Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Abschied mit Schmerzen

Rostock Abschied mit Schmerzen

Siebenkämpferin Julia Mächtig beendet wegen langwieriger Fußverletzung ihre Karriere / Gebürtige Rostockerin steht vor Abschluss ihres Studiums

Voriger Artikel
LAV ehrt seine Besten
Nächster Artikel
Lauftalent Schoob glänzt in Herten

„Es geht nicht mehr“, sagt Julia Mächtig. Die Siebenkämpferin — hier bei der WM 2013 in Moskau — beendet ihre Laufbahn.

Quelle: dpa

Rostock. „Wenn ich keine Füße hätte, wäre alles gut“, sagt Julia Mächtig mit einer Portion Galgenhumor. Doch wegen ihrer Füße ist eben nicht alles gut. Seit Jahren hat die Siebenkämpferin vom SC Neubrandenburg immer wieder Schmerzen und Probleme. Nun wurde ihr die rechte Achillessehne zum Verhängnis. Die 30-Jährige zieht deshalb einen Schlussstrich und beendet ihre sportliche Karriere. „Es geht nicht mehr“, sagte Julia Mächtig gegenüber der OZ.

Es fällt erst mal eine Last runter. Ich muss mich nicht mehr quälen, um fit zu werden.“Julia Mächtig (30)

Im Juli vergangenen Jahres hatte sich die Leichtathletin am rechten Fuß operieren lassen — Folgen des Eingriffs spürt sie bis heute. „Ich habe immer noch Probleme beim Abrollen. Ein nomaler Dauerlauf ist nicht möglich. Selbst nach einem längeren Spaziergang tut der Fuß weh“, sagt Mächtig, die sich zwischendurch mit Alternativtraining in der Schwimmhalle oder am Trampolin fit hielt. Um ihre Schmerzen loszuwerden, halfen weder Tabletten noch eine Spritzenkur. „Ich bin immer noch in Behandlung“, sagt sie: „Jetzt versuche ich, es ausheilen zu lassen.“

Die harte Konsequenz: keine Wettkämpfe mehr. In ihrem Fall: nie mehr. „Ich hätte mich schon gern sportlich verabschiedet, am liebsten bei Olympia in Rio“, sagt Mächtig, die Ende Juni 2014 beim traditionellen Mehrkampf-Meeting in Ratingen ihren letzten Wettkampf hatte. Damals musste sie aufgeben, weil sie sich ihre linke Achillessehne angerissen hatte. Im Vorjahr streikte die rechte — wieder Saisonabbruch. Nun der endgültige Abschied, ohne letzten Auftritt.

„Schade, aber inzwischen bin ich drüber hinweg“, sagte die gebürtige Rostockerin. „Es fällt auch erst mal eine Last runter. Ich weiß: Ich muss mich nicht mehr quälen, um fit zu werden und dann doch wieder Schmerzen zu haben. Irgendwann ist es mal gut. Man hat auch nicht mehr die Ausdauer dafür, sich immer wieder heranzuarbeiten. Es nervt nur noch. Deshalb habe ich jetzt mit meiner Entscheidung alles richtig gemacht.“

Was bleibt von 15 Jahren Leistungssport? „Eine schöne Zeit, die mir viel gebracht hat“, sagt Mächtig, die als Juniorin international am erfolgreichsten war (3. JWM 2004, 2. JEM 2005 und 3. U 23-EM 2007). „Der allerschönste Wettkampf war aber die WM 2009 in Berlin“, blickt sie auf ihren damaligen 9. Platz zurück: „Es war mein erster Auftritt bei den Erwachsenen. Dazu noch eine WM im eigenen Land, bei der auch die Familie dabei war.“

Atmosphärisch werde ihr auch Olympia 2012 in Erinnerung bleiben — auch wenn sie da als 31. weit unter den Erwartungen blieb. Ähnlich erging es ihr bei der WM 2013 in Moskau, obwohl sie nur wenige Wochen zuvor noch die höchste Punktzahl ihrer Karriere (6430) erreicht hatte.

Alles abgehakt. Jetzt kümmert sich Julia Mächtig um die Karriere nach der (Sport-)Karriere. Aus der Sportfördergruppe der Bundeswehr scheidet sie als Oberbootsmann aus. Bei ihrem Sportmanagement-Studium an der Hochschule Wismar liegt sie derzeit in den letzten Zügen. Ihre Bachelor-Arbeit zum Thema „Projektentwicklung im Sportstätten-Management“ am Beispiel des Handballvereins Fortuna Neubrandenburg ist fast fertig. „Ich habe meine berufliche Zukunft selbst in die Hand genommen“, erzählt Julia Mächtig. In dieser Hinsicht will sie schon bald auf gesunden Füßen stehen.

 



Kai Rehberg

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Leichtathletik
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Sonderseite Golfen in MV Immer mehr Menschen schwingen im Nordosten den Golfschläger. 16 000 Mitglieder hat der Landesverband inzwischen – zehn Mal mehr als Anfang des Jahrtausends. Lesen Sie auf unserer Sonderseite Geschichten über die Golfszene, Spieler aus dem Land und Prominente, die gern in MV golfen.
Die besten Wettquoten der Ostsee gibt es im Bundesliga-Quotenvergleich von SmartBets.