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VfL Wolfsburg: Alltag gegen Mainz wichtiger als Real

Wolfsburg VfL Wolfsburg: Alltag gegen Mainz wichtiger als Real

Der VfL Wolfsburg sorgt in der Champions League erneut für eine Sternstunde. Die Profis räumen ein, dass die Motivation gegen Mainz in der Liga nun schwer fällt. Dabei kämpft der VfL um die wohl letzte Chance, auch nächste Saison Momente wie gegen Real erleben zu können.

Wolfsburg. Warum nicht immer so? Die historische Sternstunde gegen Real Madrid gelang dem VfL Wolfsburg in der fast sicheren Gewissheit, in der kommenden Saison auf Fußball-Galas wie am Mittwoch verzichten zu müssen.

„Wir haben die Champions League in der Bundesliga aus den Augen verloren. Deshalb ist es jetzt unser Ziel, uns direkt für die Champions League zu qualifizieren“, sagte Wolfsburgs Torschütze Maximilian Arnold zum 2:0-Endstand (25. Minute) nicht ganz ernst gemeint zum VfL-Dilemma.

So vermessen, die Champions League zu gewinnen, um kommende Saison wieder in der Königsklasse dabei zu sein, wollte nach der „atemberaubenden“ Nacht (Arnold) und dem überraschenden Sieg im Viertelfinal-Hinspiel niemand sein. Dabei dürfte dies die einzige Chance sein für den VfL, der gegen die „königlichen“ Superstars so spielte, als habe er nichts anderes als den Titel im Sinn.

„Es ist eins von den Spielen, das keiner je vergessen wird“, sagte VfL-Kapitän Diego Benaglio stolz. Etwas anderes bleibt den Wolfsburgern aber nicht übrig. Schon am Samstag wartet gegen Mainz 05 der schnöde Liga-Alltag. „Das ist das Schwerste, was es gibt im Fußball, nach so einem Abend in den Alltag der Bundesliga zurückzukommen“, gestand Weltmeister Julian Draxler.

Dabei ist die Partie gegen Mainz mindestens so wichtig wie der unvergessliche Erfolg gegen Real. Will der Bundesliga-Achte (38 Punkte) ernsthaft noch einmal in das Rennen um die Europapokalränge eingreifen, ist ein Sieg gegen den Tabellen-Sechsten (44) Pflicht. „Ich hoffe, dass diese Vorstellung nicht zu viele Körner gekostet hat, denn wir müssen sehen, dass wir in der Liga irgendwie noch an die europäischen Plätze rankommen“, meinte Coach Dieter Hecking.

Dass der Vizemeister und Pokalsieger diese Saison trotz des Abgangs von „Fußballer des Jahres“ Kevin De Bruyne den Ansprüchen in der Liga so weit hinterherhinkt, in der Champions League aber für Furore sorgt, ist nach Gala-Vorstellungen wie am Mittwoch kaum zu erklären. In der erst zweiten Champions-League-Saison gelang Wolfsburg gegen Real der fünfte Heimsieg im fünften Spiel und der siebte Erfolg im insgesamt neunten Match. In der Liga indes setzte es bittere Pleiten gegen die Abstiegskandidaten Stuttgart, Frankfurt und Hoffenheim.

„Wir werden Mainz hoffentlich genauso angehen wie Real, obwohl man natürlich nicht von der Hand weisen kann, dass man bis in die Haarspitzen motiviert ist, wenn Real Madrid kommt“, meinte Draxler und deutete damit ungewollt ein Mentalitätsproblem an.

Hoffnung, dass am Samstag der dringend benötigte Sieg nach dem Erfolg für die Galerie folgt, macht vor allem das Blitz-Comeback von Naldo. Nur fünf Wochen nach seiner Schultereckgelenkssprengung stand der Innenverteidiger wieder 90 Minuten auf dem Feld und war Sieggarant. „Es hat sich sehr gut angefühlt“, jubelte Naldo.

„Wir haben jetzt wieder mehr Möglichkeiten: Naldo ist wieder dabei und Bas Dost hatten wir zumindest wieder auf der Bank“, sagte Sportchef Klaus Allofs. In der Tat könnten sich die Personalien angesichts der Unsicherheit von Naldo-Vertreter Robin Knoche und des nicht nur abseits des Platzes immer mehr zum Problem werdenden Stürmers Max Kruse im Saison-Endspurt noch als entscheidend erweisen.

Das Selbstbewusstsein beim VfL jedenfalls ist durch den größten internationalen Sieg der Clubgeschichte nur fünf Tage nach dem bitteren 0:3 in Leverkusen wieder riesengroß. So groß, dass inzwischen jeder an die zuvor nicht für möglich gehaltene Sensation in der Champions League glaubt. „Das muss man einfach genießen. Das kann einem sowieso keiner mehr nehmen: dieses Spiel und dieses Resultat“, frohlockte Allofs und schob hinterher: „Wenn wir in Madrid ähnlich mutig sind, können wir das hinbekommen, das Weiterkommen.“

Coach Hecking verkündete noch deutlicher, als sei es nach der bisherigen Saison das Selbstverständlichste der Welt: „Ich will ins Halbfinale.“

dpa

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