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Deutsche Clubs holen immer mehr spanische Spieler

Frankfurt/Main Deutsche Clubs holen immer mehr spanische Spieler

Der Trend ist nicht völlig neu, aber in diesem Jahr besonders auffällig: Immer mehr spanische Profis wechseln in die Bundesliga. Davon profitieren nicht nur Clubs wie Bayern und Dortmund.

Frankfurt/Main. Die Karriere des Jesús Vallejo Lázaro lässt einen schon aufhorchen, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat. Mit 18 Jahren zahlte Real Madrid bereits sechs Millionen Euro Ablöse für ihn.

Die spanische U19-Auswahl führte er als Kapitän zum Gewinn der Europameisterschaft. Die Frage ist: Warum wechselt so ein hoch gehandeltes Abwehrtalent nur ein Jahr später zum Beinahe-Absteiger Eintracht Frankfurt in die Fußball-Bundesliga?

„Real Madrid ist der Meinung, dass ein Aufenthalt im Ausland für meine Entwicklung wichtig ist. Die Bundesliga ist eine der besten Ligen der Welt. Ich bin entsprechend vorbereitet“, sagte Vallejo im Trainingslager der Eintracht im österreichischen Flachau.

Sein neuer Verein hatte ihn am Vorabend zunächst für ein Jahr vom aktuellen Champions-League-Sieger ausgeliehen. In Frankfurt soll sich Vallejo die nötige Spielpraxis und Wettkampfhärte aneignen. „Er hat die Möglichkeit, eine große Karriere zu starten“, meinte auch der Sportdirektor der Eintracht, Bruno Hübner.

Mit diesem Wechsel steht der erst 19 Jahre alte Jesús Vallejo für einen Trend: Immer mehr spanische Profis kommen nach Deutschland. Die Fußball-Bundesliga ist mittlerweile auch für Spieler aus der erfolgreichsten Liga der Welt sehr attraktiv.

Dass sich Bayern München Stars wie Xabi Alonso oder Thiago Alcántara leisten kann, ist dabei noch die geringste Überraschung. Schließlich kam auch der Bayern-Trainer der vergangenen drei Jahre (Pep Guardiola) aus dem Land des Weltmeisters von 2010. Auch einem Nationalspieler wie Marc Bartra bleiben nicht mehr viele attraktive Möglichkeiten, wenn man wie er schon vom FC Barcelona kommt. Der Verteidiger entschied sich für Borussia Dortmund, weil auch eben das bedeutet: Champions League, genug Geld, ein sportlich interessantes Projekt - und ein weiterer neuer Spanier im Team (Mikel Merino).

Auffällig ist eher, wie sehr auch kleinere Clubs diesen Spanien-Trend befeuern. Eintracht Frankfurt holte neben Jesús Vallejo noch einen zweiten Spieler von Real Madrid: den defensiven Mittelfeldmann Omar Mascarell. Die Verteidiger Alejandro Gálvez (Werder Bremen), Marc Torrejon (SC Freiburg) und Alvaro Dominguez (Borussia Mönchengladbach) spielen schon länger in Deutschland. Der „Kicker“ schrieb am Montag schon von „Maguncia zero cinco“, weil der FSV Mainz 05 gerade ebenfalls seinen zweiten Spanier verpflichtet hat: Auf Flügelstürmer Jairo folgte Mittelfeldspieler José Rodriguez.

„Die Primera Division ist stark, aber mittlerweile sind die Spieler dort auch offener für den restlichen europäischen Markt“, sagte der Mainzer Sportdirektor Rouven Schröder dem Fachblatt zur Erklärung.

Ein weiteres Argument: Deutsche Vereine gelten als seriös, sie zahlen ihre Gehälter pünktlich. Gerade Clubs wie Real Saragossa oder Sporting Gijon, an die die beiden Neu-Frankfurter Vallejo und Mascarell zuletzt ausgeliehen waren, sind hoch verschuldet. „Das war das attraktivste Angebot. Ich musste nicht lange überlegen“, sagte Mascarell über seinen Wechsel in die Bundesliga.

Warum deutsche Clubs umgekehrt immer mehr Spanier holen wollen, liegt auf der Hand. Sie bekommen exzellent ausgebildete junge Spieler, die Nachwuchsförderung im Land des entthronten Welt- und Europameisters ist weltweit noch immer führend. „Die Spanier sind bekannt dafür, dass sie technisch sehr versiert sind und das Spiel sehr gut lesen und gestalten können“, sagte Frankfurts Trainer Niko Kovac nach der Verpflichtung von Vallejo.

dpa

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