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„Früher habe ich Laufen gehasst, heute liebe ich es“

Stralsund „Früher habe ich Laufen gehasst, heute liebe ich es“

Juliane Wormsbächer (30) wurde letzte Saison beim MV-Laufcup Dritte. Nun will die Stralsunderin noch mehr.

Stralsund. Früher war sie Turniertänzerin, heute tänzelt sie über die Laufstrecken: Juliane Wormsbächer zählt zur erweiterten Spitze der Ausdauerläuferinnen im Land. Vergangene Saison schaffte sie es beim MV-Laufcup — einer Serie wichtiger Rennen im Nordosten — auf Platz 3 der Damen-30-Gesamtwertung. Doch der Weg dahin war kein gerader. „Ich habe Laufen immer gehasst, schon in der Schule“, erinnert sich die Stralsunderin. Ihre Welt waren Standard- und lateinamerikanische Tänze, Jazzdance und HipHop. Die Trendwende kam während ihres Studiums in der Hansestadt zur Betriebswirtin/Fachrichtung Tourismus: „Ich musste zwischen Bachelor und Master einige Monate überbrücken und habe das als Fitnesstrainerin auf Kreta gemacht“, berichtet die 30-Jährige. Da war Laufen dann gefragt.

Zurück in ihrer Heimatstadt nahm Jule, wie sie ihre Freunde nennen, im Jahr 2012 „just for fun“ am Rügenbrückenlauf teil: „Ich dachte, als Fitnesstrainerin kannst du das mal ohne Training ausprobieren.“ Das Experiment glückte. Juliane Wormsbächer wurde sofort Achte unter 270 Teilnehmerinnen auf der 6-km-Strecke. Der Funke sprang zwar immer noch nicht über, aber ein Jahr später stand sie wieder am Start — wieder ein gutes Ergebnis!

„Von da an hat mich der Ehrgeiz gepackt“, weiß die Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stralsunder Fachhochschule heute, die auch noch als Assistentin der Chefetage beim Stralsunder Handballverein und als Fitnesstrainerin im Freizeitpark Hansedom arbeitet. Sie begann regelmäßig zu trainieren, besorgte sich gute Laufsachen (ihr erstes Rennen hatte sie noch in Jogginghose und Baumwoll-Hoodie bestritten), wagte sich auf längere Strecken — und sie begann das Laufen zu lieben, endlich. „Weil ich schnell Erfolge hatte, das mag ich, und weil ich die Vorzüge des Laufens zu schätzen gelernt habe. Du kannst abschalten, es bringt dich an deine Grenzen, es macht dich unendlich glücklich, wenn du dein Ziel erreicht hast“, sagt die junge Frau.

2014 absolvierte sie ihren ersten Halbmarathon, 21,1 Kilometer beim Rostocker Citylauf: „Die Stimmung dort ist genial. Überall Leute, die dich anfeuern“, hat Juliane Wormsbächer noch heute Gänsehaut beim Rückblick. Weitere Halbmarathons beim Rügenbrückenlauf und auf dem Darß folgten, zudem viele 15-km-Rennen beim MV-Laufcup.

In dieser Saison nun wagt sie sich an den Marathon. „Ich hatte an meinem 30. Geburtstag im November natürlich wieder große Klappe und habe gesagt, ich mach‘ das, nun habe ich den Salat“, sagt sie augenzwinkernd. Der Termin steht fest: 17. April, Hamburg. Gleich bei ihrer Premiere auf dem langen Kanten will sie unter vier Stunden laufen.

Doch der Hamburg-Marathon soll in diesem Jahr nicht die einzige große Bewährungsprobe bleiben. Die ehrgeizige Blondine will auch noch den fast 6000 Meter hohen Kilimandscharo in Tansania besteigen.

Im Herbst, natürlich erst nach dem Rügenbrückenlauf am 22. Oktober. Ihr Heimatrennen steht fest im Kalender, das lässt sie sich nicht nehmen. Denn Juliane Wormsbächer ist jetzt leidenschaftliche Läuferin, daran ändert auch das geplante „Tänzchen“ mit dem hohen Berg nichts mehr. Foto: Siegfried Subklew

Von Alexander Loew

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