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„ . . . dass Golf so cool sein kann!“

„ . . . dass Golf so cool sein kann!“

Um junge Leute für den Golfsport zu begeistern, hat der Landesverband MV ein Schulprojekt gestartet. Mit Erfolg.

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Umringt von talentierten Golf-Eleven vom Bergener Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium: Golflehrer Sinjin McNab (Mitte), beim Schnuppergolfen im Golfclub Karnitz auf Rügen. Vereinspräsident Gerhard Kuhl (2.v.r.) hat das Nachwuchsprojekt angeschoben.

Quelle: Anne Ziebarth

Hoang Pham (13) schwingt den Driver, trifft, toll! „Ich mag es am liebsten, einem schönen Aufschlag lange hinterherzuschauen“, sagt der 12-jährige Noel Fildebrandt. „Nie hätte ich gedacht, dass Golf so cool ist“. Hoang Pham und Pola Bühler (12) lernen am Bergener Ernst-Moritz-Arndt- Gymnasium, spielen erst seit einigen Wochen Golf und haben ihren neuen Lieblingssport durch ein bundesweit einmaliges Projekt des Golfverbands Mecklenburg-Vorpommern gefunden.

Wenn wir Einheimische

auf dem Platz wollen, müssen wir die Jugend gewinnen.Gerhard Kuhl,

Vizepräsident Landesgolfverband

Wenn richtig Action dabei ist, werden die Kinder sofort hellwach.Sinjin MacNab, Golflehrer im Club Karnitz/Rügen.

„Im Februar, März und April haben wir mit unserem Golflehrer Sinjin MacNab 78 Schulen im ganzen Land besucht und Golf vorgestellt“, erzählt Gerhard Kuhl, Vizepräsident des Landesgolfverbandes und Chef des Golfclubs Karnitz auf Rügen. „Bisher konnten 430 Klassen mit rund 7000 Schülern den Sport kennenlernen und ausprobieren." Anschließend entscheiden die Kinder, ob sie weiterspielen möchten.

Dann werden sie kostenfrei zum wöchentlichen Training in einen Club in der Nähe eingeladen. Der Clou: Den Hin- und Rücktransport der Kinder übernimmt der jeweilige Club, die Ausrüstung wird gestellt.

Was nach einem Kraftakt für die Anlagen klingt, ist nach Kuhls Meinung für die Entwicklung des Golfsports in Mecklenburg-Vorpommern dringend nötig. Denn die meisten Anlagen im Land klagen über Nachwuchsmangel.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es mit 17 Golfplätzen relativ viele Golfanlagen, der Landesgolfverband Sachsen-Anhalt zählt beispielsweise nur fünf, Sachsen und Thüringen kommen gemeinsam auf 23 Anlagen. Aber in MV spielen nur die wenigsten Einheimischen Golf. „Von 16000 Mitgliedern in unseren Clubs haben weniger als die Hälfte in Mecklenburg-Vorpommern ihren Hauptwohnsitz. Die anderen sind Urlauber, die eine Fernmitgliedschaft nutzen", berichtet Kuhl. „Das ist schön, aber wenn wir möchten, dass mehr Einheimische auf unsere Plätze kommen, müssen wir die Jugend gewinnen.“ Von Schweden könne man sich in dieser Hinsicht einiges abgucken. „Da spielen rund zehn Prozent der Bevölkerung Golf.“

Davon ist MV mit einer Quote von einem Prozent der Bevölkerung zwar noch weit entfernt, doch die Zeichen stehen gut: Die Golfaktion an den Schulen kommt beim jungen Zielpublikum nämlich richtig gut an – zwischen 10 und 50 Prozent der Schüler melden sich nach dem Schnuppergolfen für das weitere Training in den Golfclubs an. „Die Kinder haben oft das Vorurteil übernommen, Golf sei etwas für alte Leute und langweilig“, sagt Trainer MacNab. „Und dann sind sie ganz überrascht, wenn sie sehen, wie viel Athletik in diesem Sport steckt.“ In den eineinhalb Stunden Sportunterricht, die MacNab gemeinsam mit den Sportlehrern gestaltet, wird zunächst ein Film gezeigt (lange Abschläge, coole Professionals) dann folgen verschiedene Übungen und natürlich zum krönenden Abschluss: Bälle schlagen!

Die Fünft-, Sechst- und Siebtklässler dürfen selbst zum Eisen oder Holz greifen und ihre ersten Schläge machen. Zum Schluss lässt es der Profi dann ordentlich krachen und demonstriert, wie viel Kraft in einem Abschlag stecken kann. „Wenn richtig Action dabei ist, werden die Kinder sofort hellwach“, sagt MacNab lachend.

Der 48-jährige Brite weiß genau, dass Kinder und Golf gut zusammenpassen. Als Siebenjähriger begann er selbst mit dem Golfen, mit dreizehn Jahren wurde er in Südafrikas Jugendnationalmannschaft berufen. Nach einer Laufbahn im Profibereich betreut er seit 2015 im Golfclub Karnitz die Golfschule. Er war sofort mit dabei, als 2015 in Karnitz eine Art Testlauf des Golf-in-der-Schule- Projekts anlief. Von 34 Schülern, die sich danach fürs Training angemeldet haben, sind immerhin 15 dauerhaft geblieben und sammeln derzeit ihre ersten Turniererfahrungen. „Beim Training mit Kindern ist es das Wichtigste, dass der Spaß nicht zu kurz kommt", weiß MacNab. „Also beginnen wir erst mal mit dem Bälleschlagen, Hauptsache der Ball fliegt. Wenn ich gleich mit dem Erklären der Golfregeln anfangen würde, hätte ich viele Kinder schon verloren.“ Ans Putten, die Golfregeln und die Besonderheiten des Golfspiels führt er seine Schützlinge langsam heran: „Eine 18-Loch-Golfrunde unter Turnierbedingungen fordert einem Kind enorm viel an Konzentration, Kraft und mentaler Stärke ab, das kann man nicht innerhalb weniger Wochen erreichen.“

Auch die Fitness lasse bei vielen Kindern zu wünschen übrig. „Einige machen Sport im Verein, das merkt man dann“, sagt MacNab, „Bei vielen anderen sieht es leider schlechter mit der Koordination und Kondition aus, da müssen wir etwas nachholen.“ Wenn aber erst der Ehrgeiz geweckt sei, komme der Rest oft von ganz allein.

Profitieren können Kinder vom Golfsport nicht nur in sportlicher Hinsicht. „Beim Golf spielen auch Selbstbeherrschung, Fairness und Ehrlichkeit eine große Rolle“, merkt Kuhl an. „Das ist schon eine Art Charakterbildung“.

Sind die 90 Minuten Training vorbei, heißt es für die Nachwuchsgolfer aus Karnitz wieder in den Kleinbus steigen. Am Lenkrad sitzt der Club-Präsident persönlich. „Wir fahren mit unserem Shuttle vier Haltestellen auf der Insel an“, erzählt Kuhl. „Manchmal helfen auch die Mitglieder des Clubs.“

Dass sich der Einsatz lohnt, sieht man an den freudestrahlenden Gesichtern von Florian Pahnke (14) und Lucas Bittner zum Ende des Trainings. „Klar möchte ich dabei bleiben“, sagt Pola Bühler „Vielleicht spielt meine Mama ja auch mal mit!“

Anne Ziebarth

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Verwendung Schläge vom AbschlagForm groß, tropfen- bis birnenförmigVolumen150-460 cm³Loft ca. 9 bis 18°Schaftlänge ca. 40 bis 45 Zoll Holzdrei Hölzer pro Standardset Verwendung Abschläge auf dem GrünForm unterschiedlichLoft ca. 80° bis 90°Schaftlänge ca. 33 bis 35 Zoll Putterein bis zwei pro Spielbahn Verwendung mittellange Schläge 70-180 mForm trapezförmiger SchlägerkopfVolumen150-460 cm³Loft ca. 20° bis 45°Schaftlänge ca. 35 bis 39 Zoll Eisendrei bis neun pro Standardset Verwendung kurze Schläge aus schwieriegen PositionenForm ballonförmiger SchlägerkopfLoft ca. 48° bis 54°Schaftlänge 34 bis 36 Zoll WedgePitching und Sand Wedges für ein Standardset
Der Abschlag Die Unterarmemit dem Schwung drehen. Arme Hände und Schlägerbleiben eine Einheit. Den rechten Arm gerade halten. Füße etwas mehr als Schulterbreit auseinander. Schulter paralell zur Flugbahn des Balls ausrichten. Knie leicht beugen. Schläger mit den Schulternnach hinten bewegen. Arme, Händer und Schlägerbilden eine Einheit. Das rechte Bei bleibt stabil. Die Augen bleiben auf den Ball gerichtet. Die Wirbelsäule wird gedrehtdie Hüfte bleibt gerade. Der rechte Arm bleibt gerade. Den Schwung mit dem Drehender Schulter beginnen. Arme Hände und Schlägerbleiben eine Einheit. Den rechten Arm gerade halten.