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Kunze, Koch, Maisch und Co. — von MV in die Weltspitze

Rostock Kunze, Koch, Maisch und Co. — von MV in die Weltspitze

Viele Spitzenläufer sind im Nordosten Deutschlands zu Hause

Rostock. Ob Sprinter oder Marathon-Läufer — es gab in MV schon immer erfolgreiche Läuferinnen und Läufer:

Marita Koch: Die Rostocker Sprinterin feierte zehn Jahre lang beispiellose Erfolge auf den Strecken von 100 bis 400 Meter. Sie gewann olympisches Gold (1980) über 400 Meter und hält seit 1985 den Weltrekord über die Stadionrunde (47,60 Sekunden). Die dreifache Welt- und sechsfache Europameisterin stellte 15 Weltrekorde in olympischen Disziplinen auf — den ersten 1978 in Erfurt (22,06 s über 200 m), den letzten 1985 in Canberra (47,60 s über 400 m). Zwischen 1975 und 1986 holte sie 19 DDR-Meistertitel. 2014 fand die dreifache Weltsportlerin des Jahres als erste deutsche Leichtathletin neben Heike Drechsler Aufnahme in die Hall of Fame des Weltverbandes IAAF. Marita Meier-Koch (heute 59) ist mit ihrem ehemaligen Trainer Wolfgang Meier verheiratet, beide haben die gemeinsame Tochter Ulrike (27).

Silke Gladisch: Nach dem Karriereende von Marita Koch sorgte deren Trainingskollegin bei der WM 1987 für einen Paukenschlag — sie feierte einen überraschenden Doppelerfolg über 100 und 200 Meter. Bereits vier Jahre zuvor hatte sie mit der 4-mal-100-Meter-Staffel (zusammen mit Marita Koch, Ingrid Auerswald und Marlies Göhr) WM-Gold gewonnen. Nach Laufbahnende (1992) und Studium unterrichtet Silke Möller heute am Gymnasium in Rostock-Reutershagen. Sie ist verheiratet und hat eine Tochter (20). „Meine Erfolge von damals spielen im Alltag keine Rolle mehr, sie waren vor 30 Jahren wichtig“, sagt die 51-Jährige.

Sigrun Wodars/Christine Wachtel: Der „Gladrow-Express“ — so wurde das 800-Meter-Duo aus Neubrandenburg nach seinem Trainer Walter Gladrow genannt. Beide dominierten „ihre“ Strecke ab Mitte der 80er Jahre. Wodars (heute heißt sie Grau) gewann Gold bei der WM 1987, bei Olympia 1988 und bei der EM 1990 — jeweils vor Wachtel (heute Guth). Die hielt sich mit drei WM-Titeln in der Halle (1987/89/91) schadlos. Sigrun Grau und Christine Guth stehen mit 1:55,26 bzw. 1:55,32 Minuten noch immer an der Spitze der deutschen 800-Meter-Bestenliste.

Die beiden Topläuferinnen leben und arbeiten heute in Neubrandenburg — Grau (50) als Lehrerin an einer Berufsschule für Gesundheitsberufe, Wachtel (51) im öffentlichen Dienst. Beide sind verheiratet und zweifache Mütter.

Hansjörg Kunze: Der gebürtige Rostocker feierte seinen größten Erfolg mit dem Gewinn der Bronzemedaille im 5000-Meter-Lauf bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul. Bei den WM 1983 und 1987 wurde er jeweils Dritter. Mit seiner 10000-Meter-Bestmarke von 27:26,0 Minuten (2. Juli 1988 in Oslo) würde er heute noch international vorn mitmischen. Seit 2013 ist der verheiratete Vater zweier Kinder Kommunikationschef beim Kreuzfahrtunternehmen Aida. Kunze (56) im Rückblick: „Heute staune ich manchmal, wie schnell ich damals gelaufen bin.“

Ulrike Maisch: Die Marathonläuferin vom 1. LAV Rostock sorgte 2006 in Göteborg für Aufsehen, als sie in persönlicher Bestzeit von 2:30,01 Stunden überraschend EM-Gold gewann.

Ähnliche Erfolge blieben ihr danach aufgrund einer hartnäckigen Fußverletzung versagt. 2010 musste sie ihre Laufbahn nach mehreren Comeback-Versuchen beenden. Heute lebt Maisch (39) mit Ehemann Richard Friedrich (35) und den Söhnen Emil (5) und Paul (3) auf der Insel Jersey im Ärmelkanal.

Von Burkhard Ehlers

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