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Piqué rettet Spanien: Titelverteidiger mit Zittersieg

Toulouse Piqué rettet Spanien: Titelverteidiger mit Zittersieg

Bei der WM 2010 verlor Spanien zum Auftakt gegen die Schweiz - und wurde später Weltmeister. Auch bei der EM tat sich der Titelverteidiger schwer, weil er gegen Tschechien fast bis zum Schluss das Toreschießen vergaß.

Toulouse. Matchwinner Gerard Piqué und Spaniens Fußballer durften sich für ein paar Momente an die glorreiche Weltmeisterschaft 2010 erinnert fühlen.

Nach dem mühsamen 1:0 (0:0)-Auftaktsieg des Titelverteidigers bei der EM gegen Tschechien, tönte immer wieder das „Waka Waka“ (This Time for Africa) von Shakira durch das Stade Municipale von Toulouse. Die WM-Hymne von Südafrika war dem Torschützen gewidmet: Schließlich ist die Popsängerin Piqués Lebensgefährtin.

Mit dem späten Kopfballtreffer des Innenverteidigers vom FC Barcelona in der 87. Minute meldete sich Spanien auf der großen Bühne zurück. Zwei Jahre nach dem blamablen Vorrunden-Aus bei der WM in Brasilien verhinderte „La Roja“ in der Gruppe D gerade noch so eine Enttäuschung. Vor 33 000 Zuschauern blieben die Iberer im 13. EM-Endrundenspiel unbesiegt - und Piqué winkte nach dem Schlusspfiff freudestrahlend ins Publikum.

„Ich glaube, dass wir sehr gut gespielt und die Partie kontrolliert haben. Wir haben viele Chance herausgespielt, aber der Ball wollte einfach nicht rein, und am Schluss hatte ich das Glück, das Tor zu machen“, sagte Piqué und lobte seine Teamkollegen: „Die Arbeit, die die Mannschaft geleistet hat, war sensationell.“

Allerdings wollten die Spanier den Ball ins Tor tragen. Immer wieder legte der überagende Andrés Iniesta auf, doch weder Alvaro Morata noch Nolito oder die später eingewechselten weiteren Stürmer Aritz Aduriz und Pedro Rodríguez trafen. Erst Iniestas letzte auffällige Aktion, eine Flanke von der linken Seite, führte zum 1:0.

„Wir haben dominiert und die Kontrolle über das Spiel gehabt, das ist das Wichtigste“, sagte Trainer Vicente del Bosque. Kritik am mitunter pomadigen Auftritt der Selección wollte er nicht hören. „Wir sind mit dieser Spielweise in den vergangenen Jahren nicht schlecht gefahren.“ Der Weltmeister-Coach von 2010 verwies kühl darauf: „Es gibt hier eine große Ausgeglichenheit. Nur einmal hat es hier bisher einen Sieg mit mehr als einem Tor Unterschied gegeben.“

Del Bosque hatte sich auch von den Schlagzeilen um David de Gea nicht aus der Ruhe bringen lassen: Der Keeper von Manchester United, der in Ermittlungen zu einem Skandal um einen Porno- und Zuhälterring verwickelt ist, durfte zwischen die Pfosten. Für seinen Rivalen Iker Casillas, den Kapitän und Rekordnationalspieler, endete so möglicherweise eine Ära.

Die Tschechen mit ihrem mittlerweile 35 Jahre alten Spielgestalter Tomás Rosicky konnten de Gea nicht groß beschäftigen. Im ersten Duell beider Teams bei einer EM-Endrunde setzten die Tschechen den spielstarken Spaniern immer wieder zwei kompakte Defensivreihen entgegen.

Nach einer Viertelstunde kamen die Iberer zu ihrer ersten guten Möglichkeit, als Morata nach Flanke von David Silva aus kurzer Distanz an Torhüter-Oldie Petr Cech scheiterte. Morata hatte auch in der 29. Minute nach Pass von Iniesta die nächste Chance, doch der Stürmer von Juventus Turin schob den Ball knapp am Tor vorbei.

Der EM-Sieger von 1976 hatte in der Defensive Schwerstarbeit zu leisten. Zu groß war die Überlegenheit der Elf von del Bosque. Die größte Möglichkeit der Tschechen hatte Werder Bremens Theodor Gebre Selassie mit einem Kopfball, den Cesc Fabregas gerade noch vor der Torlinie erwischte und den Rückstand somit verhinderte (65.).

„Zwei Minuten“, meinte Tschechiens Trainer Pavel Vrba später bei der Pressekonferenz mit Blick auf Piqués spätes Tor stöhnend. „Zwei Minuten haben gefehlt. Wir haben das Maximale rausgeholt. Es ist schade, dass wir nicht einen Punkt mitnehmen durften.“ Nach dieser Lehrstunde hat Vrba jedenfalls keinen Zweifel daran, dass der Gegner den Weg zum möglichen dritten EM-Titel eingeschlagen hat: „Spanien hat große Qualität.“

dpa

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