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„In diesem Jahr hat Olympia Priorität“

„In diesem Jahr hat Olympia Priorität“

Deutschlands bester Golfer Martin Kaymer über seinen Start bei den Sommerspielen in Rio, seine Liebe zum Fußball, Turnierstress und den verpassten Ryder Cup in Deutschland

Herr Kaymer, kein deutscher Spitzensportler legt im Jahr wohl mehr Flugmeilen zurück als Sie. Wissen Sie, wie viele es sind?

Martin Kaymer: Ich halte das nicht genau fest. Aber in diesem Jahr sind es bestimmt bereits wieder weit über 25000 Kilometer. Ja, es kommt schon immer ordentlich was zusammen.

Ein Leben aus dem Koffer und in Hotels – ist das nicht irrsinnig anstrengend? Wie finden Sie Zeit für sich und zum Abschalten?

Kaymer: Anstrengend ist es hauptsächlich wegen der vielen Zeitunterschiede. Von Asien nach Europa, in die USA und wieder zurück – das wirft den Rhythmus schon ein bisschen durcheinander. An das Leben aus dem Koffer gewöhnt man sich. Dennoch freue ich mich jedes Mal, wenn ich ein paar Tage zu Hause sein kann.

Mit 15 Jahren standen Sie vor der Wahl: Fußball oder Golf. Wie würden Sie heute einem 15-Jährigen, der vor der gleichen Wahl steht, die Entscheidung für den Golfsport schmackhaft machen?

Kaymer: Ich denke, diese Entscheidung ist immer individuell. Für mich war es damals schön, mein eigener Herr sein zu können und absolut selbstverantwortlich für meine Leistung zu sein. Nichtsdestrotrotz vermisse ich den Fußball manchmal, da dieser Teamgedanke im Golf oft fehlt.

Golf kehrt im August das erste Mal seit 112 Jahren wieder ins Programm der Olympischen Spiele zurück. Welchen Stellenwert haben die Sommerspiele in Rio de Janeiro für Sie persönlich?

Kaymer: Olympia hat für mich dieses Jahr absolute Priorität. Das wird das erste Mal sein, dass man als Golfspieler Teil eines richtigen Teams ist, das für Deutschland antritt. Ich freue mich sehr darauf! Auch für den Sport im Allgemeinen kann es nur von Vorteil sein. Ich werde mein Bestes geben, um eventuell eine Medaille für Deutschland holen zu können.

Wann und wo werden die Golffans Sie in diesem Jahr in Deutschland sehen?

Kaymer: Dieses Jahr ist mit Olympia sehr schwer zu planen, da der Sommer sehr stressig wird. Ich kann deshalb jetzt noch nicht sagen, welche Turniere ich im Sommer und Herbst genau spielen werde. Ich muss auch auf meinen Körper hören. Und bei Olympia, den Majors und beim Ryder Cup, falls ich mich für ihn qualifizieren sollte, möchte ich schon in Topform sein.

Deutschland hatte sich um die Austragung des Ryder-Cups 2022 beworben, musste aber Italien den Vortritt lassen. Wie enttäuscht sind Sie, dass es wieder nicht mit dem Zuschlag geklappt hat?

Kaymer: Natürlich bin ich enttäuscht. Ich denke, für jeden Sportler ist es ein besonderes Gefühl, ein solches Großevent in seinem Heimatland erleben zu können. Aufgrund der finanziellen Hintergründe der italienischen Bewerbung ist die Entscheidung aber nachvollziehbar. Denn es geht dabei auch um das große Ganze und auch ein Stück weit um das Wohl der European Tour.

Was sind aus Ihrer Sicht die drei wichtigsten Dinge, die man braucht, um sich als Golfer im Profibereich durchzusetzen?

Kaymer: Selbstvertrauen, Hartnäckigkeit und eine gute Arbeitsmoral.

Nennen Sie uns bitte drei Argumente, warum es sich lohnt, mit Golf anzufangen – auch wenn man bisher noch nicht mit dem Golfvirus infiziert wurde!

Kaymer: Bewegung, Natur und viel gemeinsame Zeit zum Reden.

Und was entgegnen Sie Spöttern, die behaupten: Golf ist ein Sport für Rentner?

Kaymer: Meist frage ich, ob sie Golf denn schon selbst einmal ausprobiert haben. Ich habe das mal mit einem Freund gemacht und ihn eine Platzrunde spielen lassen. Er hatte am nächsten Tag richtig Muskelkater.

Mit 26 Jahren schon Weltranglisten-Erster

Martin Kaymer wurde am 28. Dezember 1984 in Mettmann bei Düsseldorf geboren. Seit 2005 ist er Golfprofi. 2008 gelang ihm mit zwei Turniersiegen auf der European Tour der internationale Durchbruch. 2010 gewann er mit der PGA Championship als zweiter Deutscher überhaupt nach Bernhard Langer ein Major-Turnier, die wichtigste Kategorie der Golfwelt. 2014 legte Kaymer mit dem US-Open-Titel (Foto) nach. Schon 2011 war der Rheinländer mit 26 Jahren der bisher zweitjüngste Weltranglistenerste nach Tiger Woods. Insgesamt siegte der 31-Jährige bisher bei 22 Profiturnieren und erspielte sich ein Gesamtpreisgeld von 30 Millionen Euro.

Interview von Marco Fenske und Carli Underberg

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Verwendung Schläge vom AbschlagForm groß, tropfen- bis birnenförmigVolumen150-460 cm³Loft ca. 9 bis 18°Schaftlänge ca. 40 bis 45 Zoll Holzdrei Hölzer pro Standardset Verwendung Abschläge auf dem GrünForm unterschiedlichLoft ca. 80° bis 90°Schaftlänge ca. 33 bis 35 Zoll Putterein bis zwei pro Spielbahn Verwendung mittellange Schläge 70-180 mForm trapezförmiger SchlägerkopfVolumen150-460 cm³Loft ca. 20° bis 45°Schaftlänge ca. 35 bis 39 Zoll Eisendrei bis neun pro Standardset Verwendung kurze Schläge aus schwieriegen PositionenForm ballonförmiger SchlägerkopfLoft ca. 48° bis 54°Schaftlänge 34 bis 36 Zoll WedgePitching und Sand Wedges für ein Standardset
Der Abschlag Die Unterarmemit dem Schwung drehen. Arme Hände und Schlägerbleiben eine Einheit. Den rechten Arm gerade halten. Füße etwas mehr als Schulterbreit auseinander. Schulter paralell zur Flugbahn des Balls ausrichten. Knie leicht beugen. Schläger mit den Schulternnach hinten bewegen. Arme, Händer und Schlägerbilden eine Einheit. Das rechte Bei bleibt stabil. Die Augen bleiben auf den Ball gerichtet. Die Wirbelsäule wird gedrehtdie Hüfte bleibt gerade. Der rechte Arm bleibt gerade. Den Schwung mit dem Drehender Schulter beginnen. Arme Hände und Schlägerbleiben eine Einheit. Den rechten Arm gerade halten.