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Schicksalswochen auf Schalke - keine „Siegermentalität“

Ingolstadt Schicksalswochen auf Schalke - keine „Siegermentalität“

Konstanz? Auf Schalke ist das nicht erst seit der Ingolstädter Lehrstunde ein Fremdwort. Vor dem Hammer-Programm mit Dortmund, München und Leverkusen geraten die Saisonziele in weite Ferne.

Ingolstadt. Vor den Schicksalswochen herrscht auf Schalke Alarmstimmung. Bei den Königsblauen sind vor den Hammer-Duellen gegen Borussia Dortmund, Bayern München und Bayer Leverkusen die Saisonziele in akuter Gefahr.

Nach der am Ende desolaten Vorstellung beim beherzten Neuling FC Ingolstadt fehlten Manager Horst Heldt fast die Worte. Der unter scharfer Beobachtung stehende Trainer André Breitenreiter formulierte an die Adresse seiner flatterhaften Mannschaft harsche Kritik, die auch seine Position schwächt.

„Es ist bis heute nicht gelungen, diese Siegermentalität auf den Platz zu bringen, gegen Widerstände anzuarbeiten, über 90 Minuten wachsam zu sein“, schimpfte der 42-Jährige nach dem 0:3 (0:2) von Schalke 04 in Ingolstadt. „Jeder muss sich hinterfragen, ob er in jedem Spiel an die Grenzen geht.“

Bei den Schalkern ist das in dieser Saison nur schwer vorstellbar. Ansprechende Leistungen wechseln sich mit enttäuschenden ab. Nach zuvor drei Siegen aus vier Partien schien das Team von Breitenreiter mal wieder auf einem verheißungsvollen Weg Richtung Champions League. Die Lehrstunde in Sachen Fußball-Grundtugenden am Samstag löste in der Schalker Chef-Etage aber Kopfschütteln aus.

„Ich bin nicht der einzige, der heute sauer ist“, versicherte der scheidende Manager Horst Heldt ein. „Mir fehlen ein bisschen die richtigen Worte.“ Diese fand der 46-Jährige dann doch noch. „Natürlich fehlt mir auch ein Aufbäumen innerhalb dieser Truppe, wir ergeben uns zu schnell dem Schicksal“, erläuterte Heldt. „Wir müssen schleunigst sehen, dass wir ein anderes Gesicht.“

Da ist auch Breitenreiter gefordert. Der frühere Paderborner Coach hat es in seiner Schalker Premierensaison nicht geschafft, einem durchaus talentierten Team dauerhaften Biss einzuimpfen. Dieses Versäumnis fällt natürlich auch auf Breitenreiter zurück. Namen wie Lucien Favre oder Markus Weinzierl werden nicht ohne Grund als potenzielle Nachfolger gehandelt.

„Wir haben gute Charaktere in der Mannschaft, saubere Jungs, die vielleicht das eine oder andere Mal zu lieb sind und sich nicht auf dem Platz wehren“, nahm Breitenreiter später sein Team doch noch in Schutz. Ihm mangelt es an Führungsfiguren in der Mannschaft. Männer, die mit ihrer Ansprache auf dem Platz mitreißen. „Wir hätten mehr Männer sein müssen“, meinte auch Torwart Ralf Fährmann.

Breitenreiter diente der Führungstreffer als Paradebeispiel. Dario Lezcano habe diesen Strafstoß unbedingt haben wollen, deshalb ging er auch in Ordnung, beschrieb der Schalker Coach den Elfmeterpfiff nach einem vermeintlichen Foul von Junior Caicara. Danach habe seine Mannschaft „alles vermissen lassen - Biss, Herz, Einstellung zum Spiel.“ Den Toren von Moritz Hartmann (29. Minute/Foulelfmeter), Lukas Hinterseer (45.+2) und schließlich Lezcano (65.) hatte sein Team rein gar nichts entgegenzusetzen.

„Das war Käse, was wir abgeliefert haben“, kritisierte Kapitän Fährmann, der Schalke zurecht die Qualitäten einer Topmannschaft absprach. Mit 44 Punkten muss der Verein im Kampf um Europa nun deutlich aufdrehen. „Die Champions League ist reine Träumerei, sie entspricht nicht der Realität“, konstatierte Fährmann verbittert.

Die Schalker stünden „mit dem Rücken zur Wand“, befand der Keeper. Kein Wunder. Die nächste Riesenhürde ist am Sonntag Bayern-Jäger Dortmund. Das sei „mit das wichtigste Spiel“, urteilte Heldt. „Wenn wir da nicht anders auftreten, werden wir keinen Blumentopf gewinnen.“ Klaas-Jan Huntelaar könnte in diesem hochbrisanten Traditionsduell wieder eine Alternative für die Startformation sein. Denn der Stürmer könne jemand sein, „der Mentalität in dem Derby auf den Platz bringt“, befand Heldt. Die hat Schalke auch bitter nötig.

dpa

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