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Boom in der Handball-Bundesliga

Hamburg Boom in der Handball-Bundesliga

Das deutsche Handball-Team ist in diesem Jahr erfolgreich wie lange nicht und stachelt die Begeisterung für die Bundesliga an. Da stören die neuen Regeln nur. Bei den Betroffenen überwiegt Argwohn.

Hamburg. Siebter Feldspieler hin, Blaue Karte her: Die neuen Regeln im internationalen Handball können die Vorfreude der Fans auf die neue Saison nicht bremsen. Befeuert durch EM-Titel und Olympia-Bronze der deutschen Nationalmannschaft ist das Interesse deutlich gestiegen.

In der 51. Saison der hiesigen Eliteliga erhoffen sich Liga-Verband und Vereine einen zunehmenden Run auf die Spiele. Doch das veränderte Regelwerk stößt unter Trainern, Spielern und Fans auf reichlich Skepsis und Ablehnung. „Die IHF hat uns ein schönes Ei ins Nest gelegt“, klagte der inzwischen gestorbene deutsche Schiedsrichter-Chef Peter Rauchfuß vor Inkrafttreten der Vorschriften zum 1. Juli.

Inzwischen wurden erste Erfahrungen gesammelt. „Bei Olympia waren die Auswirkungen nicht so dramatisch. Ich fand keine Regel katastrophal“, sagt Frank Bohmann, Geschäftsführer des Liga-Verbandes HBL, und rät: „Geben wir den Regeln ein Jahr lang eine Chance. Dann werten wir sie mit der IHF aus.“ Lediglich die Blaue Karte als Androhung einer spielübergreifenden Strafe sieht Bohmann als unnütz an.

Neben dem siebten Feldspieler wird die Drei-Angriffe-Sperre für ärztlich behandelte Profis auf dem Spielfeld mit Argwohn gesehen. Eigentlich soll damit das Zeitschinden durch Simulanten unterbunden werden. Trainer Frank Carstens von GWD Minden sieht darin aber „eine Art von Bestrafung“ und erklärt: „Der gefoulte Spieler ist nicht nur verletzt, sondern muss auch auf der Bank Platz nehmen.“

Eine Neuerung sticht heraus: der siebte Feldspieler, der den Torwart jederzeit ersetzen kann und kein Leibchen mehr tragen muss. Dafür hat Bundestrainer Dagur Sigurdsson nur noch Sarkasmus übrig: „Herzlichen Glückwunsch zu dieser Regel.“

Trainer Nikolaj Jacobsen von Meister Rhein-Neckar Löwen glaubt, dass nunmehr die Außenseiter „vermehrt ihre Chance gegen die Favoriten in der Überzahl suchen. Er wird vermutlich mehr Überraschungen geben.“ In diesem Bestreben sieht Trainer Michael Roth von der MT Melsungen eine große Gefahr: „Ich hoffe, dass die Kollegen das nicht übertreiben, dass nur noch sieben gegen sechs spielen. Es will keiner sehen, dass ständig der Ball ins leere Tor geworfen wird.“

Der Vorteil durch den siebten Mann kann schnell zum Nachteil werden, wenn bei Balleroberung durch den Gegner das eigene Tor leer steht. So gelangen Deutschlands Torhüter Andreas Wolff bei Olympia vier Tore. „Selbst die besten Nationen mit den besten Spielern der Welt hatten Probleme mit sieben gegen sechs. Ich bin gespannt, wie viele Mannschaften wirklich darauf setzen werden und das Risiko eingehen, einfache Tore zu kassieren“, meint Erlangens Coach Robert Andersson.

Harsche Kritik kommt aus Göppingen, Trainer Magnus Andersson stöhnt: „Das ist Katastrophen-Handball. Wir erleben eine ganz neue Sportart. Der Vorteil einer guten Abwehr ist dadurch weg.“ Das kann Trainer Bennet Wiegert vom SC Magdeburg nicht bestätigen. Er sieht den siebten Mann nicht „als DAS taktische Mittel“ an. „Es gibt aber einige Situationen, in denen das weiterhilft“, meint er. Sein Kollege Emir Kurtagic aus Gummersbach hat einen berechtigten Einwand: „Ich halte nichts davon, dass eine Mannschaft nach einer Bestrafung das Recht bekommt, in Gleichzahl zu spielen, als ob nichts gewesen wäre.“

Trotz aller Diskussionen: Die Fans lassen sich ihre Begeisterung nicht nehmen. Waren in der Saison 2014/15 im Schnitt 4591 Zuschauer in die Hallen gekommen, kletterte der Zuspruch im Spieljahr des EM-Titelgewinns auf den Rekord von 4935 Fans pro Partie. Nach Olympia-Bronze werden jetzt mehr als 5000 Zuschauer pro Spiel erwartet. Bohmann: „Der Dauerkarten-Verkauf bricht alle Rekorde.“

dpa

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Hamburg

Nur wenige Tage nach dem Gewinn von Olympia-Bronze beginnt die 51. Saison in der Handball-Bundesliga. Die Mehrheit der Trainer glaubt, Flensburg wird neuer Titelträger. Ein Coach hat einen ganz mutigen Tipp.

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Handball 2. Bundesliga Männer

Nordhorn-Lingen - HC Empor Rostock36:14
TuS N-Lübbecke - TuSEM Essen28:23
TV Emsdetten - ASV Hamm29:26
BBM Bietigheim - SG Leutershausen25:24
ThSV Eisenach - Dessau-Roßlauer HV23:24
EHV Aue - HG Saarlouis36:25
TV Hüttenberg - TV Neuhausen34:28
TuS Ferndorf - TSG Ludwigshafen-Friesenheim23:29
VfL Bad Schwartau - Wilhelmshavener HV29:25
HSG Konstanz - DJK Rimpar29:28

RangVereinToreGgTorePunkteMinusp.
1.TuS N-Lübbecke9217895410
2.BBM Bietigheim9148624618
3.TV Hüttenberg8668014319
4.DJK Rimpar8668234222
5.VfL Bad Schwartau8257624024
6.TSG Ludwigshafen-Friesenheim8618223923
7.Nordhorn-Lingen8448073430
8.ThSV Eisenach8458443430
9.TV Emsdetten8858683133
10.Dessau-Roßlauer HV8208353133
11.EHV Aue8448463034
12.HSG Konstanz8268943034
13.HG Saarlouis8638982836
14.Wilhelmshavener HV8808862737
15.TuSEM Essen8418662737
16.SG Leutershausen7858272636
17.ASV Hamm8698542638
18.TuS Ferndorf7948622143
19.TV Neuhausen8589261846
20.HC Empor Rostock792927953

Handball

3. Liga Nord Männer

SV Mecklenburg Schwerin - TSV Altenholz26:32
VfL Fredenbeck - Anhalt Bernburg30:26
SC Magdeburg II - HV Grün-Weiß Werder36:28
DHK Flensborg - SV Beckdorf30:23
VTB Altjührden - Flensburg-Handew. II24:23
HSV Hamburg - 1.VfL Potsdam38:31
Oranienburger HC - OHV Aurich27:23
MTV Braunschweig - HSG Nord H/U24:22

RangVereinToreGgTorePunkteMinusp.
1.TSV Altenholz963790506
2.Norderstedt/Henstedt-U.8387444412
3.HSV Hamburg8667774214
4.1.VfL Potsdam8658033719
5.Oranienburger HC7326833719
6.OHV Aurich8147783125
7.SV Mecklenburg Schwerin7667313125
8.Flensburg-Handew. II7437272828
9.Anhalt Bernburg7427882531
10.DHK Flensborg7877872432
11.VfL Fredenbeck7838132333
12.MTV Braunschweig7117552333
13.SG VTB Altjührden7418011937
14.SC Magdeburg II8108531838
15.HV Grün-Weiß Werder656810947
16.SV Beckdorf712889749

Handball

Handball Kreisunion MV Ost

HSG Uni Greifswald 2 - HV Altentreptow 2indiv.1
HSV Waren 2 - HV Ückeritz40:16
HSV Greif Torgelow - Torgelower SV Greif21:31

RangVereinToreGgTorePunkteMinusp.
1.HSV Waren 2703740
2.Torgelower SV Greif564631
3.HV Altentreptow 2213022
4.HSV Greif Torgelow465613
5.HSG Uni Greifswald 2222504
6.HV Ückeritz4162-15

Handball

Handball-Bundesliga Frauen

HC Leipzig - HSG Bad Wildungen41:27
Buxtehuder SV - Thüringer HC29:29
TuS Metzingen - VfL Oldenburg22:27
Bayer Leverkusen - SVG Celle28:22
HSG Blomberg-Lippe - BVB Dortmund26:28
TV Nellingen - FA Göppingen27:27
Neckarsulmer Sportunion - SG BBM Bietigheim28:30

RangVereinToreGgTorePunkteMinusp.
1.SG BBM Bietigheim726501440
2.Thüringer HC663542375
3.TuS Metzingen6415613212
4.Buxtehuder SV6605992717
5.HC Leipzig6305902618
6.BVB Dortmund5085272519
7.VfL Oldenburg6135952420
8.Bayer Leverkusen5155511824
9.FA Göppingen6126271826
10.HSG Blomberg-Lippe5806061628
11.HSG Bad Wildungen5816651331
12.TV Nellingen5586901034
13.Neckarsulmer Sportunion516611935
14.SVG Celle500638737