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DFB-Bundestag: Klinsmann-Ehrung und Erneuerungswille

WM-Skandal weiter gegenwärtig DFB-Bundestag: Klinsmann-Ehrung und Erneuerungswille

Der DFB feiert sich zum Auftakt des 42. Ordentlichen Bundestages. So ist es Tradition. Doch bei der Gala im Theater von Erfurt klingen auch nachdenkliche Töne mit. Der WM-Skandal ist weiter gegenwärtig. Daran kann auch eine Ehrung für Jürgen Klinsmann nichts ändern.

Erfurt. Ehrenspielführerwürde für Jürgen Klinsmann, Verdienstspangen für die Olympia-Trainer Horst Hrubesch und Silvia Neid. Der Deutsche Fußball-Bund hat beim Festakt zur Eröffnung des 42. Ordentlichen Bundestages die Helden der Vergangenheit geehrt.

Die Wirren und Querelen des WM-Skandals konnten im Theater von Erfurt am Abend vor der erwarteten Wiederwahl von Präsident Reinhard Grindel aber nicht ausgeblendet werden. „Die vollständige Aufarbeitung steht noch aus, all das hat einen Schatten auf den Fußball geworfen“, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière bei seiner Ansprache.

Sein CDU-Parteifreund Grindel hatte zuvor schon in Richtung des anwesenden FIFA-Chefs Gianni Infantino den gemeinsamen Willen zur Erneuerung in den skandalgebeutelten Verbänden beteuert. „Wir unterstützen deine neuen Wege. Wir unterstützen dein Programm FIFA 2.0. Zu Integrität und Good Governance gibt es keine Alternative, weil die Menschen nur dann daran glauben können, dass es mit rechten Dingen zugeht“, sagte Grindel.

Der DFB-Bundestag in der thüringischen Landeshauptstadt ist die erste ordentliche Hauptversammlung des Verbandes nach der Aufdeckung des Skandals um Mauscheleien und dubiose Millionenüberweisung durch das Organisationskomitee der WM 2006 seit Herbst 2015.

Traditionell wurde bei dem Festakt am Vorabend der Plenarsitzung vornehmlich geehrt und gefeiert. Passend zum Motto „Erneuerung“ dabei im Mittelpunkt: Jürgen Klinsmann. Der Kapitän der EM-Siegermannschaft von 1996, der als Bundestrainer den DFB zwischen 2004 und 2006 sportlich runderneuert hatte.

„Sie sind ein großartiger Sportler, ein echter Sympathieträger und ein wunderbares Vorbild weit über den Fußball hinaus“, sagte Angela Merkel in ihrer Laudatio. Die Bundeskanzlerin erinnerte besonders an die WM-Zeit 2006. „Auf ihnen ruhten die Lasten schwerer Hoffnung, das DFB-Team fit zu machen, für die WM im eigenem Land. Die Erwartungen haben Sie nicht enttäuscht“, sagte Merkel.

Bislang gab es vier Ehrenspielführer. Fritz Walter, Uwe Seeler, Franz Beckenbauer und Lothar Matthäus wurde diese Ehre zuteil. „In diese Reihe sich einzugliedern, ist ein besonderer Moment“, sagte Klinsmann und dankte seiner Laudatorin: „Das ist ein unglaublicher, unvergesslicher Moment. Ich würde sie am liebsten mitnehmen und sie wird neue US-Präsidentin. Diese Hürde würde sie ganz locker überspringen.“

Horst Hrubesch und Silvia Neid bekamen die DFB-Verdienstspange. Das Duo wurde damit auch für die erfolgreichen Auftritte ihrer Mannschaften bei den Olympischen Spielen Rio de Janeiro geehrt. Neid hatte zum Abschluss ihres Engagements als Trainerin der Frauen-Nationalmannschaft im August die Goldmedaille geholt. Hrubesch führte die deutschen Junioren zu Silber.

„Silvia Neid und Horst Hrubesch haben den deutschen Fußball in ihren Bereichen maßgeblich geprägt. Für beide gilt: Mit ihrer Kompetenz, ihrer Leidenschaft und ihrer Fähigkeit, Mannschaften zu führen, waren sie herausragende Vertreter des DFB“, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel. Für die Fußball-Olympiasieger der DDR 1976 kam deren Kapitän Hans-Jürgen Dörner auf die Theaterbühne.

Die sportpolitisch wichtigen Entscheidungen stehen am Freitag an. An der Wiederwahl von Grindel, für eine reguläre dreijährige Amtszeit bis 2019, gibt es keine Zweifel. Mit der Gründung einer eigenen Ethikkommission unter dem Vorsitz des früheren Außenministers Klaus Kinkel soll ein weiterer Schritt zur moralischen Erneuerung gemacht werden.

dpa

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