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Mainzer 2:0 vergrößert Ingolstadts Krise

Heimerfolg für Mainz Mainzer 2:0 vergrößert Ingolstadts Krise

Eine weitere Niederlage erhöht den Druck auf Ingolstadts Trainer Kauczinski. Der Coach gibt sich zwar gelassen, wirkt aber zunehmend ratlos. Mainz tankt nach einem kurzen Tief neue Kraft für die Europa League.

Mainz. Während sich die Mainzer Profis in der Kurve noch von ihren Anhängern feiern ließen, musste Markus Kauczinski im Innenraum der Arena schon wieder quälende Fragen zu seiner eigenen Zukunft beantworten.

Auch im neunten Anlauf wollte dem neuen Trainer des FC  Ingolstadt kein Sieg in der Fußball-Bundesliga gelingen. „Ich bin genauso enttäuscht wie die Spieler auch. Natürlich war das wieder ein schlechteres Spiel“, sagte Kauczinski nach dem 0:2 (0:0) seines Teams beim FSV Mainz 05, das bereits die siebte Niederlage bedeutete.

Wie es mit ihm persönlich weitergehe, könne er nicht vorhersagen, erklärte Kauczinski. „Ich denke schon“, antwortete er auf die Frage, ob er beim Spiel gegen den FC Augsburg am kommenden Wochenende noch Trainer der Oberbayern sei. Zunehmend dünnhäutig und ausweichend reagierte der 46-Jährige aber auf Fragen zu seiner Eignung als Ingolstädter Coach. Ein Plädoyer, warum er der richtige Mann für die Krisensituation sei, konnte Kauczinski jedenfalls nicht halten.

Vor 24 197 Zuschauern hatten Yunus Malli (51. Minute/Foulelfmeter) und der eingewechselte Levin Öztunali (85.) zuvor den erkämpften, aber doch verdienten Sieg der Mainzer herausgeschossen. Der ebenfalls eingewechselte FCI-Profi Max Christiansen handelte sich sogar noch eine Gelb-Rote Karte (87.) wegen wiederholten Foulspiels ein.

Der Abstand auf die Nicht-Abstiegsplätze ist für den FCI bereits auf fünf Punkte angewachsen. Kauczinski, der nach dem Fehlstart in die Spielzeit immer wieder Rückendeckung von Sportdirektor Thomas Linke erhalten hatte, hinkt deutlich hinter den Erfolgen seines Vorgängers Ralph Hasenhüttl her und wird in den kommenden Wochen noch stärker unter Siegzwang geraten. Ohnehin erscheint es erstaunlich, wie ruhig es im Ingolstädter Umfeld in den vergangenen Wochen blieb, obwohl die Mannschaft saisonübergreifend seit mehr als einem halben Jahr nicht mehr gewonnen hat.

„Das glaube ich noch nicht“, antwortete auch Kapitän Marvin Matip auf die Frage, ob der Trainer nun in Frage gestellt werde. Das  bayerische Duell mit Augsburg dürfte in der kommenden Woche aber in jedem Fall richtungsweisend werden. „Wir müssen jetzt den ersten Dreier holen“, forderte der Innenverteidiger. Rückendeckung hin oder her: Auch der aus Karlsruhe gekommene Kauczinski muss nun endlich punkten. Denn die ausbleibenden Ergebnisse sind kein Zufall, in den meisten Spielen konnte der FCI nicht ansatzweise überzeugen.

In Mainz spielte der Abstiegskandidat zwar lange Zeit auf Augenhöhe mit, brachte sich dann aber selbst wieder in Not: Moritz Hartmann berührte seinen Gegenspieler Daniel Brosinski im eigenen Strafraum ungeschickt an der Schulter und verursachte damit einen Elfmeter, den Malli verwandelte. „Wir haben danach irgendwie den Faden verloren.  Das Selbstvertrauen war wieder weg“, stellte Lukas Hinterseer fest.

Jenes Selbstvertrauen haben sich die Mainzer nach dem 0:3 auf Schalke und dem enttäuschenden 1:2 im Pokal in Fürth wieder zurückgeholt. „Wir wussten, dass drei Niederlagen am Stück eine zu viel ist. Darum ein riesiges Kompliment an meine Mannschaft“, sagte 05-Trainer Martin Schmidt. Der vierte Saisonsieg sei „ein freudiger Tag für alle“, stellte er fest. Bereits am Donnerstag sind die Rheinhessen in der Europa League beim RSC Anderlecht gefordert.

dpa

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