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Spanien in EM-Frühform, andere Teams noch nicht

Berlin Spanien in EM-Frühform, andere Teams noch nicht

Schwache Testspiele, dazu mitunter schwerwiegende Ausfälle - bei vielen EM-Teilnehmern ist gut eine Woche vor dem EURO-Anpfiff noch Luft nach oben. Immerhin Titelverteidiger Spanien präsentiert sich bereits in Frühform.

Berlin. Vor Beginn der Fußball-EM bietet die Deutsche Presse-Agentur einen Formcheck der Teams an.

Gruppe A

FRANKREICH: Der Gastgeber hat in diesem Jahr sämtliche Testspiele gewonnen. Allerdings kassierte die Mannschaft in allen drei Partien jeweils zwei Gegentore. Bei der EM muss Trainer Didier Deschamps auch noch auf drei wichtige Spieler verzichten. Hinzu kommen Nebenschauplätze wie eine aufgekommene Rassismus-Debatte.

RUMÄNIEN: Der vorletzte EM-Test hat den Glauben in die eigene Stärke schwer erschüttert. Nach der kompletten Qualifikation mit nur zwei Gegentoren kassierte Rumänien beim 3:4 gegen die Ukraine gleich doppelt so viele Treffer. Bei der Generalprobe gegen Georgien ist der aus dem Kader gestrichene Stuttgarter Maxim nicht mehr dabei.

SCHWEIZ: Die Eidgenossen setzen auf ihre Bundesliga-Legionäre. Elf Profis aus der Beletage des deutschen Fußballs sollen helfen, dass die Schweiz erstmals die EM-Vorrunde übersteht. Nach bescheidenden Auftritten gegen Irland (0:1) und Bosnien-Herzegowina (0:2) zeigte die Formkurve beim 1:2 im Test gegen Belgien am Wochenende nach oben.

ALBANIEN: Beim EM-Neuling herrscht riesige Euphorie, Albanien hält gar die K.o.-Runde für möglich. Große Stärke sind Defensive und mannschaftliche Geschlossenheit. Allerdings mangelt es an Offensivstärke: Mit dem Toreschießen tut sich das Team des Italieners de Biasi schwer. Schwerwiegende Ausfälle gibt es nicht.

Gruppe B:

ENGLAND: Die Euphorie wächst immer weiter. Zwei 2:1-Siege mit ordentlichen Leistungen über die Türkei und Australien lassen den Glauben an eine erfolgreiche EM - wie aber schon so oft zuvor - wachsen. In seinem Kader setzt der als konservativ verschriene Coach Hodgson auf eine junge Auswahl mit dem 18-Jährigen Rashford.

RUSSLAND: Sportlich ließ der jüngste EM-Test gegen Tschechien mit dem 1:2 zu wünschen übrig. Aber wenige Tage nach dem Erhalt seines russischen Passes feierte der eingewechselte Schalker Bundesliga-Profi Roman Neustädter sein Debüt für die Sbornaja. Am Sonntag folgt ein weiterer Test gegen Serbien zur Formüberprüfung.

WALES: Beim EM-Neuling steht und fällt alles mit Gareth Bale. Der Superstar von Real Madrid kommt nach dem Gewinn der Champions League hochmotiviert zur Nationalmannschaft. Dennoch sind die Waliser in der der Gruppe B mit England, der Slowakei und Russland nur Außenseiter. Am 5. Juni steht in Schweden die Generalprobe an.

SLOWAKEI: Der überraschende 3:1-Testspielsieg gegen Deutschland hat den Osteuropäern Hoffnung gegeben, die schwere Vorrundengruppe zu überstehen. Viel wird davon abhängen, wie sich Schlüsselspieler Marek Hamsik vom SSC Neapel präsentiert. In Peter Pekarik (Hertha) und Dusan Svento (Köln) stehen zwei Bundesligaprofis im Kader.

Gruppe C:

DEUTSCHLAND: Der Weltmeister hat im Trainingscamp in der Schweiz mit einigen Anlaufschwierigkeiten an der EM-Form gearbeitet. Kapitän Bastian Schweinsteiger und Mats Hummels werden bis zum ersten Turnierspiel gegen die Ukraine nicht fit. Marco Reus musste wegen Schambeinproblemen sogar nach Hause. Das Ziel bleibt aber der Titel.

UKRAINE: Seit dem 0:1 im letzten regulären Qualifikationsspiel gegen Spanien im Oktober hat die Ukraine von fünf Partien vier gewonnen. Das 4:3 gegen Rumänien zuletzt offenbarte aber Konzentrationsmängel. Es geht wohl um Platz drei in der Gruppe - ein angenehmer Auftaktgegner ist das Team für Deutschland aber keinesfalls.

POLEN: Robert Lewandowski und sein Team haben noch viel Luft nach oben. Das 1:2 im ersten EM-Härtetest gegen die Niederlande zeigte vor allem, dass sich die Mannschaft in der Defensive steigern muss. Im Mittelfeld sollte Grzegorz Krychowiak für einen Qualitätsschub sorgen, er wurde wegen einer Knieverletzung noch geschont.

NORDIRLAND: Die Nordiren strotzen vor Selbstvertrauen. Elf Spiele nacheinander hat das Team von Michael O'Neill nicht mehr verloren, zuletzt gab es ein 3:0 gegen Weißrussland. Sonderlich starke Einzelspieler gibt es nicht, aber selbst einen Mann aus der dritten Liga wie Stürmer Will Grigg dürfen die Gegner nicht unterschätzen.

Gruppe D:

SPANIEN: Trotz der schwierigen Vorbereitung scheint der EM-Titelverteidiger in Form: Die Testspiele gegen Bosnien-Herzegowina (3:1) und Südkorea (6:1) gewannen die Iberer klar. Coach del Bosque hatte im Trainingslager in Österreich nur eine Rumpf-Mannschaft zur Verfügung, da die Profis von Real und Atlético Madrid fehlten.

TSCHECHIEN: Altstar Rosicky gibt die meisten Rätsel auf. Wozu ist der verletzungsanfällige 35-Jährige nach einem kompletten Jahr ohne Spielpraxis noch fähig? Coach Vrba setzt voll auf den früheren BVB-Profi. Ein Weiterkommen in der Gruppe mit Spanien, Kroatien und der Türkei ist aber allemal möglich.

TÜRKEI: Das Team des erfahrenen Trainers Fatih Terim schaffte die EM-Qualifikation nur mit Mühe als bester Gruppendritter. Dennoch sind in der Heimat die Erwartungen groß. Die Bilanz der vergangenen 18 Monate mit nur einer Niederlage im Test am 22. Mai in England (1:2) macht Mut. Spielerisch blieben zuletzt jedoch viele Wünsche offen.

KROATIEN: Beim 1:0-Sieg gegen Moldau bemängelte Trainer Ante Čačić die mangelnde Chancenverwertung. Das soll im letzten Test gegen San Marino besser werden. Čačić setzt vor allem auf das Star-Trio Mandzukic, Rakitic und Modric, der nach dem Champions-League-Triumph mit Real Madrid als letzter Profi zur Mannschaft stieß.

Gruppe E:

BELGIEN: Der EM-Geheimfavorit tat sich am Mittwoch beim 1:1 gegen Finnland sehr schwer. Dazu hat die Mannschaft von Trainer Marc Wilmots ohne Kapitän Vincent Kompany Probleme in der Abwehr. Vor dem EM-Auftakt gegen Italien am 13. Juni tritt das Team des früheren Bundesligaprofis Kevin De Bruyne am Sonntag gegen Norwegen an.

ITALIEN: Trainer Antonio Conte steht bis zum EM-Auftakt gegen Belgien noch viel Arbeit bevor. Beim 1:0 gegen Schottland überzeugten die Azzurri zuletzt nicht, Schwachpunkt bleibt die Offensive. Zwar sind die defensivstarken Italiener stets ein unangenehmer Gegner, doch die Hoffnungen in Kapitän Buffon und Co. sind in der Heimat gering.

IRLAND: Ihre Generalprobe haben die Iren verpatzt. Gegen Weißrussland kassierten sie eine 1:2-Niederlage. Ohne den verletzten Routinier Robbie Keane fehlte der Elf von Martin O'Neill die EM-Reife. Am Mittwoch stimmte sich die Mannschaft mit einem Opernbesuch unter dem Motto „Bon Voyage to the Boys in Green“ auf die Frankreich-Reise ein.

SCHWEDEN: Alles hängt bei den Schweden von Zlatan Ibrahimovic ab. Nach einer Pause wegen Wadenproblemen ist der exzentrische Stürmerstar zuversichtlich für die EM. „Ich fühle mich stark, sehr stark“, versicherte der 34-Jährige, der beim letzten Formtest am Sonntag gegen Wales sein Team wieder als Kapitän anführen dürfte.

Gruppe F

PORTUGAL: Noch ohne die Champions-League-Sieger Cristiano Ronaldo und Pepe stimmt die Form der Portugiesen. Beim klaren 3:0 gegen Norwegen wurde Münchens Neuerwerbung Renato Sanches für die letzten 20 Minuten eingewechselt. Trainer Fernando Santos traut seiner Mannschaft mit einem motivierten Ronaldo den Titel durchaus zu.

ISLAND: Dass es bei der ersten EM der isländischen Geschichte schwer werden könnte für die krassen Außenseiter, wurde schon im vorletzten EM-Test deutlich. Gegen die nicht für die EURO qualifizierten Norweger gab's eine 2:3-Niederlage. Schon die EM-Teilnahme an sich ist für die 300 000-Einwohner-Nation aber eine kleine Sensation.

ÖSTERREICH: Das Koller-Team ist noch nicht in EM-Form. Beim 2:1 gegen Malta blieb noch vieles Stückwerk. Dennoch ist die Stimmung weiter gut, ganz Fußball-Österreich freut sich auf das Turnier in Frankreich. Das Team ist seit langem eingespielt, Verletzte hat Nationalcoach Koller keine.

UNGARN: Vor der Generalprobe gegen Weltmeister Deutschland am Samstag in Gelsenkirchen bleiben die Ungarn die große Unbekannte. Der bislang einzige Test gegen die Elfenbeinküste lieferte beim 0:0 nur wenige Erkenntnisse. Der deutsche Trainer Bernd Storck hat sein Team schon lange zusammen. Das soll zum großen Pluspunkt werden.

dpa

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