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Hattrick in 19 Minuten - Magier Messi zaubert endlich

Chicago Hattrick in 19 Minuten - Magier Messi zaubert endlich

Eine Stunde schaute er nur zu, doch dann schoss sich Lionel Messi innerhalb von 19 Minuten mit einem Hattrick gleich an die Spitze der Torschützenliste bei der Copa America Centenario. Sein Mitwirken könnte dem Turnier endlich aus der Anonymität helfen.

Chicago. Das Warten auf Lionel Messi hat sich gelohnt. Der argentinische Superstar begeisterte in Chicago alle. Mit einem Hattrick innerhalb von nur 19 Minuten schoss Messi den WM-Zweiten beim 5:0-Sieg gegen Panama fast im Alleingang ins Viertelfinale der Copa America Centenario.

Mit 53 Länderspiel-Treffern ist er jetzt nur noch einen Hattrick vom argentinischen Rekord-Torjäger Gabriel Batistuta entfernt. Der zweimalige Copa-America-Sieger hatte zwischen 1991 und 2002 in 78 Spielen 56 mal für Argentinien getroffen. „Es ist schön, jetzt so nah an Batistuta dran zu sein. Aber was zählt, ist nur das Team“, bekannte Messi nach seinem 29-minütigen Kurzauftritt.

„Als Messi reinkam, ist das Spiel in den richtigen Bahnen verlaufen“, sagte Gerardo Martino. Der argentinische Trainer hatte seinen Alleskönner beim 2:1-Sieg zum Turnierauftakt gegen Chile aufgrund der Nachwirkungen einer Rückenverletzung noch geschont. Und auch gegen Panama sahen die 53 885 Zuschauer - 14 000 mehr als beim 4:0-Sieg der Amerikaner am Dienstag gegen Costa Rica - den Mann mit der Rückennummer 10 eine Stunde lang nur auf der Bank.

„Ich habe immer noch ein paar Schmerzen, bin noch nicht 100 Prozent fit. Deshalb war ich auch nicht von Anfang an dabei“, sagte Messi. Doch dann wurden die Fans, von denen viele den 29-Jährigen erstmals live erlebten, erlöst. Argentinien führte durch ein Tor von Nicolas Otamendi (7. Minute), als Lionel Andres Messi bei seiner Einwechslung in der 61. Minute mit frenetischem Jubel begrüßt wurde - und sich umgehend auf seine Weise bedankte. Nur sieben Minuten in der Partie, schoss er das 2:0.

Anschließend drehte der Feinfuß aus Rosario einen Freistoß gefühlvoll in den rechten Torwinkel (78.), in der 87. Minute ließ sich Messi auch von drei Verteidigern nicht beirren und traf zum 4:0. Und zu guter Letzt bereitete er den fünften Treffer von Sergio Agüero mit einer Kopfball-Ablage vor (90.).

„Messi war das Warten wert“, schrieb die Tageszeitung „Chicago Tribüne“ trefflich. „Er ist ein Monster“, befand Panama-Trainer Hernan Gomez. Messi blieb wie immer bescheiden. „Ich denke, alle von uns haben heute gute Arbeit geleistet. Wir wachsen zusammen“, sagte er. Natürlich sei er glücklich, das Team habe gewusst, dass es gewinnen muss, um Gruppenerster zu sein.

Messis magische Momente könnten nicht nur für Argentiniens weitere Auftritte wertvoll sein, sondern dem gesamten Turnier gut tun. Die Hälfte der 32 Spiele ist absolviert, die Copa eine Woche alt. Und dennoch ist im Land keine Fußball-Begeisterung zu spüren. Viele Amerikaner wissen immer noch nicht, dass derzeit das - laut Jürgen Klinsmann - „wichtigste Fußball-Turnier seit der WM 1994 in den USA“ gespielt wird. Ein Grund: bislang mangelte es an Star-Power. Brasiliens Neymar hat abgesagt, Uruguays Luis Suarez musste verletzt zuschauen. Doch nun hat der Magier endlich die Copa-Bühne betreten.

Argentiniens Erzrivale Chile sucht weiterhin nach der Vorjahresform. Der Titelverteidiger kam gegen Bolivien nur dank eines verwandelten Handelfmeters von Bayern-München-Profi Arturo Vidal in der zehnten Minute der Nachspielzeit zu einem 2:1-Sieg. Vidal hatte zuvor auch das 1:0 erzielt (46.). Chile hat wie Panama drei Punkte und spielt am Dienstag gegen die Lateinamerikaner um das zweite Viertelfinalticket der Gruppe D. 

dpa

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