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Nach desaströser Bilanz: Hannover 96 trennt von Schaaf

Hannover Nach desaströser Bilanz: Hannover 96 trennt von Schaaf

Hannover 96 ist kaum mehr zu retten. Trotzdem wechselt der Letzte der Fußball-Bundesliga noch einmal den Trainer. Thomas Schaaf muss sechs Spieltage vor Schluss gehen, sein Nachfolger bis zum Saisonende steht schon fest.

Hannover. Die desaströse Bilanz hat Thomas Schaaf seinen Trainer-Job beim designierten Bundesliga-Absteiger Hannover 96 gekostet. Clubchef Martin Kind griff durch und stellte den 54 Jahre alten Fußball-Lehrer frei.

In den verbleibenden sechs Partien soll nun der bisherige A-Junioren-Coach Daniel Stendel den Tabellen-Letzten übernehmen. So schlecht wie Schaaf war noch kein Trainer bei Hannover. Der ehemalige Bremer Meistercoach übernahm 96 im Januar als Vorletzter. Jetzt steht der Club abgeschlagen auf Platz 18.

„Nach der zehnten Niederlage im elften Spiel sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass wir so die Saison nicht beenden wollen und versuchen mit dem Wechsel auf der Trainerposition noch einmal einen neuen Impuls zu geben“, sagte 96-Geschäftsführer Martin Bader. „Wohl wissend, dass der Klassenerhalt bei zehn Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz nur noch sehr theoretisch möglich ist.“

Schaaf trat seinen Dienst bei den Niedersachsen am 4. Januar an. Nach der schwachen Vorrunde, als das 96-Team unter der Leitung seines zurückgetretenen Vorgängers Michael Frontzeck lediglich 14 Punkte holte, sollte er für eine Wende sorgen. Doch das Gegenteil war der Fall. Die anfängliche Euphorie schlug schnell in Enttäuschung um. Schaaf erzielte mit nur einem Sieg eine selten katastrophale Bilanz. Dem Coach gelang es nicht, der völlig verunsicherten Mannschaft Selbstvertrauen zu verleihen. In seiner Amtszeit schossen die 96-Profis lediglich vier Tore.

Obwohl es nur noch theoretische Chancen auf die Rettung gibt, übernimmt nun Stendel von Montag an den Job. An seinem ersten Tag als Profitrainer wird der ehemalige Bundesligaspieler des Hamburger SV und von Hannover 96 42 Jahre alt, doch statt einer Feier erlebt er seine Premiere als Coach.

Schaaf selber wollte von sich aus nicht gehen. Im Anschluss an das 0:3 im Nord-Derby gegen den Hamburger SV hatte der Trainer noch gesagt: „Ich springe nicht hin und her und stehe zu dem, was ich in der letzten Woche bereits gesagt habe.“ Er sei „nicht das Problem“, hatte Schaaf gesagt, dessen Ruf nach dem missglückten Gastspiel in Hannover ramponiert ist. „Wenn einer da ist, der es besser machen kann, soll er es machen.“ Das soll nun der Neuling Stendel sein.

Noch am Samstag hatte Geschäftsführer Bader zur Frage nach der Trainerentlassung geantwortet: „Was gewinnst du dadurch?“ Am Sonntag erklärte er: „Wir haben uns die Entscheidung ganz bestimmt nicht leicht gemacht. Thomas ist seiner Arbeit immer sehr akribisch und zielorientiert nachgegangen. Er hat zusammen mit seinem Trainerteam alle Möglichkeiten ausgeschöpft, positive Ergebnisse mit der Mannschaft zu erzielen. Das ist leider nicht gelungen.“ Neben Schaaf wurden auch seine Co-Trainer Wolfgang Rolff und Matthias Hönerbach freigestellt.

Argumente für Schaaf waren am Samstag nur die ersten 45 Minuten gegen den HSV. Zumindest in der ersten Halbzeit hatte es gegen die schwachen Gäste so ausgesehen, als wenn der erste Heimsieg unter seiner Regie möglich wäre. Doch Hannover brach am Ende ein und erlaubte den Gästen nach der Führung durch Cléber (61.) noch weitere Treffer durch Ivo Ilicevic (73.) und Nikolai Müller (75.).

„Es ist einfach nicht gut genug, was wir Woche für Woche abliefern“, kommentierte Torwart Ron-Robert Zieler: „Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen.“ Und auch der Kapitän sah die Schuld bei der Mannschaft. Nach dem ersten Gegentreffer habe der „Glaube gefehlt“, sagte Christian Schulz: „Da kann auch der Trainer nichts machen.“ Mit Stendel soll es nun besser werden.

dpa

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