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Emotional und uneinsichtig: Platini verabschiedet sich

UEFA-Wahl Emotional und uneinsichtig: Platini verabschiedet sich

Der vermeintliche Neustart beginnt für die UEFA mit der Vergangenheit. Der gesperrte Ex-Präsident Michel Platini darf beim Wahlkongress als erster Redner auf die Bühne. Der Franzose ist sich weiter keiner Schuld bewusst.

Athen. Direkt nach seinem emotionalen Abschied marschierte Michel Platini durch die Seitentür hinaus. Trotz seiner Sperre durfte der Ex-Präsident beim UEFA-Wahlkongress gleich als erster Redner auf der Bühne noch einmal ins Scheinwerferlicht - und zeigte weiterhin keinerlei Einsicht.

„Sie müssen nur wissen, dass ich ein ruhiges Gewissen habe und ich überzeugt bin, keinen einzigen Fehler gemacht zu haben“, sagte der Franzose bei seiner Ansprache in Athen. Er werde seinen „Kampf“ gegen die vierjährige Verbannung aus der Fußball-Welt vor den Gerichten weiterführen.

Acht Minuten lang redete Platini vor den Delegierten, zitierte den früheren israelischen Staatspräsidenten Shimon Peres, versuchte sich als Kämpfer für einen reinen Sport zu inszenieren. Eigentlich ist der 61-Jährige von allen Fußball-Aktivitäten ausgeschlossen, sein von ihm ersehnter Auftritt war nur durch eine Sondergenehmigung der FIFA-Ethikhüter möglich.

„Wir haben den Fußball geschützt vor Übermaß und allen Verzerrungen, unter denen er zu leiden hatte. Sie werden dieses wunderschöne Abenteuer ohne mich weiterführen“, sagte Platini. Für seine Rede erhielt er zwar freundlichen Applaus, die Delegierten erhoben sich allerdings für ihn nicht von ihren Sitzen. Kurz schaute Platini noch einmal ins Rund der Kongresshalle im Grand Resort Lagonissi an der malerischen Athener Riviera - und verließ direkt vom Podium aus den Saal.

Platini war wegen einer dubiosen Zahlung von zwei Millionen Franken von Ex-FIFA-Chef Joseph Blatter aus dem Jahr 2011 zunächst von der FIFA-Ethikkommission für acht Jahre gesperrt worden. Der Bann wurde später durch die Berufungskommission und den Internationalen Sportgerichtshof CAS um je zwei auf insgesamt vier Jahre reduziert.

Die UEFA wählt am Mittwoch einen Nachfolger Platinis. Zur Wahl standen der Slowene Aleksander Ceferin und Michael van Praag aus den Niederlanden.

dpa

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