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US-Verband beurlaubt Nationalcoach Klinsmann

WM-Teilnahme in Gefahr US-Verband beurlaubt Nationalcoach Klinsmann

Aus für Jürgen Klinsmann: Er muss seinen Stuhl als US-Nationaltrainer abgeben. Nach zuletzt enttäuschenden Auftritten in der Qualifikation drohen die USA die WM 2018 zu verpassen.

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Jürgen Klinsmann wurde als US-Nationaltrainer beurlaubt.

Quelle: Erik S. Lesser

Chicago. Die USA drohten die Qualifikation für die Fußball-WM 2018 in Russland zu verpassen, nun zog der Verband die Reißleine: Nach mehr als fünf Jahren trainiert Jürgen Klinsmann nicht mehr die Fußball-Nationalmannschaft der USA.

„Wir sind davon überzeugt, dass wir jetzt eine andere Richtung einschlagen müssen“, kommentierte Verbandschef Sunil Gulati die Entscheidung. Zuletzt hatten die USA zwei bittere Niederlagen in der WM-Qualifikation hinnehmen müssen.

Am Dienstag soll es Informationen darüber geben, wie es mit den US-Fußballern weitergehen soll. Im Gespräch für Klinsmanns Nachfolge ist Bruce Arena (51), der das Team bereits von 1998 bis 2006 mit einigem Erfolg trainiert hatte.

Der 52 Jahre alte Klinsmann hatte die US-Boys seit Juli 2011 trainiert und war mit dem Team bei der WM 2014 ins Achtelfinale gekommen. Die Amerikaner hatten 2013 auch den CONCACAF Gold Cup gewonnen.

Die Beurlaubung des Weltmeisters von 1990 hatte sich angedeutet. Beim deftigen 0:4 in Costa Rica in der vergangenen Woche hatten die US-Fußballer die höchste Pleite in der WM-Qualifikation seit 1957 kassiert.

Verbandschef Gulati verweigerte Klinsmann danch die Rückendeckung und kündigte Gespräche mit dem gebürtigen Schwaben an. Nun folgte die Trennung.

Klinsmann habe im US-Verband jede Menge vorangebracht, räumte der Präsident ein. „Er hat jeden in unserem Verband dazu aufgefordert, neue Wege zu gehen. Dank ihm sind wir als Organisation gewachsen“, lobte Gulati.

Auch in den sozialen Medien gab es in der Nacht zum Dienstag viel Anerkennung für Klinsmann. Sie hielt sich aber in etwa die Waage mit Spott und Häme: „Auf Wiedersehen“ schrieben einige US-Nutzer auf Deutsch bei Twitter, und „endlich“.

Der Druck auf den Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft hatte schon nach dem 1:2 gegen den Erzrivalen Mexiko am 12. November erheblich zugenommen.

Mit null Punkten und einem Torverhältnis von 1:6 stehen die US-Boys momentan auf dem letzten Tabellenplatz der Sechser-Endrunde, die Teilnahme an der WM in Russland ist stark gefährdet. Nur die ersten beiden Mannschaften qualifizieren sich direkt, der Dritte hat noch die Chance über die Playoffs.

Derzeit haben Costa Rica (6 Punkte), Mexiko (4) und Panama (4) die besten Aussichten. Auch Honduras (3) und Trinidad & Tobago (0) liegen in der Tabelle noch vor den Amerikanern.

Klinsmann hatte sich zuletzt auffällig viele taktische Fehler ankreiden lassen müssen. Nach seinem Fauxpas gegen Mexiko, als er im ungewohnten 3-5-2-System begann und nach einer halben Stunde alles über den Haufen warf, stellte er gegen Costa Rica wieder auf 4-4-2 um - was ebenfalls nicht funktionierte.

Die „New York Times“ warf Klinsmann vor, für Kritik unempfänglich zu sein und die Verantwortung für schlechte Ergebnisse immer bei anderen gesucht zu haben.

Der ehemalige Nationalstürmer war im Juli 2011 als Nachfolger von Bob Bradley als US-Coach berufen worden. Zuvor hatte Klinsmann das deutsche Nationalteam während der WM 2006 im eigenen Land trainiert und in der Saison 2008/2009 den FC Bayern München. Die Bayern hatten sich kurz vor Ablauf der Spielzeit im April 2009 wieder von Klinsmann getrennt. Auch damals waren ausbleibende Erfolge der Grund.

dpa

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