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Trainersuche bei RB Leipzig: Rangnicks schweres Erbe

Leipzig Trainersuche bei RB Leipzig: Rangnicks schweres Erbe

RB Leipzig kommt in der Trainersuche nicht wirklich voran. Oder werden die PR-Strategen des Weltkonzerns aus Österreich unterschätzt? Der Aufstiegsaspirant sucht eine Toplösung als Nachfolger von Sportdirektor Rangnick. Bisher gab es nur hochkarätige Absagen.

Leipzig. Das Erbe von Ralf Rangnick als Cheftrainer von RB Leipzig zu übernehmen, wird eine knifflige Aufgabe.

Nicht nur, weil er als Sportdirektor über dem Übungsleiter thronen wird. Auch, weil Rangnicks Einfluss als Förderer und Mentor auf die von ihm verpflichteten Spieler enorm ist und sein dritter Erstliga-Aufstieg nach 2002 mit Hannover 96 und 2008 mit der TSG 1899 Hoffenheim dann hinter dem 57-Jährigen liegen könnte.

Der RB-Vorstandsvorsitzende Oliver Mintzlaff wird nicht müde zu betonen, dass der Club aus der 2. Fußball-Bundesliga von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz eine hochkarätige Lösung anstrebt. Im vergangenen Sommer hatte der ehemalige Langstreckenläufer nach der Absage von Thomas Tuchel Rangnick selbst als „The best man of the Job“ präsentiert.

Diese Lösung scheint nun nicht ganz ausgeschlossen. Auch wenn Rangnick, der sich 2011 beim FC Schalke 04 wegen eines Burnout-Syndroms zurückzog, sich diese Doppelbelastung ab Sommer eigentlich nicht mehr antun will. Am Montag im nächsten Zweitliga-Spiel sitzt er jedoch in jedem Fall auf der Bank.

Was macht die Suche so schwierig, warum wurde noch kein Trainer präsentiert?

Der potenzielle Nachfolger von Rangnick könnte wohl derzeit noch bei einem anderen Verein unter Vertrag stehen. Sonst hätte der Aufstiegsaspirant die Lösung längst bekanntgegeben. „Es hat sich nichts geändert. Außer, dass wir sicher sind, zu dem Zeitpunkt, da wir wissen, in welcher Liga wir spielen, den Trainer bekanntzugeben“, sagte Mintzlaff schon im vergangenen Monat. Auch Rangnick ist beim Thema Trainersuche nach eigener Aussage völlig entspannt. „Es gab weder vor zwei Tagen, noch vor zwei Wochen, noch vor zwei Monaten eine Absage eines Trainers. Wir wissen ganz genau, wen wir wollen und haben dafür einen klaren Zeitplan“, sagte er.

Allerdings verblüffte zuletzt die Uneinigkeit der öffentlichen Äußerungen zum Thema Markus Weinzierl. Den Namen und die Absage plauderte Mintzlaff aus und reagierte damit auf einen „Sport1“-Bericht. Minuten später verwies Rangnick auf den bis 2019 laufenden Vertrag von Weinzierl in Augsburg und meinte: „Wir haben bis jetzt nicht gesagt, mit wem wir verhandeln, und wir werden es auch künftig nicht tun.“ Beide Seiten - RBL und Weinzierl - reklamierten dann die Absage für sich. „Wir haben lediglich einen Namen von unserer Shortlist gestrichen. Wir befinden uns weiter in guten Gesprächen. Zur neuen Saison werden wir ganz sicher eine 1a-Lösung präsentieren“, sagte Mintzlaff der dpa.

Sollte es keinen Hochkaräter geben, spricht neben der bisherigen Lösung vieles für einen jungen, dynamischen Mann unter Rangnicks Führung. Denn ein gestandener Erstliga-Coach würde hinsichtlich Transfers auch seine eigenen Vorstellungen einbringen wollen. Doch die von Rangnick vorgegebene und in allen RB-Filialen praktizierte sportliche, wissenschaftliche und medizinische Ausrichtung mit dem offensiven Pressing und dem auf hohem Tempo basierenden laufintensiven Spiel mit jungen, technisch brillant ausgebildeten Akteuren ist unantastbar.

„Wir haben jetzt schon genug Spieler, die das verinnerlicht haben. Und die Jungs, die in Richtung Profikader oder komplett neu dazukommen, werden alle genügend Potenzial haben, um so ein hochintensives Spiel auf den Platz zu bringen“, meinte Kapitän Dominik Kaiser.

dpa

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