball-Perspektivteam zum WM-Testlauf vom 17. Juni bis 2. Juli nach Russland zu schicken, kommt schlecht an.

„Wollen die deutschen Fans eine B-Auswahl sehen?“, fragte Mutko in seiner weiter spaßig klingenden Verbal-Mixtur und entschwand nicht ohne Komplimente für den Weltmeister aus dem Foyer des Pressezentrums neben der riesigen Auslosungshalle in der Tennisakademie von Kasan. „Wann immer Deutschland spielt, spricht der Ruf für sich selbst, und es ist eine der besten Mannschaften in der Welt.“

Von der diplomatischen Redekunst Mutkos wird sich Löw nicht von seiner Strategie abbringen lassen. Das Projekt „historische WM-Titelverteidigung 2018“ beginnt für den 56-Jährigen mit der Auslosung in Kasan. Der bereits erfolgreich gestartete personelle Erneuerungskurs ist dabei genau kalkulierte Taktik. „Klar ist, dass wir beim Confederations Cup nicht alle dabei haben werden. Wir wollen jungen Spielern immer wieder auch eine Chance geben, sich bei uns zu zeigen“, erläuterte Löw nochmals seine Linie. Hochbelastete Topstars wie Mesut Özil, Toni Kroos oder Sami Khedira, sowie einige Profis des FC Bayern sollen einen komplett turnierfreien Sommer genießen.

Der Bundestrainer braucht noch Russland-Erfahrung. „Ich lasse mich ein bisschen inspirieren und überraschen. Ich habe ja noch nichts gesehen, keine Quartiere, keine Trainingsmöglichkeiten. Deshalb ist es mal wichtig, sich umzuschauen auch schon Richtung WM“, sagte Löw. Gemeinsam mit Teammanager Oliver Bierhoff führt Löw die kleine DFB-Delegation in Kasan an. Ein angekündigter Schneesturm in der 1000 Jahre alten Tatarenstadt an der Wolga verhieß keine optimalen Bedingungen für die Inspektionsreise im WM-Gastgeberland.

In einer 90-Minuten-Show wird Löw immerhin erfahren, gegen wen es für die DFB-Elf bei der dritten Confed-Cup-Teilnahme nach 1999 und 2005 in der Vorrunde gehen wird. Das Setzsystem der FIFA ermöglicht erstmals seit 2001, dass der amtierende Weltmeister schon in der Gruppenphase auf den Gastgeber treffen kann. Deutschland wird von Stabhochsprung-Olympiasiegerin Jelena Issinbajewa entweder zu Russland in die Gruppe A gelost oder trifft in der Gruppe B auf Portugal oder Chile.

Zudem bekommt es die Löw-Auswahl mit zwei Teams aus dem zweiten Lostopf zu tun, in den von der FIFA Mexiko, Australien, Neuseeland und der noch zu ermittelnde Afrikameister einsortiert wurden. In welche der vier Spielorte, St. Petersburg, Moskau, Sotschi oder Kasan es dann für Löw und Co. geht, steht auch am Samstagnachmittag fest.

Russlands Unmut über deutsche Personalexperimente ist auch darin begründet, dass andere Topteams wie Vierfachchampion Brasilien, Doppelsieger Frankreich oder Argentinien mit dem in Russland verehrten Lionel Messi erst gar nicht qualifiziert sind. Deutschland ist der einzige Teilnehmer, der jemals Weltmeister war. Beim Confederations Cup 2013 in Brasilien waren neben dem Gastgeber noch die drei ehemaligen WM-Sieger Spanien, Italien und Uruguay mit ihren internationalen Topstars dabei.

dpa

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