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Kampfrichter auf dem Weg nach oben

Greifswald Kampfrichter auf dem Weg nach oben

Der Greifswalder Guido Mussehl ist bei der nächsten Leichtathletik-EM Wettkampfleiter

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Kampfrichter (in der Mitte Guido Mussehl) bei den Team-Europameisterschaften 2014 in Braunschweig.

Quelle: Sammlung Mussehl

Greifswald. In Sportvereinen war Guido Mussehl nie organisiert. „Ich habe zwar früher viel Badminton gespielt und getanzt, hatte in Turnen eine Eins“, erzählt der Leichtathletikkampfrichterwart von Mecklenburg-Vorpommern. „Und das, obwohl ich das Bockspringen nicht mochte.“ Aber in einem Verein sei er nie gewesen.

Die meisten Sportler wollen vor dem Wettkampf nicht reden.“Giudo Mussehl, Kampfrichter

Damit ist der 33-Jährige eine Ausnahme unter den deutschen Kampfrichtern, allerdings eine sehr erfolgreiche. Guido Mussehl ist gerade in die oberste Führungsriege der Leichtathletikkampfrichter aufgestiegen. Er wurde für die Europameisterschaft 2018 in Berlin zum Meeting-Manager, also Wettkampfleiter, berufen.

„Ich bin dann für 300 Kampfrichter und 1900 Volunteers verantwortlich“, erzählt der Greifswalder. Und dann 2020 bei Olympia in Tokio? „Olympia ist natürlich mein großer Traum“, räumt Mussehl ein.

Wenn die Spiele in Deutschland wären, dann hätte er sicher gute Chancen. Der zweite Weg ist die Qualifikation für das internationale Kampfrichterteam. Dafür sind dann Prüfungen zu absolvieren.

Olympia sei ein Zukunftsziel, wenn die beiden Kinder (vier und acht Jahre) älter sind. Sie sind übrigens organisiert – bei der HSG.

Guido Mussehl begann mit 15 Jahren seine Kampfrichterlaufbahn. „Freunde haben mir das empfohlen“, erzählt er. „Man ist an der frischen Luft und es ist ein sinnvolles Ehrenamt. Und es macht viel Spaß.“ Seine Frau unterstütze ihn dabei sehr.

Was ein Kampfrichter können müsse? „Er muss ein bissel mit Zahlen umgehen können und sehr gerecht sein“, sagt Mussehl. „Man muss deeskalierend wirken können und Regeln vermitteln. Es fällt den Leuten oft schwer, Regeln zu beherrschen.“ Das hört sich nach gutem Einfühlungsvermögen an, wie man es eher Frauen nachsagt, und das bestätigt Mussehl auch. Vielleicht eine Erklärung, warum dieses Ehrenamt zumindest in Greifswald und MV zu etwa 60 Prozent von Frauen ausgeübt wird. Die meisten Sportler würden vor und bei einem Wettkampf wenig reden, eher danach, berichtet der Kampfrichter. Eine Ausnahme sei der 100-Meter-Sprinter Usain Bolt, der Olympiasieger von 2012 in London. „Als ich ihn bei der WM 2009 hineingeführt habe, fiel er um, um mich zu verkaspern“, erzählt Mussehl. „Wir hatten vorher schon Smalltalk gemacht.“ Der spätere Weltmeister stand jedenfalls wieder auf und alles war gut.

Der gebürtige Greifswalder ist zwar viel unterwegs, aber bodenständig. Er hat an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität studiert, ist Lehrer an der Martinschule. „Ich habe eine schöne Arbeitsstelle und super Kollegen“, erzählt er. Fortzugehen sei für ihn kein Thema.

Der Greifswalder hat sich im Laufe der Jahre immer weiter qualifiziert. 2002 wurde er Kampfrichterwart der Stadt Greifswald und 2009 Mecklenburg-Vorpommerns. Beide Funktionen übt er bis heute aus.

„In Greifswald bin ich eher selten im Einsatz, zuletzt war das beim Citylauf.“ Seit 2009 gehört Mussehl zur Nationalmannschaft der Leichtathletikkampfrichter. Er war schon bei einer Weltmeisterschaft und einer Europameisterschaft dabei. „In der mittleren Führungsebene“, erläutert er. Unmittelbar beim Wettkampf – besonders häufig waren das in der Vergangenheit die Wurfdisziplinen – sei er nur noch selten im Einsatz.

Die Kampfrichter in Greifswald suchen noch Nachwuchs (Meldungen per E-Mail: g.mussehl@lvmv.de)

Eckhard Oberdörfer

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