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Nach Fehlstart wieder mit Top-Leistung

Dubai/Greifswald Nach Fehlstart wieder mit Top-Leistung

Hanna Wichmann beginnt sehr nervös und wirft dann Europa-Rekord mit dem Diskus

Dubai/Greifswald. Nach einer kurzen Vorbereitung im Trainingslehrgang der Paralympic-Nationalmannschaft in Sharjah (Vereinigte Arabische Emirate/OZ berichtete) nahmen Lindy Ave (18) und Hanna Wichmann (20) von der HSG Universität Greifswald an einem viertägigen Grand-Prix-Wettkampf in Dubai teil.

 

OZ-Bild

Hanna Wichmann (l.) mit ihrem Betreuer Mario Langer und Lindy Ave in Dubai.

Quelle: Foto: Peer Kopelmann

Der Auftakt verlief für die schwer spastisch behinderte Hanna allerdings sehr unglücklich. „Ich war sehr nervös. Die starke internationale Konkurrenz hat mich beeindruckt“, sagt Hanna, deren Spastik sich dadurch verschärfte. So gelang es ihr nicht, ihre stabile Kugelstoßtechnik im Wettkampf anzuwenden. „Der Kampfrichter wertete leider alle Stöße als ungültig“, bedauert Hanna.

Trost und Zuspruch erhielt sie vom gesamten Team. „Das hat mir geholfen.“ Umso mehr war Hanna für die Wettbewerbe im Keulenwurf motiviert. Ihr gelang eine ausgezeichnete Serie, die mit der Bestleistung von 15,29 Metern gekrönt wurde und die in einem hochklassigen Teilnehmerfeld zu Rang sechs reichte. Mit der nun vorhandenen Gewissheit, ihre sehr guten Trainingsleistungen auch im Wettkampf bei hochwertiger Konkurrenz umsetzen zu können, ging sie locker in den Diskuswettbewerb. Mit der persönlicher Bestleistung von 9,12 Metern belegte sie nicht nur einen sehr guten dritten Platz, sondern stellte auch einen neuen Europarekord auf, wie sich später herausstellte.

Begleitet wird Hanna auf ihrer zweiwöchigen Trainings- und Wettkampftour von Mario Langer von einem Greifswalder Pflegedienst, der sie auch im Haus Sonneneck betreut. Finanziert wird das und der gesamte Trainingsaufenthalt der Sportler und Betreuer durch den Deutschen Behindertensportbund und den Behindertensportbund MV.

Für Lindy Ave lief der Grand Prix vom ersten Start an sehr erfolgreich. Im ersten Rennen über 200 Meter musste sie nur der Britin Sophie Hahn, Weltrekordlerin und Paralympic-Siegerin von 2016 über 100 Meter, den Vortritt lassen. Mit sehr guten 27,72 Sekunden belegte Lindy Rang zwei vor Cadena Cox (Großbritannien), die in Rio über 100 Meter Dritte war. Beim 100-Meter-Finale gab es den gleichen Zieleinlauf. Lindy belegte hinter Sophie Hahn (12,97 s) und vor Cadena Cox (13,77) mit guten 13,48 Sekunden den Silberrang.

Nach den beiden zweiten Rängen sprang Lindy am Abschlusstag des Grand Prix’ in Dubai zur Goldmedaille. Beim Weitsprung erreichte sie sehr gute 4,55 Meter. Damit erfüllte sie gleich zu Saisonbeginn die Norm für die diesjährigen Weltmeisterschaften im Juli in London. Diese muss nun noch einmal bestätigt werden. Vielleicht gelingt es ihr ja bereits beim internationalen Meeting in Sharjah.

Die Konkurrenz wird auch dort sehr hochklassig sein. Lindy Ave wird erneut über 100 und 200 Meter sowie im Weitsprung antreten. Hanna Wichmann geht auch in Aharjah mit der Kugel, dem Diskus und der Wurfkeule in die Wettbewerbe.

Peer Kopelmann

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