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Elfmeter-Held Weidenfeller rettet wankenden BVB

«Gute Lektion» Elfmeter-Held Weidenfeller rettet wankenden BVB

Diesen Kraftakt hätte sich der BVB vor dem Revierderby gegen Schalke gern erspart. Torhüter Weidenfeller bewahrte sein Team in der Zitterpartie gegen den tapferen Zweitligisten Union Berlin vor einem frühen und peinlichen Pokal-Knockout.

Dortmund. Der dramatische Showdown der Zitterpartie verleitete Roman Weidenfeller zu einer emotionalen Geste. Berauscht von der brodelnden Stimmung im Stadion posierte der Dortmunder Elfmeter-Held vor der mächtigen Südtribüne und klopfte sich stolz auf das BVB-Emblem an seiner Trikotbrust.

Den Nervenkitzel beim 3:0 (1:1,1:1,1:0) im Elfmeterschießen über den Zweitligisten Union Berlin werteten alle Beteiligten als gelungene Einstimmung auf das Revierderby gegen Schalke am Samstag. „Es war eine gute Lektion zu sehen, dass es sich immer lohnt, alles füreinander zu tun, egal wie viele Dinge dir misslingen“, kommentierte Trainer Thomas Tuchel.

Ausgerechnet Weidenfeller, der als Nummer zwei nur im DFB-Pokal den Stammkeeper Roman Bürki vertreten darf, bewahrte sein Team vor einem Aus in der zweiten Pokalrunde. „Beim Elfmeterschießen war mir wichtig, Ruhe auszustrahlen und der Mannschaft das Gefühl zu geben, dass wir das schon schaukeln werden“, sagte der 36 Jahre alte Routinier. Bei aller Freude über die gehaltenen Elfmeter von Felix Kroos und Stephan Fürstner konnte sich Weidenfeller eine kritische Anmerkung jedoch nicht verkneifen: „Wir haben uns nicht mit Ruhm bekleckert und können froh sein, eine Runde weitergekommen zu sein.“

Wie schon in den drei sieglosen Bundesligapartien gegen Leverkusen (0:2), Hertha (1:1) und Ingolstadt (3:3) blieben bei der weiterhin von Personalproblemen geplagten Borussia viele Wünsche offen. Das macht eigentlich wenig Mut für das Duell mit dem Erzrivalen aus Gelsenkirchen. Zudem wurde der vermeintliche Spaziergang gegen den Außenseiter aus Berlin zu einem Kraftakt, den Tuchel seinem ohnehin strapazierten Kader liebend gern erspart hätte. Dennoch sprach er von einem Nutzen: „Im Moment habe ich das Gefühl, dass uns das Ergebnis und die Emotion, die im Stadion entstanden ist, geholfen haben.“

Ob der BVB nach dem Ausfall von zehn Profis am Samstag wieder auf mehr Stammkräfte zählen kann, ließ der Fußball-Lehrer offen: „Ich gehe fest davon aus, dass Aubameyang im Derby wieder spielen kann. Wobei ich gestehen muss, dass es eher eine Hoffnung ist als eine Feststellung.“ Für Raphael Guerreiro und André Schürrle dürfte die Partie jedoch noch zu früh kommen. Sowohl der Europameister als auch der Weltmeister kehrten erst am Donnerstag in das Teamtraining zurück. „Das wird eine Last-Minute-Entscheidung“, sagte Tuchel.

Ähnlich wie die Dortmunder wurden auch die Berliner von ihren Fans gefeiert. Schließlich hatte sie den Favoriten mit einer couragierten Vorstellung mächtig ins Wanken gebracht. So verpasste Torschütze Steven Skrzybski (81.) nach einem Patzer von Weidenfeller in der Verlängerung die große Chance zum Siegtreffer. Dennoch überwog bei Jens Keller der Stolz: „Was die Jungs im Moment leisten, ist großartig. Wie sie marschiert sind, ist aller Ehren wert.“ Schmunzelnd fügte der Union-Coach an: „Ich muss mich bei der Mannschaft entschuldigen. Die Niederlage geht auf meine Kappe. Wir haben vergessen, Elfmeterschießen zu trainieren.“

Weniger erfreulich war jedoch die Vorstellung einiger Union-Fans. Ihr Versuch, die Einlasskontrollen des Stadions zu überwinden, machte einen Polizeieinsatz nötig. Deshalb konnte die Partie erst mit 15-minütiger Verzögerung angepfiffen werden. Auch die zweite Halbzeit begann später, weil im Gäste-Block Pyrotechnik gezündet wurde. Die Polizei vermeldete „drei Ingewahrsamnahmen, 28 Strafanzeigen, 15 leichtverletzte Fußballanhänger und sechs leichtverletzte Polizeibeamte.“

dpa

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