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Julian Green: Bayern-Zugpferd auf US-Tour

New York Julian Green: Bayern-Zugpferd auf US-Tour

Im Land seines Vaters wirbt US-Boy Julian Green erfolgreich für den FC Bayern - und für sich selbst. Der junge Stürmer weiß, dass sein Weg „steinig und hart“ ist. Trainer Ancelotti lobt den Youngster, zeigt ihm aber auch ehrlich die harte Situation im Luxuskader auf.

New York. Julian Green genießt den Moment. Für den 21 Jahre jungen US-Boy kann der Amerika-Trip des FC Bayern gar nicht lang genug gehen.

Denn auf der Münchner Werbetour im Land seines Vaters Jerry kann der US-Nationalspieler endlich mal in jene Hauptrolle schlüpfen, die er im Bayern-Trikot gerne viel öfter ausfüllen würde. „Die ganze Reise ist schön“, schwärmt Green. Die Augen beginnen zu leuchten, wenn er sich in New York auf den letzten Test gegen Real Madrid am Mittwochabend freut: „Ja klar, das ist der Höhepunkt!“

In Abwesenheit etlicher Topstars ist Green eines der Zugpferde des FC Bayern auf der Tournee durch drei Städte. Die US-Reporter reißen sich um den Nationalspieler ihres Landes. Bei Marketingterminen ist Green besonders gefragt. Und auf dem Platz erledigt er den Job, der in der regulären Saison beim FC Bayern wieder Robert Lewandowski zugedacht ist: Das Toreschießen. Aber in Charlotte, beim 4:1 gegen Inter Mailand, da wurde Green gefeiert, nach drei blitzsauberen Toren.

„Ich habe mir vorgenommen, jeden Tag Gas zu geben und hier meine Chance zu bekommen“, sagte der in Florida geborene und in Bayern aufgewachsene Stürmer zu seinem neuen Anlauf unter Trainer Carlo Ancelotti. Green will es weiter beim FC Bayern versuchen, zu dem er im Alter von 14 Jahren wechselte - ungeachtet der vermeintlichen übermächtigen Konkurrenz. „Dieses Jahr will ich nicht mehr in der zweiten Mannschaft spielen, sondern in der ersten Mannschaft meinen Weg gehen. Ich weiß, der ist steinig und hart, aber ich werde hart dafür arbeiten“, erklärte er unbekümmert und kämpferisch.

Auch Ancelotti spendete ihm am Seitenrand Applaus beim Dreierpack gegen Inter. Zweimal vollendete Green klassisch als Torjäger, einmal traf er platziert mit links aus 16 Metern. „Julian war präsent im Strafraum, er hat gut abgeschlossen“, lobte Ancelotti. Er sieht ihn - anders als frühere Trainer - ausschließlich als Mittelstürmer und nicht mehr auf den Flügeln. „Seine beste Position ist zentral. Er kann auch auf den Seiten spielen, aber da ist er meiner Meinung nach nicht so effektiv“, erklärte der Italiener nach dem Inter-Spiel.

Ein echtes Perspektivgespräch hat Green mit Ancelotti noch nicht geführt, wie er verriet. „Wir haben uns 'Hallo' gesagt und ein paar Wörter ausgetauscht“, berichtete Green. „Er macht seine Sache gut in der Vorbereitung“, sagte Ancelotti. Aber den neuen Bayern-Trainer zeichnet eben auch aus, dass er sehr ehrlich mit seinen Spielern umgeht. „Die Konkurrenz bei Bayern ist groß. Der Kader ist stark.“ Und Ancelotti verwies ausdrücklich auf die Position, auf der Green spielt. „Es wird nicht so einfach sein, da einen Platz zu finden.“

Dort, vorne drin, wo Lewandowski spielt, wo auch ein Thomas Müller spielen kann. „Ich habe 25 Mann, nur elf können spielen“, erklärte Ancelotti: „Aber was ich in den ersten zwei Wochen von Julian gesehen habe, war gut. Er arbeitet gut und professionell.“

Green lässt sich nicht entmutigen. Der Youngster, der als 19-Jähriger bei der WM 2014 im Achtelfinale gegen Belgien ein Tor erzielte, das ihn in den USA schlagartig bekannt machte, will sein letztes Vertragsjahr in München nutzen. Ein Wechsel noch in diesem Sommer ist nicht sein Ziel, auch wenn er ihn nicht ausschließt. „Jetzt und hier denke ich nur an Bayern und nicht an etwas anderes“, sagte er.

Green weiß seit einer verkorksten Ausleihe zum Hamburger SV, wie schnelllebig und kaum planbar das Profigeschäft ist. „Da ist nicht alles glatt gelaufen. Aber ich habe mein Ding weiter gemacht. Das werde ich auch in Zukunft weiter machen“, kündigte er an.

Auch zu Jürgen Klinsmann will er zurück. Der US-Coach hatte ihn im Sommer nicht für die Copa America nominiert. „Der Kontakt zu Jürgen Klinsmann ist gut. Vor der Copa war ich dabei, beim Turnier leider nicht. Ich hoffe aber, dass ich bald wieder für die USA auflaufen kann.“ Schließlich lockt 2018 das nächste große Turnier: „Die WM ist noch weit weg, aber immer ein Ziel“, sagte Green. Und am liebsten würde Green in Russland immer noch als Bayern-Profi auflaufen.

dpa

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