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Phänomen Lewandowski rettet Bayern Punkt in Berlin

1:1 in letzter Sekunde Phänomen Lewandowski rettet Bayern Punkt in Berlin

Die fünf Minuten angezeigte Nachspielzeit sind abgelaufen. Der erste Berliner Sieg nach acht Jahren gegen den Rekordmeister ist zum Greifen nah. Doch dann schlägt das Bayern-Phänomen noch zu. Zwischen Bayern-Coach Ancelotti und Herta-Fans kommt es zu unschönen Szenen.

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Robert Lewandowski hat in allerletzter Sekunde noch den Ausgleich gegen Hertha erzielt.

Quelle: Christian Charisius

Berlin. Wieder in letzter Sekunde und wieder Robert Lewandowski: Das Phänomen des FC Bayern hat auch in Berlin wieder zugeschlagen. Nach der Champions League-Gala rettete Lewandowski mit seinem 16. Saisontor den Münchnern in der sechsten Minute der Nachspielzeit ein 1:1 (0:1) bei Hertha BSC.

„Es gibt die Regel, der Referee darf immer so lange spielen lassen, wie er will. Wir müssen besser verteidigen. Das Leben geht weiter“, kommentierte Hertha-Trainer Pal Dardai die knapp verpasste Überraschung am 21. Spieltag der Fußball-Bundesliga.

Etwas Frust aber schwang auch beim Ungarn mit. „Ein bisschen böse bin ich schon, dann müssen auch sechs Minuten angezeigt werden. Ein Tick Bonus für den Gegner“, sagte Dardai unmittelbar nach dem späten Abpfiff. Wenig später klang er schon moderater. „Wenn fünf Minuten Nachspielzeit angezeigt sind, sollte man auch nach fünf Minuten abpfeifen“, sagte Dardai. „Aber man muss es akzeptieren.“

Der deutsche Rekordmeister schaffte drei Tage nach der 5:1-Traumvorstellung gegen den FC Arsenal im Liga-Alltag beim mutig aufspielenden Hauptstadtclub doch noch das Remis. „Wir haben immer weiter gespielt, nie aufgehört. Die Moral ist da, jeder will“, betonte Bayern-Keeper Manuel Neuer.

Gleich nach dem 1:1 war es auf dem Rasen zu Tumulten gekommen, nachdem Hertha-Torhüter Rune Jarstein den Ball aus Nahdistanz Xabi Alonso an den Rücken geschossen hatte. „Das hat mit Fairplay nichts zu tun“, erregte sich Bayern-Torwart Manuel Neuer. Der Münchner Trainer Carlo Ancelotti zeigte den Hertha-Anhängern den Mittelfinger, wie der Italiener in der ARD-Sportschau bestätigte. „Ich habe diese Geste gemacht, ich bin vorher angespuckt wurde“, erklärte Ancelotti.

Lange Zeit hatte es nach dem Führungstor des rechtzeitig wieder treffsicheren Vedad Ibisevic (21. Minute) nach der zweiten Saison-Niederlage für das Starensemble von Trainer Carlo Ancelotti auf nationaler Ebene ausgesehen. „In der zweiten Halbzeit haben wir mehr attackiert. Es war sehr schwierig. Das 1:1 ist eigentlich gerecht“, bemerkte der Italiener. Verfolger RB Leipzig (42 Punkte) kann am Sonntag in Mönchengladbach dennoch den Abstand zu Spitzenreiter Bayern (50) wieder verringern.

Hertha-Torjäger Ibisevic beendete nach 656 trefferlosen Minuten seine persönliche Ladehemmung - sein 101. Bundesliga-Tor vor 74 667 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion reichte aber nicht. Nach einem Freistoß von Thiago und einem Schuss von Arjen Robben hatte Maximilian Mittelstädt zunächst noch auf der Linie geklärt, aber Lewandowski staubte ab.

Hertha bleibt der erste Punkt gegen Bayern seit Februar 2009. In der Tabelle stehen die Berliner mit 34 Punkten auf Platz sechs. „Das ist enttäuschend, aber wir haben trotzdem ein gutes Spiel gemacht“, sagte Hertha-Verteidiger Marvin Plattenhardt. Die nach einer starken Hinrunde in diesem Jahr vor dem Bayern-Spiel noch nicht überzeugenden Berliner zeigten diesmal viel Biss.

Schiedsrichter Patrick Ittrich entschied bei einem Zweikampf von Arturo Vidal gegen den starken Plattenhardt auf Freistoß, obwohl der Chilene den Berliner nicht getroffen hatte. Plattenhardt zirkelte den Ball flach nach innen. Ibisevic war vor Mats Hummels am Ball. Es war Herthas erstes Tor gegen die Bayern nach 474 Minuten. Nochmals der Hertha-Torjäger (50.) und Genki Haraguchi (56.) hätten sogar für einen zweiten Berliner Treffer sorgen können.

Die Gäste, die in der ersten Hälfte nur zwei halbwegs gefährliche Offensivaktionen durch Kapitän Philipp Lahm (19.) und Robben (35.) zustande brachten, erhöhten nach der Pause den Druck. Der zunächst geschonte Topstürmer Lewandowski und Xabi Alonso kamen nach einer Stunde ins Spiel. Doch lange blieben die Bemühungen gegen aggressive Berliner ohne Erfolg - bis Lewandowsi doch noch traf.

dpa

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