Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Tom Gröschel — aus den Bergen Kenias zur EM nach England

Rostock Tom Gröschel — aus den Bergen Kenias zur EM nach England

Der 24-jährige Rostocker startet bei der Cross-EM für Polizisten in Coventry / Zuvor trainierte er drei Wochen in Afrika

Rostock. Hinter Tom Gröschel liegen erlebnisreiche Wochen: Erst bestand er Ende Februar die Abschlussprüfung bei der Landespolizei. Unmittelbar danach machte er sich zum ersten Mal in seinem Leben auf den Weg nach Afrika — zum Trainingslager in Kenia. „Das war alles sehr viel, aber es war auch extrem spannend“, berichtete der Leichtathlet, der am Montag aus dem dreiwöchigen Höhentrainingscamp in Afrika via Düsseldorf nach England reiste. Dort nimmt der 24-jährige Läufer heute an der Polizei-Europameisterschaft teil. Gröschel startet im Crosslauf über zwölf Kilometer.

 

OZ-Bild

Tom Gröschel startet heute in Coventry bei der Polizei-EM. Der 24-jährige Rostocker nimmt den Crosslauf über zwölf Kilometer in Angriff.

Quelle:

Ich fühle mich gut und bin gespannt, wie ich als Einzelsportler und wie wir als deutsches Team abschneiden werden.“Tom Gröschel

Die vielen Eindrücke aus dem Trainingscamp in Afrika beschäftigen den Ausdauersportler. „Das Land und die Laufbegeisterung haben mich sehr beeindruckt“, erzählt der Sportler vom TC Fiko Rostock, der sich bei seinem Trip einer Trainingsgruppe der SG Wattenscheid angeschlossen hatte.

„Die Bedingungen waren optimal“, berichtet Gröschel, der im kenianischen Iten drei Wochen lang 2400 Meter über dem Meeresspiegel trainierte. Was er dort erlebte, war faszinierend. „Die Laufbegeisterung ist unglaublich groß. Jeden Morgen haben wir uns um 6 Uhr zum Training getroffen. Da waren immer schon Dutzende Einheimische unterwegs. Männer und Frauen, die einfach so lange gelaufen sind, bis sie nicht mehr mithalten konnten. Viele von ihnen haben den Traum, entdeckt zu werden und auf diese Weise der Armut in ihrem Land zu entfliehen.“

Gröschel hatte zu Beginn des Trainingscamps Anpassungsschwierigkeiten. „Ich musste es langsam angehen lassen, auf meinen Körper und auf meinen Puls hören. Denn in der Höhe darf man es nicht übertreiben.“ Bevor es in Iten, dem „Home of the Champions“, wie es auf einem der Stadttore steht, auf die Laufstrecke ging, musste er einen Kilometer laufen. „Schon das war hart, denn es ging sehr steil bergauf. So eine Steigung gibt es in ganz MV nicht“, verdeutlicht der Rostocker.

In der ersten Woche lief er 140, in der zweiten 190 und zum Abschluss 140 Kilometer. Essen, trainieren, schlafen. Am nächsten Tag das Gleiche wieder von vorn — das war Gröschels Rhythmus in Iten, der Welthauptstadt des Laufens. Die Trainingsbedingungen bezeichnet der Schützling von Erfolgstrainer Klaus-Peter Weippert als optimal. Das Klima war angenehm und trocken. Wenn es mal regnete, dann abends. Nie musste Gröschel lange Laufhosen oder Shirts tragen. Das Hotel, in dem viele Sportler aus verschiedenen Ländern absteigen, wird von einem Belgier geführt und hat europäischen Standard.

Ob sich das Camp auszahlt, das der Rostocker aus eigener Tasche finanzierte, zeigt sich heute in Coventry. „Ich fühle mich gut und bin gespannt, wie ich als Einzelsportler und wie wir als deutsches Team abschneiden werden“, sagt er. Eine Prognose wagt er nicht.

Perspektivisch plant Gröschel, der eigentlich von der 10000-Meter-Distanz kommt, sich auf Marathonrennen zu spezialisieren. In diesem Jahr will er sich langsam über den Halbmarathon an die 42,195 Kilometer lange Distanz herantasten. Eine Woche nach der Cross-EM wird er beim Halbmarathon in Berlin an den Start gehen. Am 3. April kämpft dort die nationale Spitze um die sechs Tickets für die Europameisterschaften in Amsterdam. Gröschel gibt sich zurückhaltend, meldet keine Ansprüche an: „Ich werde mein Bestes geben. Dann habe ich einen Richtwert und sehe, wo ich stehe.“

Sollte der Umstieg auf die Langstrecke erfolgreich sein, träumt der Rostocker von einer EM-Teilnahme im Marathon. „2018 findet die EM in Berlin statt. Das ist natürlich ein Ziel. Da wäre ich gern dabei.“ Gleiches gilt für die Olympischen Spiele 2020. Bis dahin wird sich der Polizeimeister auf sein Training konzentrieren müssen. „Ich will versuchen, im Sport und im Beruf Leistung zu bringen.

Ich gehöre jetzt zur Bereitschaftspolizei und will auch dort meine Aufgabe erfüllen“, versichert er.

Nach Kenia will Tom Gröschel in jedem Fall zurückkehren. „Das war so gut, das werde ich ganz bestimmt noch öfter machen.“

Von Christian Lüsch

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Leichtathletik
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Sonderseite Golfen in MV Immer mehr Menschen schwingen im Nordosten den Golfschläger. 16 000 Mitglieder hat der Landesverband inzwischen – zehn Mal mehr als Anfang des Jahrtausends. Lesen Sie auf unserer Sonderseite Geschichten über die Golfszene, Spieler aus dem Land und Prominente, die gern in MV golfen.
Die besten Wettquoten der Ostsee gibt es im Bundesliga-Quotenvergleich von SmartBets.
Benjamin Barz ? Ostsee-Zeitung Hilfe Aktion Wohltaetigkeit Teaser der den User auf die Umfrage Jetzt den großen Wurf landen! image/svg+xml Image Teaser „Jetzt den großen Wurf landen!“ 2015-11-30 de Gewinnspiel Jetzt den großen Wurf landen Unterstützen Sie gemeinsam mit uns den HC Empor. Kommen Sie am 12.März 2016 um 16:30 Uhr in die Rostocker StadtHalle zum Spiel gegen Dessau-Roßlauer HV und feuern Sie die Spieler an, denn es ist 7 Meter vor Weihnachten Hier geht es zu unserem großen Gewinnspiel.