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Messi will nie mehr für die Albiceleste spielen

East Rutherford Messi will nie mehr für die Albiceleste spielen

Argentinien ist doppelt geschockt. Erst verliert die Nationalmannschaft erneut ein Copa-America-Finale im Elfmeterschießen gegen Chile. Dann erklärt Kapitän Lionel Messi auch noch seinen Rücktritt aus der Albiceleste.

East Rutherford. Noch auf dem Rasen vergoss er bittere Tränen, sein Gesicht vergrub er im weiß-blauen Nationalmannschafts-Trikot. Argentiniens Fußball-Held und Weltstar Lionel Messi will nie wieder für sein Heimatland spielen.

Der Kapitän der Albiceleste geht von Bord, der 29-Jährige erklärte nach dem mit 2:4 im Elfmeterschießen gegen Chile verlorenen Finale der Copa America Centenario seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft.

In den Katakomben des Metlife Stadiums von East Rutherford schockte der kleine Zauberer die große Fußball-Welt und sorgte für Staatstrauer in Argentinien. „Ich habe meine Entscheidung getroffen, meine Zeit in der Nationalmannschaft ist vorbei“, sagte Messi. Seine Stimme wirkte ruhig, sein Gesicht verriet keinerlei Emotionen. Auf die Frage, ob sein Entschluss endgültig ist, antwortete Messi: „Ich glaube schon, ich weiß nicht. Es ist das, was ich gerade fühle und denke.“

Mit einem Zauberfreistoß - seinem 55. Länderspieltor - beim 4:0-Halbfinalsieg gegen die USA war der Linksfuß aus Rosario noch an Gabriel Batistuta als Argentiniens Rekordtorschütze vorbeigezogen. Dass „Leo“ nun nach 109 Einsätzen nie wieder das Nationaltrikot anziehen wolle, hält Torwart Sergio Romero für eine Kurzschlussreaktion: „Ich glaube, er hat in der Hitze des Augenblicks gesprochen, nachdem wir eine gute Chance auf einen Titel nicht genutzt haben.“ Sergio Agüero sagte bedrückt, dass er Messi in der Kabine „noch nie so schlimm gesehen“ habe. 

Mit dem FC Barcelona habe der Argentinier alles gewonnen, bemerkte der Sportkolumnist der spanischen Zeitung „Diario“ unter der Überschrift: „Messi hat das Licht gesehen - aber Argentinien wird niemals Barcelona sein.“

Nach torlosen 120 Minuten und besseren Chancen für Argentinien musste dieses Copa-Finale wie schon im Vorjahr erneut im Elfmeterschießen entschieden werden. Vor einem Jahr hatte Chile sich daheim in Santiago mit 4:1 durchgesetzt, diesmal bejubelte „La Roja“ einen 4:2-Triumph. Ausgerechnet Messi, der in seinen vorherigen vier Turnierspielen so grandios auftrumpfte und fünf zum Teil traumhafte Tore erzielte, setzte den Ball bei seinem Versuch über die Latte. 

Als Teamkollege Lucas Bigla beim Stand von 2:3 an Chile-Schlussmann Claudio Bravo scheiterte und Francisco Silva seinen Versuch zum entscheidenden 4:2 verwandelte, war der argentinische Alptraum perfekt: Seit 1993 hat diese stolze Fußball-Nation keinen großen Titel mehr geholt. Während die Chilenen mit den drei Bundesliga-Profis Arturo Vidal (Bayern München), Charles Aranguiz (Leverkusen) und Eduardo Vargas (Hoffenheim) vor ihrer Fankurve tanzten, stand Messi gedankenverloren auf dem Rasen.

„Es tut mir mehr als jedem anderen weh, dass ich nicht im Stande bin, mit Argentinien einen Titel zu gewinnen“, sagte der fünfmalige „Weltfußballer“. Mit dem FC Barcelona hat Lionel Andres Messi Triumphe en masse gefeiert. Er ist unter anderem achtmal spanischer Meister geworden, viermal Pokalsieger und hat genauso oft mit den Katalanen die Champions League gewonnen.

Im Nationaltrikot hingegen kann Messi den Olympiasieg 2008 vorweisen - und der hat bei Fußballern weitaus weniger Bedeutung als in anderen Sportarten. Ansonsten haftet ihm das Stigma des Verlierers an. Diego Maradona hatte Argentinien 1986 in Mexiko zum Weltmeister gemacht, Messi, der immer mit Maradona verglichen wurde, schaffte dies nie.

Die Niederlage vor den Toren von New York war nach 2007 und 2015 seine dritte in einem Copa-Endspiel. Hinzu kommt das 0:1 nach Verlängerung vor zwei Jahren im Weltmeisterschafts-Endspiel gegen Deutschland. „Das sind vier verlorene Finals. Ich habe hart gearbeitet, ein Titel mit der Nationalmannschaft war das, was ich am meisten wollte. Aber es sollte nicht sein. Deshalb ist es nun vorbei“, betonte Messi.

dpa

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