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Halbfinalhürde Messi: Klinsmann spricht vom Copa-Coup

Houston Halbfinalhürde Messi: Klinsmann spricht vom Copa-Coup

Jürgen Klinsmann ist im Halbfinale der Copa America mit den USA gegen Argentinien nur Außenseiter. Doch in dieser Rolle fühlt er sich wohl - und wird sogar aufmüpfig. Klinsmann spricht vom Turniersieg. Durch den Halbfinaleinzug hat er ohnehin schon gewonnen.

Houston. Dieses Spiel kann Jürgen Klinsmann nicht verlieren. Erstmals in seiner fast fünfjährigen Amtszeit als Fußball-Nationaltrainer der USA hat der mitunter viel kritisierte Schwabe einen Freifahrtsschein.

Denn im Halbfinale der Copa America Centenario ist sein Team am Dienstag in Houston gegen Vizeweltmeister Argentinien klarer Außenseiter.

„Selbst ohne einen Sieg hat Klinsmann genug getan, um die Kritiken zu widerlegen“, hieß es auf der Internetseite von Fox Sports. Doch der 51-Jährige möchte gar kein Alibi, sondern die USA erstmals ins Endspiel des prestigeträchtigen Turniers führen. „Wir wissen, dass Argentinien ein starker Gegner ist. Aber wir sind so weit gekommen und jetzt hungrig, den nächsten Schritt zu machen“, betonte er.

Vor zwei Wochen war sein Job nach der 0:2-Auftaktniederlage gegen Kolumbien noch in Gefahr. Nun könnte Klinsmann für eine der „bemerkenswertesten Leistungen der US-Fußball-Geschichte“ (USA Today) sorgen. Und er präsentiert sich trotz der Ausfälle der Stammspieler Jermaine Jones, Bobby Wood und Alejandro Bedoya angriffslustig. „Es gibt keinen Grund, warum wir nicht die Copa America gewinnen können“, tönte er am Sonntag.

Das klingt doch schon ganz anders als noch 2014. Damals wurde Klinsmann „Anti-Amerikanismus“ vorgeworfen, nur weil er vor Beginn der Weltmeisterschaft zu der realistischen Einschätzung kam, dass man das Turnier nicht gewinnen werde. Nun spricht er vom möglichen Copa-Coup - doch dafür ist zuvor eine Sensation nötig.

Denn angetrieben von Lionel Messi ist Argentinien bislang das beste Turnier-Team. Vier Spiele, vier Siege, viele Statements, keinerlei Fragen. Während Brasiliens Superstar Neymar für das Olympia-Turnier geschont wird, ist die „Albiceleste“ mit ihrem stärksten Aufgebot in Amerika. Denn Messis Mannen wollen endlich den ersten Titel seit 1993 holen.

Viel zu lang warten die Gauchos schon auf eine internationale Meisterschaft, viel zu viele gute oder gar grandiose Spieler haben sie seit dem Copa-Triumph vor 23 Jahren hervorgebracht. In den vergangenen beiden Jahren stand Argentinien jeweils einen Schritt vor der Krönung - verlor aber 2014 das WM-Finale gegen Deutschland und unterlag vor zwölf Monaten im Copa-Endspiel Chile.

„Ich denke, wir müssen einfach so weitermachen wie bisher. In der Vorbereitung und auch im Spiel, und wir müssen 90 Minuten lang fokussiert bleiben“, fordert der fünfmalige Weltfußballer Messi. Er nennt die USA einen „physisch starken und schweren Gegner“, der gute Spieler habe.

„Wir wollen am Sonntag das Finale spielen, nicht am Samstag die Partie um Platz drei“, sagt Gerardo Martino. Dass sein Team zwei Tage weniger Pause hat als der Gegner, werde nicht entscheidend sein, so der argentinische Nationalcoach.

Klinsmann hebt hervor, dass es keinen Grund gäbe, „Argentinien größer zu machen, als sie sind.“ Er verweist auf das WM-Gruppenspiel vor zwei Jahren gegen Portugal. Dort habe man dessen Superstar Ronaldo gut unter Kontrolle gehabt und erst in der 96. Minute den 2:2-Ausgleich hinnehmen müssen.

Vor seinem ersten Wiedersehen mit Argentinien seit dem WM-Viertelfinale 2006 - damals als deutscher Bundestrainer - fordert Klinsmann, „groß zu träumen“, schließen seien es nur noch zwei weitere Partien. „In K.o.-Runden-Spielen ist alles möglich. Deine Chancen stehen 50:50 - egal, gegen wen du spielst.“

dpa

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