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Klinsmann Wett-Favorit auf England-Job

London Klinsmann Wett-Favorit auf England-Job

Bei den Buchmachern liegt Jürgen Klinsmann schon vorne. Nach mehreren Absagen steigt der Ex-Bundestrainer zum Topkandidaten für den Job als England-Coach auf. Das erwartete Zögern von Arsène Wenger macht die Lage für die Three Lions kompliziert.

London. Jürgen Klinsmann rückt in die Rolle des Topfavoriten auf den Job als nächster England-Coach. Nach mehreren Absagen und der Hinhaltetaktik von Arsène Wenger liegt der frühere Bundestrainer zumindest bei den britischen Buchmachern inzwischen durchgehend vorne.

Auch der Mangel an einheimischen Spitzentrainern dürfte Klinsmanns Aktien beim Verband steigen lassen - die FA würde zwar einen Engländer als Nachfolger des zurückgetretenen Roy Hodgson bevorzugen, erklärte Geschäftsführer Martin Glenn. „Aber es sieht so aus, als gebe es nicht so viele auf dem Top-Niveau.“

Klinsmanns Vertrag als Trainer des US-Nationalteams läuft allerdings noch bis zur WM 2018. Nach dem vierten Platz bei der Copa America hatte der amerikanische Verbandspräsident Sunil Gulati jüngst Gespräche mit dem 51 Jahre alten früheren Tottenham-Profi angekündigt: „Als nächstes werden wir uns hinsetzen, mit Jürgen intern reden und alles beurteilen.“

Nach Ex-Nationalspieler Jamie Carragher unterstützen auch erste englische Medien die Idee eines deutschen England-Trainers. „Es wäre eine große Nummer angesichts der historischen Rivalität beider Länder, auf den Schlachtfeldern und den Fußballplätzen“, schrieb das Boulevardblatt „Daily Star“. Aber die Wahl der „deutschen Legende“ wäre „verblüffend“ und „aufregend“.

Als bislang letzter in England heiß gehandelter Kandidat erklärte Arsenal-Coach Wenger, dass das Amt bei den Three Lions zumindest aktuell für ihn kein Thema sei. Er habe einen Vertrag bis 2017 beim Londoner Club, sagte der Franzose beim Sender BeIn Sport. „Danach weiß ich noch nicht, was ich mache. Aber ich habe alle meine Verträge respektiert, bis zum Ende. Das werde ich auch weiterhin machen.“

Damit bräuchte der englische Verband nach dem peinlichen EM-Achtelfinal-Aus einen Interimstrainer für ein Jahr und die Hälfte der Qualifikation für die WM 2018, sollte er wirklich auf Wenger warten wollen. Der für die Übergangszeit favorisierte U21-Coach Gareth Southgate hatte Medienberichten zufolge zuletzt abgesagt, auch Alan Pardew von Crystal Palace steht derzeit nicht zur Verfügung.

Die Namen, die hinter Klinsmann derzeit als aussichtsreichste Anwärter gehandelt werden, zeigen die verzwickte Lage für den englischen Fußball: Der Vertrag von Glenn Hoddle als Nationaltrainer war 1999 nach beleidigenden Aussagen über behinderte Menschen aufgelöst worden, zuletzt trainierte er vor zehn Jahren ein Team. Sunderland-Coach Sam Allardyce hat bislang lediglich bei Mittelklasseclubs einen ordentlichen Job gemacht.

Schon zuletzt hatte der scheidende Verbandschef Greg Dyke erklärt, was die schwierige Frage bei der Trainersuche sei: „Warum sollte es jemand werden wollen?“ Trotz seiner Absage auf kurze Sicht pries Wenger den England-Job als „schöne Herausforderung - egal, wer Trainer ist - weil sie zwei Enttäuschungen hinter sich haben“, sagte der 66-Jährige, betonte aber: „Ich spreche nicht von mir. Das ist eine interessante Herausforderung, weil es eine junge Mannschaft ist, die einige Spieler mit Qualität hat.“

Dabei ist das Amt auch durchaus lukrativ. Hodgson kassierte Medienberichten zufolge das höchste Gehalt aller Trainer der 24 EM-Teilnehmer. Der Lohn des Nachfolgers solle im Vergleich zu Fabio Capello in der Vergangenheit nun aber leistungsorientierter sein, erklärte FA-Topfunktionär Glenn. „Ich weiß ein bisschen, was Joachim Löw bekommt“, sagte er. „Wir müssen in dem Bereich sein, was der Weltmeister zahlt.“ Als Vergleichsgröße von Clubtrainern nannte Glenn vier Millionen Pfund (4,75 Millionen Euro) an Jahresgehalt.

dpa

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